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Sport im Norden Lübecks MTV-Girls bejubeln DM-Gold
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19:03 19.08.2019
Nicht zu fassen: Paula de Boer (v.l.), Winona Hammann und Finja Rattunde feiern den unverhofften Team-Titelgewinn in Ulm. Quelle: Iris Hensel
Ulm

Der zweite Tag der Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften im Ulmer Donaustadion war für die U20-Girls des MTV Lübeck im Duell mit den gastgebenden SSV-Talenten ein Auf und Ab der Gefühle – zum Glück mit goldenem Happy End.

Erst enttäuscht, dann in Meister-Laune

Nach dem finalen 800 m Lauf in 2:41,82 Minuten hockte Finja Rattunde traurig auf der Tribüne. Nach tollem Siebenkampf mit Speerwurf-Bestleistung (31,62 m) hatte sie zum Abschluss ihre eigene Bestmarke um gut 17 Sekunden verfehlt und befürchtete, dass ihr verhältnismäßig schwacher Lauf den erhofften Team-Titel gekostet hätte. Doch ihre MTV-Mitstreiterinnen Winona Hammann und „Schnellrechnerin“ Paula de Boer eilten dazu und klärten sie in der leichtverzögerten Jubeltraube darüber auf: „Wegen deiner 2:41 haben wir DM-Gold!“ Landestrainer Dirk Schulz sagte: „Das war auch mein emotionaler Höhepunkt – tolles Gespür von Paula.“

Goldige U20-Meisterinnen aus der Hansestadt: Paula de Boer (v.l.), Finja Rattunde und Winona Hammann präsentieren ihre mühsam erkämpften DM-Plaketten. Quelle: Iris Hensel

Mit einem Rückstand von knapp 400 Punkten auf Ulm hatte die fast aussichtslose Aufholjagd am zweiten DM-Tag begonnen – und mit Pech für de Boer im Weitsprung. „Ein weiter Versuch war ungültig, bei ihren 4,99 m hat sie 40 Zentimeter durch Gegenwind verschenkt, sonst wäre sogar noch eine Einzel­­medaille denkbar gewesen“, berichtete Schulz. Gute 36,34 m mit dem Speer folgten. Rattunde steuerte 31,62 m (Speer) und jahresbeste 5,34 m im Weitsprung bei. Hammann lag mit 27,26 m nahe bei ihrer Schülerbestweite (27,45) und landete im Weitsprung bei 5,08 m.

Coach Schulz: „Hinten kackt die Ente!“

Vor den 800-m-Läufen fragte Vater Lutz Hammann den SSV-Trainer: „Na, rechnet ihr auch?“ Der erwiderte: „Nein, 300 Punkte Vorsprung sollten reichen!“ Tatsächlich lag das MTV-Trio sechs Disziplinen lang hinten, bis de Boer (2:26,92), Hammann (2:27,08) und Rattunde (2:41,82) die langsameren Ulmerinnen in der Endabrechnung mit 13 357 Punkten tatsächlich um 153 Zähler überholt hatten. Und so meinte Coach Schulz: „Hinten kackt die Ente! Dieser 1000 Mal gepredigte Satz hat selten so gestimmt wie heute. Genau das macht Mehrkämpfer aus. Viele Techniken funktionieren mit Talent, aber die Mittelstrecke geht über konsequente harte Arbeit“.

„5000 Punkte hebe ich mir für nächstes Jahr auf“

In der Einzelwertung belegten de Boer (4786), Rattunde (4375) und Hammann (4196) die Plätze 6, 17 und 20. Und die DM-Sechste konnte mit einem Lächeln bilanzieren: „Klar hätte ich selbst gern einige Punkte mehr gemacht, aber das ist jetzt völlig egal. Die 5000 Punkte hebe ich mir für nächstes Jahr auf.“

Alle DM-Ergebnisse unter www.leichtathletik.de

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