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Sport im Norden Lübecker Ruderin Svea Pichner ist „LN-Talent des Jahres 2019“ mit Leidenschaft und Disziplin
Sportbuzzer Sport im Norden Lübecker Ruderin Svea Pichner ist „LN-Talent des Jahres 2019“ mit Leidenschaft und Disziplin
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10:00 02.02.2020
Svea Pichner mit ihrer beeindruckenden Medaillensammlung. Vie wertvollste hält sie in der Hand: Silber bei der U19-WM in Tokio. Quelle: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Morgens um 6.30 Uhr zum Schwimmen ins Sportbad, dann sechs Stunden Schule, kurz nach Hause, dann zum Rudern, anschließend Abendbrot, Schularbeiten – und nach einer 14-Stunden-Schicht ins Bett. „Manchmal frage ich mich selbst, warum ich mir das antue“, schüttelt Svea Pichner den Kopf, als sie beim LN-Hausbesuch an ihren „Horror-Tag“, den Donnerstag denkt. Doch beim Blick zurück auf den vergangenen Sommer, die Tage in Tokio, weiß sie es: „Die U19-Weltmeisterschaft als Testwettbewerb auf der olympischen Regattastrecke war ein einmaliges Erlebnis. Wir waren ein tolles Team, hatten sehr viel Spaß – und sind mit einer WM-Silbermedaille belohnt worden.“ Auch deswegen wurde die 18-Jährige bei der Sportlerwahl von den LN-Lesern als „Talent des Jahres 2019“ gewählt und vor zehn Tagen vor 6000 Fans beim Testspiel des VfB Lübeck gegen den Hamburger SV ausgezeichnet.

LN-Talent Svea Pichner

Bild vom Deutschland-Achter hängt über dem Schreibtisch

„Die Kulisse war beeindruckend, so viele Zuschauer haben wir beim Rudern ja nicht.“ Wirbel um ihre Person ist jedoch nicht unbedingt ihre Sache. Und so ist die 1,85 Meter lange Athletin von der Lübecker Frauen-Ruder-Gesellschaft fast froh, dass wieder Alltag bei ihrer Familie in St. Jürgen eingekehrt ist. Mama Maren hat Mittag gemacht, während des LN-Besuchs kommt Bruder Lasse vorbei. Am großes Esstisch spielen sie gern “Risiko“, während die elfjährige Schweizer Sennhündin „Ella“ im gemütlichen Wohnzimmer in ihrem Körbchen döst. Draußen ist Schmuddelwetter. „Ella“ will für ein Foto nicht wirklich vor die Tür. Für ein anderes Bild geht Svea in ihr Zimmer. Am Schreibtisch hängt ein großes Foto vom Deutschland-Achter, sie holt ihre zahlreichen Medaillen von der Wand hinter dem Bett. „Es sind wenige goldene dabei“, meint sie. Bruder Lasse hatte mit DM-Gold im U17-Vierer 2014 hier die Nase vorn. Im Eingang zum Zimmer fällt gleich ein Plakat von der U19-WM 2018 in Tschechien auf. Svea hatte dort Platz fünf im Vierer ohne Steuerfrau belegt. Seit Tokio, wo Papa Olaf dabei war, hat Svea ihren Bruder überholt. „Absolut gegönnt“, lächelt dieser.

Leidenschaft und Disziplin machen den Unterschied aus

Svea ist „Talent des Jahres“. Hat sie auch Talent? „Für die durchaus anspruchsvolle Technik vielleicht. Das allein würde aber nicht reichen. Die Leidenschaft und Disziplin, sich auch bei Regen aufs Rad zu setzten, um zum Rudern zu fahren, machen den Unterschied aus.“

Wer sind die LN-Sportler des Jahres? Das sind die Top-Talente

Das Ruder-Talent wurde ihr in die Wiege gelegt

Talent ist der Abiturientin trotzdem in die Wiege gelegt worden. Zwar waren ihr Sportarten anfangs Handball und Reiten, doch als jüngstes Kind der Familie kam sie mit zwölf Jahren über ihre Geschwister und die Ruder-Rieger an der Thomas-Mann-Schule zum Wassersport. Bruder Lasse war damals Ansporn, ist jetzt ihr „Mentalcoach.“ Die Olympiastrecke von 2020 in Japan kennt sie bereits – und was ist 2024? „Das sind die Spiele in Paris“, weiß die 18-Jährige. Ihr Traum? „Klar wäre es einer, aber dafür muss auch alles passen. Zunächst aber steht das Abi an.“

Ab Sommer Studium in Hamburg

Wirtschaftspsychologie möchte sie nach der Schule in Hamburg studieren und mit dem Sport verbinden. Der Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein hilft ihr bei der Wohnungssuche, dem Eingewöhnen an der Uni und beim Training. Mit Hanna Winter von der Lübecker RG startet sie in ihr erstes U23-Jahr im Zweier, ehe diese im Herbst in den USA studieren will.

Ab ins Trainingslager ins sonnige Spanien

Zum Abschluss des LN-Besuchs geht „Ella“ dann doch noch mit vor die Tür. Für Svea heißt es dagegen danach: Sachen packen: Am Samstag ging’s per Flieger ins Trainingslager nach Spanien: „20 Grad, Sonnte, das ist top. Ansonsten kann der Winter schon ’mal richtig zäh sein.“

Nächsten Sonntag lesen Sie hier eine Homestory über die LN-Sportlerin des Jahres 2019, Janina Lange.

Von Christoph Staffen

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