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Sport im Norden Lehrreiche Jahre mit bitterem Ade
Sportbuzzer Sport im Norden Lehrreiche Jahre mit bitterem Ade
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22:35 06.04.2013
Von Jens Kürbis
Henry Thom (oben l.) war bei den Hamburg Freezers als Co-Trainer für die Defense zuständig. Quelle: Imago
Hamburg

Eingerissene Trikots, zerbrochene Schläger, sogar der Helm von Jamie Benn — beim stimmungsvollen Saisonabschluss der Eishockey-Cracks kam alles unter den Hammer, was die Freezers-Kabine so hergab. Die Fete in der Hamburger Fischauktionshalle gestern Abend, es war auch für Henry Thom das ganz persönliche Ade. Der noch bis Ende April laufende Vertrag des in Timmendorfer Strand beheimateten Trainers wird nicht verlängert. Für den 42-Jährigen ist es nach zwei Jahren ein Abschied mit Wehmut. „Ich werde Vieles vermissen.“ Die tollen Gespräche mit Physio Stefan Reuter, „der sich so schön aufregen konnte“. Auch die Bonscher, die Hustenbonbons, die ihm Fans vor jedem Spiel als Glücksbringer in die Hand drückten. „Das war schon ein Ritual.“ Dass er im Sommer 2001 die Offerte als Co. angenommen hat, hat er nicht bereut: „Es war die richtige Entscheidung, so professionell zu arbeiten war eine ungemein wichtige Erfahrung, sehr lehrreich.“

Thom war mehr als nur ein Hütchen aufstellender Co. Er war die rechte Hand des Frankokanadiers Laporte bei Taktikfragen, Coach für die Defense, kümmerte sich zudem um die Torhüter und die Videoauswertung. Während der Playoffs gegen die Eisbären saß er so meist bis drei Uhr nachts, schnitt die Spiele zusammen. „Das war Stress pur, da ist manch graues Haar dazu gekommen“, erzählt er schmunzelnd.

Wenn er vom traurigen Ende der verrückten Playoffs erzählt, wirkt seine Stimme allerdings belegt: „Ich habe so ein Viertelfinale noch nie erlebt.“ Mit 46 Treffern in sechs Spielen das torreichste der DEL-Gesichte, mit grandiosen Siegen, furiosen Aufholjagden, Ein-Tore-Niederlagen, Schauspielereien und einem bitteren Gegentreffer nach der Schlusssirene. Thom, den Ex-Profi (Ratingen), hatte das Aus so mitgenommen, dass er zwei Tage lang keinen Menschen sehen wollte. „Ich habe mich in meiner Hamburger Wohnung eingeschlossen.“ Erst am Dienstag nach Ostern kehrte er zu seiner Familie an die Ostsee zurück.

Doch an Urlaub ist derzeit nicht zu denken. Thom telefoniert, fragt nach, ist auf der Suche nach einem neuen Job. „Ich bin in alle Richtungen aktiv, auch im europäischen Ausland. Als Trainer möchte man so hoch wie möglich, am liebsten als Chef arbeiten.“ Im Fokus ist derzeit wohl aber ein Engagement als Assistent in der DEL. Thom vielsagend: „Es kann sein, dass ich in der nächsten Saison wieder auf die Freezers treffe.“ Den Eisschränken traut er im übrigen den ganz großen Wurf in den nächsten Jahren zu. „Wenn sie den Stamm von jungen deutschen Spielern halten, mit den dazu passenden Ausländern ergänzen, ist der Titel drin. Das ist das richtige Konzept. Berlin hat‘s vorgemacht.“

Für den gebürtigen Frankfurter selbst steht fest, dass sein Lebensmittelpunkt Timmendorfer Strand bleibt. „Daran wird sich nichts ändern. Wir fühlen uns als Familie hier wohl.“ Und wie lange will er den Trainer-Job noch machen? „So lange ich Energie habe, ich kann mir das bis zur Rente vorstellen.“ Es sei denn, erzählt er schmunzelnd, „meine Tochter wird in zehn Jahren Tennis-Profi und ich ihr Manager . . .“

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Jens Kürbis

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