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Sport im Norden Handballtreff: Überbelastung und Terminhatz als Reizthema
Sportbuzzer Sport im Norden Handballtreff: Überbelastung und Terminhatz als Reizthema
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21:31 15.08.2019
Schulterschluss im Handball-Norden: Viktor Szilágyi, Filip Jicha (beide THW Kiel/v.l.), Torsten Jansen, Martin Schwalb (beide HSV Hamburg), Maik Machulla, Dierk Schmäschke (beide SG Flensburg-Handewitt) sowie Piotr Przybecki und Michael Friedrichs (beide VfL Lübeck-Schwartau). Quelle: Agentur 54°
Neumünster

Überbelastung im Handball. Der Puls von Dierk Schmäschke (61) war gerade nach oben geschnellt, als sein Handy laut klingelte. Flensburgs Manager kramte sein Mobilteil aus der Tasche, fragte in die Runde „Wie mache ich das jetzt aus?“ und schob es seinem Trainer Maik Machulla (42) rüber. Die Runde feixte, und Schmäschkes Puls war wieder auf Normalniveau gesunken. Die Terminhatz blieb aber das Reizthema beim Handballtreff der Vereinigung Schleswig-Holsteinischer Sportjournalisten in Neumünster.

„Weltweit dürfte wohl kein Handball-Podium besser besetzt sein“, schaute Sky-Moderator Jens Westen (Neustadt) zur Begrüßung auf Machulla und Schmäschke, Filip Jicha (THW-Trainer), Viktor Szilágyi (THW-Sportchef), Martin Schwalb (HSV-Vize), Torsten Jansen (HSV-Trainer), Piotr Przybecki (Schwartau-Coach) und Michael Friedrichs (Schwartau-Manager). Kurz vor dem Saisonstart, der ersten Pokal-Runde am Wochenende, beackerten sie das Handball-Feld.

Der Aufreger: Die Terminhatz. „Wir haben bis Weihnachten vier Spiele innerhalb von 48 Stunden. Donnerstag beim Bergischen HC, Samstag Champions League in Veszprem. Ein Irrsinn. Der Handball entwertet sich selbst“, schimpfte Schmäschke und regte, wie in Frankreich, eine 72-Stunden-Regel zwischen den Spielen an. „Irgendwann wird das auch eine arbeitsrechtliche Frage.“ Den THW trifft es mit vier Partien in der Hinrunde ebenso hart. „Das ist ein Riesenproblem. Vielleicht sollten die Gremien über eine entsprechende Regel nachdenken, die das verhindert“, sagte Szilágyi. In der 2. Liga ist das ähnliche Problem der Doppelspieltage jetzt Geschichte. „Wir sind froh, dass wir die los sind“, gab Friedrichs zu. Und Jansen ergänzte: „Das Experiment ist gescheitert.“

Nicht nur Moderator Jens Westen (l.) hatte seinen Spaß. Neben ihm: Schwartau-Geschäftsführer Michael Friedrichs. Quelle: Agentur 54°

Der Pokal: Schmäschke hält das Lübecker Turnier (Flensburg – Schwerin, GummersbachSchwartau) für das „beste Final Four der Runde“. Der SG-Auftrag: Sieg und Achtelfinaleinzug. Coach Machulla verlangt: „Wir sind klarer Favorit, müssen das auch zeigen.“ Für VfL-Coach Przybecki ist der Sonntag, das Finale, das Ziel: Die Halbfinalhürde: Gummersbach. „Wir sind nicht Favorit, auch noch nicht so weit. Aber wir spielen zu Hause. Es geht gegen den Ex-Trainer. Das motiviert die Mannschaft. Die Jungs sind heiß“, sagt Przybecki.

Der THW spielt zunächst gegen Drittligist Baunatal, dann gegen Emsdetten oder Dessau. Hamburg (gegen Hagen) winkt ein Endspiel gegen Magdeburg.

Der Supercup: Am Mittwoch spielen Meister Flensburg und Pokalsieger Kiel in Düsseldorf – das 100. Derby. Schmäschke: „Das willst du immer gewinnen, das Derby hat europaweit eine Riesenfaszination.“. Für Jicha ist das Derby ebenfalls etwas „Spezielles. Dann sehen wir auch, wo wir tatsächlich stehen.“

Erstes Duell am Mittwoch in Düsseldorf: Kiel-Trainer Filip Jicha (l.) und Flensburg-Trainer Maik Machulla. Quelle: Agentur 54

Der Titelkampf: Flensburg stapelt tief. „Wir wollen nicht mit Macht die dritte Meisterschaft in Folge. Wir sind wieder im Umbruch, froh, wenn wir oben mitspielen“, sagt Schmäschke. Anders sei es beim THW: „Die setzen alles daran, um mal wieder Meister zu werden, sind klarer Favorit.“ HSV-Vize Schwalb freut sich als Sky-Experte auf die Saison: „Die wird toll und aus norddeutscher Sicht erfolgreich. Ich erwarte auch, dass eine der beiden Mannschaften beim Final Four der Champions League in Köln dabei ist.“

Das Hamburg-Ziel: Schwalb: „Wir wollen langsam nach oben, können auch damit leben, länger in der zweiten Liga zu spielen.“

Das Schwartau-Ziel: Friedrichs: „Wir haben Piotr nicht verpflichtet, um weiter um Platz fünf zu spielen. Wir wollen uns Jahr für Jahr verbessern.“ Heißt bei Przybeckis Dreijahresvertrag: Aufstieg bis 2022. Friedrichs Nachschlag: „Wir brauchen dafür eine größere Halle. Punkt.“

1600 Pokal-Tickets weg, HSG Ostsee besiegt Schwerin

Final Four in der Hansehalle. Los geht es am Samstag mit den Halbfinals Meister Flensburg gegen Drittligist Schwerin (17 Uhr), anschließend trifft Lübeck-Schwartau auf Erstliga-Absteiger Gummersbach (19.30 Uhr). Das Finale steigt am Sonntag (17 Uhr). 1600 Karten sind bisher verkauft. Wichtig: Es gibt nur Kombitickets für alle drei Spiele. Die Hansehallen-Kasse öffnet Samstag um 16 Uhr (20 Euro/ 25 Euro).

Schwerin testete am Donnerstag und verlor. Die HSG Ostsee N/G siegte im Drittligaduell 28:27 (16:15). Beste HSG-Werfer: Ben Jarik (8/3), Marius Nagorsen und Niklas Jung (je 5). HSG-Coach Tiffy Schlegel zufrieden: „Wir haben kollektiv super gestanden, hatten mit Max Folchert einen starken Torhüter und vorn hat Alex Mendle klug Regie geführt. Die Kampfbereitschaft hat mir wieder imponiert.“ Der Wermutstropfen: Piet Möller verletzte sich in einer der letzten Spielsituationen an der Hand. Schlegel: „Das wäre bitter, wenn er länger ausfallen würde.“

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