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Sport im Norden NRV Hamburg siegt – Auftrag erfüllt!
Sportbuzzer Sport im Norden NRV Hamburg siegt – Auftrag erfüllt!
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22:10 23.07.2018
Lübecker Bundesliga-Gruppenbild: Michael Fechner, Simon Grotelüschen, Teamchef Maximilian Gebhard, Moritz Student und Arne Holweg (h.v.l.) vom LYC sowie vom LSV Niklas Reisenauer, Kim Brandt, Mirco Jacobs (h.r.), Christian Maaß und Teammanager Jörg Jacobs (v.v.l.)
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Die Badeschlappen waren weg. Tobias Schadewaldt war’s egal. Er erklomm barfuß und mit einem breiten Grinsen das Siegerpodest. Auftrag erfüllt! Der 33-Jährige, Olympiateilnehmer 2016, wollte mit dem Team des   Norddeutschen Regatta Vereins (NRV) aus Hamburg die „Schmach vom Starnberger See“ vergessen machen. Im Süden war der Deutsche Meister am zweiten Spieltag mit seiner Crew nur Achter geworden. In Travemünde segelten Schadewaldt & Co. die Konkurrenz in Grund und Boden. 36 Zähler, zehn Punkte Vorsprung auf den Verfolger Württembergischer Yacht- Club. Sechs Siege in 16 Rennen. „Wir sind überragend gesegelt, haben nebenbei noch zwei Ligarekorde aufgestellt – den größten Vorsprung und die beste Serie. Ich bin super happy“, sagte Schadewaldt.

Der Meister segelte allen davon. Der Norddeutsche Regatta Verein dominierte die erste Segel-Bundesliga in Travemünde, stellte noch zwei Rekorde auf. Der Lübecker Yacht-Club wurde in Liga zwei Sechster, der Lübecker Segler-Verein nach verpatztem ersten Tag noch 14. bei 18 Teams.

Bei für Travemünde typischen Bedingungen (auflandiger Wind, Bilderbuchwetter) seien Starts und die Startkreuz wichtig gewesen. „Beides hat funktioniert.“ Jetzt geht es für den NRV nach St.

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Petersburg, wo der Club Deutschland in der Champions League vertritt. Schadewaldt sitzt dann im Studio, kommentiert die Rennen im Livestream.

Die Bilanz der Lübecker Crews in Liga zwei fiel eher durchwachsen aus. Der Lübecker Yacht-Club (LYC) mit Simon Grotelüschen am Steuer beendete das Heimspiel als Sechster, ist nach drei von fünf Spieltagen Gesamtachter und somit vier Plätze vom Aufstieg entfernt.

Der Lübecker Segler-Verein (LSV) arbeitete sich nach verpatztem ersten Tag auf Rang 14 hoch, bleibt aber Gesamt-17. „Wir haben das Beste daraus gemacht“, erklärte Steuermann Kim Brandt. Ziel bleibt Platz 15, denn Rang 16, 17 und 18 müssen im DSL-Pokal um den Klassenerhalt kämpfen. „Das wollen wir vermeiden. Berlin und Kiel bleiben noch als Spieltage. Kiel ist unser Hoffnungsrevier. Da ist im September mehr Wind.“

Simon Grotelüschen, der Olympia-Sechste von 2012, war „insgesamt zufrieden, auch wenn wir gern aufs Treppchen wollten“. Seine Crew habe einen tollen Job gemacht, „aber man hat gesehen, die anderen Teams waren eingespielter. Mir fehlt einfach die Zeit.“ Der 31-Jährige, seit einem Jahr Dr. med, lebt in Hamburg, arbeitet in der Altonaer Klinik in der Neurologie im Schichtdienst. „Da bleibt wenig Raum fürs Segeln.“ Travemünde – es ist sein Segel-Intermezzo 2018.

Bundesliga-Chef Oliver Schwall bleibt noch in Travemünde, freut sich auf die Premiere der Youth Champions League ab Freitag mit „einem echten Finale in der Trave. Das ist der Plan.“ Die Liga-Rennen empfand er als extrem fair, anspruchsvoll und spannend. „In der ersten Liga ist Platz zwei bis sieben erst auf den letzten 100 Metern entschieden worden. Was für ein Drama. Über das Wetter müssen wir nicht reden. Das war karibisches Liga-Feeling.“ Für 2019 hat er zwei Sachen auf dem Zettel: „Wir müssen die Sailors Lounge besser einbinden und an Land bessere Aufenthaltsmöglichkeiten für die Segler beim Bootswechsel schaffen.“

Von Jens Kürbis

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