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Sport im Norden Lennart Matthusen aus Lübeck: 14 000 Kilometer für den Traum vom Radprofi
Sportbuzzer Sport im Norden Lennart Matthusen aus Lübeck: 14 000 Kilometer für den Traum vom Radprofi
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20:03 11.12.2019
Lennart Matthusen (RST Lübeck/l.) fährt in der Bundesliga künftig für BMT Rostock. Quelle: Heinrich Pieper
Lübeck

Knapp 14 000 Kilometer hat Lennart Matthusen in diesem Jahr im Sattel abgespult. Das ist in etwa die Strecke von Paris nach Peking, durch neun Länder und zwei Zeitzonen. 2150 Kilometer war er davon in 35 Rennen unterwegs – von Kaiserslautern bis nach Dänemark. Keine Frage: Er hat ein anspruchsvolles Jahr hinter sich.

Fünf Siege, 13 Mal auf dem Podest

Auch wenn gerade beim Höhepunkt, den Deutschen Meisterschaften, mit einem Mittelfeldplatz im Einzelzeitfahren und dem Ausstieg im Straßenrennen nicht alles rund lief („Das war katastrophal“), blickt der 18-Jährige vom Radsport-Team (RST) Lübeck auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Er stand 13 Mal auf dem Podest, fünfmal ganz oben, holte sich im Einzelzeitfahren den Titel der vier Nord-Länder. Und mit dem Bundesligateam der RG Nord war er zudem flott unterwegs (Platz 14 von 22 Teams). „Ich bin zufrieden, das lief schon ganz gut“, sagt er selbst. Jetzt setzt das Talent, das zum Förderkader „Team Lübeck“ gehört, zum großen Sprung an.

Lennart Matthusen (m.) gewinnt Gold im Einzelzeitfahren bei den Meisterschaften der vier Nordverbände. Quelle: Jonas Matthusen

Ab 2020 Elite: Wechsel ins „Bike Market Team“ Rostock

Matthusen ist raus aus dem Jugendalter, fährt ab 2020 dann in der Altersklasse U23 und Männer Elite. Und das künftig für das „Bike Market Team“ (BMT) Rostock. „Die fahren auch Bundesliga, aber ambitionierter. Ich brauche eine neue Herausforderung“, erzählt er. Es ist ein Wechsel für mehr: Denn Matthusen will sich in der Liga, in der auch die kleineren Profiteams mitfahren, mehr denn je zeigen. „Das Aufeinandertreffen mit den Profis ist sehr spannend. Ich will das nutzen, um auf mich aufmerksam zu machen, um dann ins Profilager zu wechseln.“ Sein Ziel: Ab 2021 will er für ein Profiteam der 3. Liga fahren. „Profi, das ist der Traum eines jeden jugendlichen Radrennfahrers.“ Es ist der Reiz, „sein Hobby auszuleben, damit Geld zu verdienen und von der Welt viel zu sehen“, der ihn antreibt.

Nur ein Schleswig-Holsteiner als Profi unterwegs

Es ist ein Traum, der aber nur wenigen vergönnt ist. Aktuell hat Schleswig-Holstein im Norderstedter Adrian Rips (LKT-Team Brandenburg) nur einen Profi. Matthusen hat noch mehr ausgemacht: 2020 werden insgesamt nur 33 deutsche Profis für 13 Teams am Start sein. In die erste Liga, die von „Bora Hansgrohe“ und Emanuel Buchmann & Co., schafften es letztlich weltweit nur 530 Fahrer in 19 Mannschaften.

Lennart Matthusen trainiert bei Wind und Wetter. Quelle: neelsen_uk

Abitur hat zunächst Priorität

2020 steht für Matthusen aber erst das Abitur ganz oben. Das Februar-Trainingslager mit dem neuen Team auf Mallorca fällt somit flach. Das erste Bundesliga-Rennen am 8. März in Herford wohl auch. Es liegt in der Prüfungszeit. Dafür fährt er in den Osterferien in ein Extra-Trainingslager nach Alicante und tritt den Winter über kräftig in die Pedale. Und das fast täglich, am Wochenende auch bis zu drei Stunden. Mal auf dem Rennkurs in Rieps, zwischen Schönberg und Ratzeburg. Mal in der Region rund um Lübeck, wo er fast jeden Kieselstein kennt. Das nasskalte Wetter, die frühe Dunkelheit? Egal. Grundlagenausdauer muss sein. Und der Kraftraum auch. Mit 65 Kilogramm bei 1,91 Meter Körpergröße „muss noch etwas drauf“, mindestens sieben Kilo Muskelmasse.

Matthusen hat einen Plan B

Ganz klar: Matthusen hat einen Plan. „Wenn es klappt, will ich die Chance, Profi zu werden, ergreifen.“ Und wenn nicht? Dann gibt es Plan B – ein Studium für Wirtschaftsinformatik oder „etwas in digitalen Medien. Da bin ich mir aber noch unschlüssig.“ Nur in einem nicht . . .

Von Jens Kürbis

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