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Sport im Norden Nach Gewalt beim Fußball: SV Heringsdorf bekommt Unterstützung von Verbänden
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Nach Gewalt beim Fußball: SV Heringsdorf bekommt Unterstützung von Verbänden

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19:47 26.10.2021
SHFV-Präsident Uwe Doering (l.) mit Geschäftsführer Tim Cassel.
SHFV-Präsident Uwe Doering (l.) mit Geschäftsführer Tim Cassel. Quelle: Agentur 54°
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Heringsdorf

Dass man nach dem Gewaltausbruch beim Kreisligaspiel zwischen dem SV Heringsdorf und der SG Insel Fehmarn nicht einfach zur Tagesordnung gehen kann, war allen Beteiligten nach den Vorkommnissen am 17. Oktober klar. Am Dienstag trafen sich in Heringsdorf erstmals Vertreter des Vereins, des schleswig-holsteinischen und des Kreis-Fußballverbandes sowie des Landessportbundes, um das Thema zunächst in einer internen Runde aufzuarbeiten.

„Es war ein wirklich sehr gutes Gespräch. Wir haben eine Strategie festgelegt und sind sehr zuversichtlich, dass derartige Dinge nicht wieder vorkommen werden“, fasste Tim Cassel, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, die Sitzung zusammen.

Drei Verletzte bei Kreisligaspiel

Beim Kreisligaspiel hatten zwei Heringsdorfer drei Gästespieler mit „Kopfnüssen“ und einem Faustschlag niedergestreckt. Die Partie wurde abgebrochen, die drei Insulaner mussten mit einer Schädelprellung, einer Gehirnerschütterung und einer Platzwunde ins Krankenhaus. Der Fall hatte auch überregional für Schlagzeilen gesorgt. Warum es zu den Gewalttaten aus einem zuvor normalen Spiel gekommen war, ist noch ungeklärt.

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In Heringsdorf gibt es seit 2016 ein Integrationsprojekt des Vereins, der 150 Mitglieder und rund 45 Flüchtlinge in seinen Reihen hat. Darunter sind auch junge Menschen aus Afrika, die in Ostholstein eine Ausbildung in Pflegeberufen machen, um künftig in Deutschland zu arbeiten.

Heringsdorfer Spiele abgesetzt

Der Kreisfußballverband Ostholstein hatte zwei Tage nach der Gewalttat am 19. Oktober die Spiele der beiden Heringsdorfer Herrenmannschaften bis einschließlich 31. Oktober abgesetzt. „Die Entscheidung, etwas Druck aus dem Kessel zu nehmen und die Vorkommnisse in Ruhe aufzuarbeiten, ist richtig“, erklärt Cassel. Die Heringsdorfer hatten bereits einen Spieler aus ihrem Verein ausgeschlossen. Zudem befasst sich das Sportgericht mit dem Fall. Ein Urteil ist noch nicht gefällt worden, es dürften aber längere Sperren verhängt werden.

SHFV: Noch keine Details

„Es gibt viele Ansätze zum Thema Gewaltprävention, wir als SHFV arbeiten da auch mit dem Landessportverband zusammen, beispielsweise mit dem Bundesprogramm ,Zusammenhalt durch Teilhabe’. Da kann man die Sportler und die Vereine sensibilisieren“, erläutert Cassel. Details zur Strategie wollte er noch nicht nennen: „In Heringsdorf wurde über die Jahre gute und wichtige Arbeit geleistet. Diese wollen wir unterstützen, damit jeder seinen Spaß am Fußball wiederfinden kann.“

Von Christoph Staffen