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Sport im Norden Rallye Dakar 2020: Dirk von Zitzewitz will mit Saudi Yazeed Al Rajhi beim „Heimspiel“ aufs Podest
Sportbuzzer Sport im Norden Rallye Dakar 2020: Dirk von Zitzewitz will mit Saudi Yazeed Al Rajhi beim „Heimspiel“ aufs Podest
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18:44 08.05.2019
Selfie mit dem neuen Co-Piloten: Yazeed Al Rajhi hat sich Top-Fährtenleser Dirk von Zitzewitz ins Cockpit geholt, will mit ihm die Cross-Country-Serie und die Dakar 2020 fahren. Quelle: Yazeed-Racing
Lübeck

Grün-schwarzer Overall, schwarzes Basecap, auf der Brust der Schriftzug „Yazeed-Racing“, auf dem Arm einen Falken. So ist Dirk von Zitzewitz auf der Homepage (yazeedracing.com) des saudischen Rallye-Piloten Yazeed Bin Muhammad Al Rajhi abgebildet, darunter die Überschrift „New Co-Driver“, neuer Co-Pilot. „Es ist beschlossen, der Vertrag unterschrieben“, bestätigte der Karlshofer.

„Chemie im Auto stimmt“

Nach zwölf Jahren mit dem Südafrikaner Giniel de Villiers, mit dem er seit dem Dakar-Sieg 2009 siebenmal aufs Podest und in den elitären Kreis der „Dakar Legends“ gefahren ist, wechselt der 50 Jahre alte Ostholsteiner jetzt das Cockpit. Mit Al Rajhi, mit dem er in diesem Jahr bereits die Rallye in Abu Dhabi und in Katar (Platz zwei) gefahren ist, will von Zitzewitz die Cross Country-Rallyes und im Januar 2020 die Rallye Dakar fahren. „Die zwei guten Rennen und die gute Perspektive haben den Ausschlag gegeben. Die Chemie im Auto stimmt“, erklärte „DvZ“. Und ja, er sei schon traurig, dass die „Cockpit-Ehe“ mit de Villiers geschieden wurde. „Aber wie schon im Vorjahr waren die Verhandlungen mit Toyota Südafrika sehr, sehr schwierig.“ Als Rajhi davon erfuhr, angelte sich der Saudi den Topclass-Copiloten.

Im neuen Racing-Outfit, stilecht mit Falke: Dirk von Zitzewitz. Quelle: FACEBOOK

Start bei der Silkway-Rallye

„Das wird spannend“, freut sich von Zitzewitz auf die neue Partnerschaft, die ihn jetzt von Rallye zu Rallye fliegen lässt. Ende Mai steht Kasachstan an, danach die legendäre Silkway-Rallye durch Russland und China („Von der Länge und dem Anspruch vergleichbar mit der Dakar“) sowie im Herbst die Rallye in Marokko und eine kleinere in Arabien. „So viel Rennen bin ich in den letzten Jahren nie gefahren. Das ist gut, um im Job drin zu bleiben“, sagt von Zitzewitz.

Dakar bis 2024 im Nahen Osten

Und dann steigt im Januar die Dakar, seine 20. und jetzt eine Art Heimspiel. Denn nach elf Jahren in Südamerika zieht die härteste Rallye der Welt in den Nahen Osten nach Saudi Arabien um. Das Königreich hat mit dem französischen Veranstalter Amaury Sport Organisation (A.S.O.) einen Vertrag über fünf Jahre geschlossen, soll bis zu 15 Millionen Dollar dafür hingeblättert haben. Der Plan ist, die Rallye auf die Nachbarstaaten wie Oman, Ägypten oder Jordanien auszudehnen.

Rallye mit politischer Dimension

Von Zitzewitz weiß um die politische Dimension, die Probleme, die Kritik. Auch, dass er mit Al Rajhi als Pilot besonders im Fokus stehen wird. Doch er vertraut darauf, dass der Sport über der Politik steht. „Das Land ist dabei sich gegenüber der westlichen Welt zu öffnen. Ich bin mir sicher, dass die Dakar dabei helfen kann. Denn im internationalen Tross werden auch Frauen als Pilotinnen und Mechanikerinnen sein, auch Andersgläubige. Ich denke, wir können da gute Botschafter für ein Zusammenwachsen sein.“

Dirk von Zitzewitz und Yazeed Al Rajhi fuhren bei der Rallye Katar auf Platz zwei, sind in der Cross-Country-Serie auf Rang fünf notiert. Quelle: Dirk von Zitzewitz

„Wir wollen aufs Dakar-Podium“

Mit Al Rajhi wird er im 390 PS-Pickup Toyota Hilux unterwegs sein, betreut von den belgischen Service-Profis von „Overdrive“. Eine vertraute Spielwiese. „Da ändert sich bis auf die Farbe des Autos für mich nichts“, sagt von Zitzewitz. Das Ziel, es ist hochgesteckt: „Wir wollen aufs Podium.“ Denn Al Rajhi ist alles andere als ein „No Name“ in der Branche. Seit 2007 sitzt er hinterm Lenkrad, gewann 21 Rennen, im Vorjahr als erster Araber die Silkway-Rallye und landete im Januar bei der Dakar auf Platz sieben. Nebenbei ist der 37-Jährige noch Geschäftsmann, Chef der Mohammed Al Rajhi Investment-Gruppe und diverser weiterer Firmen, seit 2008 auch der erste saudische Unicef-Botschafter.

Side-By-Side-Pläne auf kleiner Flamme

Von Zitzewitz stellt seine eigenen Dakar-Pläne, in einem Side by Side als Pilot und mit eigenem Team zu starten, jetzt hinten an. „Aber es läuft weiter, allerdings auf kleiner Flamme.“ Drei, vier Rennen will er im Sommer fahren. Priorität hat aber das Projekt „Yazeed-Racing“. Mit dem Saudi ist von Zitzewitz auf Kurs Vollgas – und das als Fährtenleser.

Rallye Dakar 2020 in Saudi Arabien

Die Dakar 2020 führt 9000 Kilometer durch Saudi Arabien. Geplant sind 12 Etappen. Start ist am 5. Januar in Dschidda. Die Route nach Norden führt vorbei an Mekka und Medina, geht durch das Asir-Gebirge. Nach einem Tag Pause in der Hauptstadt Riad geht es in den Süden des Landes, die Wüste Rub al-Chali, mit fast 70 000 Quadratkilometern die größte Sandwüste der Welt. Beendet wird das Rennen am 17. Januar in der Unterhaltungs- und Sportstadt Al Qiddiya.

Jens Kürbis

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