Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Sport im Norden Humorlos mit Spaß – auch gegen Saudis?
Sportbuzzer Sport im Norden Humorlos mit Spaß – auch gegen Saudis?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:10 16.01.2017
Rouen

Dagur Sigurdsson schaut mit festem, fast eisigem Blick in die Runde. Ein Journalist will vom Bundestrainer wissen, was er denn zum Spiel gegen Saudi Arabien (heute, 17.45 Uhr) sagen könne. „Wir sind vom Papier her klar besser. Ein Sieg ist Pflicht. Und wir werden es auch gewinnen.“ Punkt. Nach dem 35:14-Kantersieg gegen Chile geht es nun gegen den nächsten Exoten. Braucht es solche Handball-Spiele bei einer Weltmeisterschaft? Der Isländer ist da ganz klar: „Die gehören dazu. Diese Nationen müssen auch ihre Chance bekommen. So wie Island im Fußball.“

Auch DHB-Vize sieht das so. „Es darf nur nicht lächerlich werden.“ 48 Nationen, eine aufgeblähte WM ähnlich der im Fußball, hält er aber für „Wahnsinn“.

Und so ist heute in der Kindarena von Rouen eine ähnliche Partie wie gegen Chile zu erwarten. Einziger Aufreger in einer unaufgeregten Partie war da neben der Verletzung von Paul Drux – der Berliner ist umgeknickt („Ist halb so wild. Gegen die Saudis pausiere ich, bin aber gegen Weißrussland dabei“) – die Szene, als sich Sigurdsson über zwei, aus seiner Sicht, unberechtige Zeitstrafen gegen Finn Lemke und Patrick Wiencek lautstark aufregte und dafür Gelb sah. Sonst verfolgte er die Partie völlig untypisch, meist entspannt von seinem Stuhl aus. Zu dominant, zu clever erfüllten seine Bad Boys vor 5000 Zuschauern ihren zweiten WM-Part. Der Europameister marschiert mit Siebenmeilenstiefeln Richtung Achtelfinale.

„Das war okay, haben die Jungs gut gemacht. Wir waren klar besser. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, bemerkte Sigurdsson. „Humorlos mit Spaß“, fand Hanning den Auftritt, der bereits nach wenig Minuten den Charakter eines Trainingsspielchens hatte. Mit der neuen Flügelzange Rune Dahmke/Tobias Reichmann sowie tollem Spiel über den Kreis (Wiencek/Kohlbacher) hebelten die Deutschen die offensive 3:3-Abwehr der Südamerikaner immer wieder aus. Und hinten bissen sich die Chilenen an der DHB-Mauer die Zähne aus. Dahinter stand ein Andreas Wolff zwischen den Pfosten, der bei seiner WM-Premiere jedes Tor als persönliche Beleidigung empfand. „Er war nicht gewillt, den Chilenen irgendeinen Spaßfaktor zu gönnen“, fand Hanning treffend. Der Kieler parierte 16 Bälle, wehrte so 53 Prozent der Würfe ab. „Spaßbremse“ Wolff, er war der „Man of the match“, Jannik Kohlbacher (10 Würfe/8Tore) und Rune Dahmke (11/7) die besten Werfer. Die Abwehr war auch der Ausgangspunkt für eine Konterwelle. 10 Tore aus 13 Tempogegenstößen, registrierte Sigurdsson am Ende. Bereits nach 27 Minuten führte Deutschland so 14:4. Spaß hatten diesmal auch die Fans in der Heimat. Der Livestream der Deutschen Kreditbank, die 86000 Zugriffe registrierte, lief problemlos.

Wie das deutsche Spiel. Nur: „Neue Erkenntnisse bringt so so eine Partie nicht“, sagte Hanning und blickte bereits voraus: „Jetzt müssen wir noch zwei Hausaufgaben gegen Saudi-Arabien und Weißrussland erledigen, dann genügt ein Remis gegen Kroatien zum Gruppensieg.“

Jens Kürbis

Rallye Dakar: DvZ fordert neues Reglement und stärkeres Toyota-Engagement.

16.01.2017

Gute Ansätze: Travemündes Drittliga-Frauen „nur“ 33:39 beim Tabellenführer.

16.01.2017

Reinfelds SH-Liga- Handballerinnen setzten alle Vorgaben um – und gewannen. Landesligist GHG Hahnheide kämpfte immerhin.

16.01.2017