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Sport im Norden Quälen, schinden, schwitzen: Wandtke will WM-Medaille
Sportbuzzer Sport im Norden Quälen, schinden, schwitzen: Wandtke will WM-Medaille
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21:17 28.08.2017
Igor Wandtke (u.) kämpft morgen um eine WM-Medaille. Quelle: Foto: Imago
Budapest/Lübeck

Igor Wandtke schaute nicht schlecht, als er in Budapest in die Halle wollte. „Scanner hier, Taschenkontrolle da. Da wurde bis in die letzte Öse nachgeschaut. So verschärft war das noch nie.“ Aus gutem Grund. Russlands Regierungschef Wladimir Putin – ein großer Judo-Anhänger und selbst Träger des Schwarzen Gürtels – war gestern zur Eröffnung der Weltmeisterschaften in die ungarische Hauptstadt gereist. In der ist Wandtke seit Sonntag. Morgen wird es für den Lübecker ab 10 Uhr ernst, dann steht er auf der Tatami. Sein erster Gegner: der Slowene Martin Hojak, Dritter der U21-EM.

„Leichte Lose gibt es bei einer WM nicht, aber das ist machbar. Ab der dritten Runde, wenn ich die schaffe, wird’s hart“, sagt Wandtke. Sein Ziel: „Ich will eine Medaille, klar. Minimalziel ist Platz sieben.“ Dafür müsste er drei Kämpfe gewinnen. Die vergangenen zwei Titelkämpfe (2013 und 2015) musste er schon in Runde eins die Segel streichen. So wie gestern Katharina Menz (-48 kg). Moritz Plafky schied im Achtelfinale aus. Doch Wandtke 2017 ist ein anderer. Erfahrener, erfolgreich bei Meisterschaften, Weltcup und Grand Slam. Seit Rio, seit Olympia-Platz neun, hat sich der 26-Jährige gezielt auf diese Titelkämpfe vorbereitet. Er war zu Trainingslagern auf Teneriffa und in Japan, hat geschwitzt in Südkorea, Slowenien und Frankreich. Zur unmittelbaren Wettkampfvorbereitung zuletzt auch in Köln. Noch nie war er so lange unterwegs. Und das in der Dauerschleife Essen, Schlafen, Training, Essen – mit bis zu vier, fünf Stunden täglich auf der Matte, aber nur zwei „kleineren“

Wettkämpfen. „Ich war noch nie so kaputt, die Vorbereitung war härter als vor Olympia.“ Doch da ist ob der wenigen Wettkämpfe auch die Ungewissheit, wo er steht, was er drauf hat. „Ich fühle mich irgendwo zwischen sehr fit und platt“.

Er weiß aber: In der Physis und im taktischen Bereich hat er richtig zugelegt. Jetzt will er es umsetzen. Die vergangenen Tage, sie waren für Wandtke dabei eine besondere Qual. Eine, die er kennt. Er musste Gewicht machen, fünf Kilo insgesamt. Heißt: Nur zwei Mahlzeiten am Tag, keine Kohlenhydrate. Am Samstag war sogar Hungern Programm. „Da bist du froh, wenn der Tag rum ist.“ Heute um 20 Uhr muss die 73 auf der Waage stehen. „Besser sind 72,9 Kilo“. Und er ist gut im Plan. „Es sind noch anderthalb.“ Die will er sich heute über „Entwässern“ holen. Im Klartext: Er wird an der Donau bei 27 Grad im Schwitzanzug unterwegs sein, sich im Hotel auch noch einmal in eine heiße Wanne legen („Der Klassiker“) und nichts trinken. Er weiß „Durst und Kopfschmerzen sind da inklusive.“ Um 20.02 Uhr ist die Tortur vorbei, dann darf er die Speicher wieder auffüllen. Alles für den großen Kampftag. Morgen werden seine Eltern und sein kleiner Bruder Viktor in der Halle sein und die Daumen drücken – so wie im Vorjahr in Rio.

jek

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