Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Sport im Norden Rhein Vikings: Düsseldorfs großes Handball-Projekt gescheitert
Sportbuzzer Sport im Norden Rhein Vikings: Düsseldorfs großes Handball-Projekt gescheitert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:46 28.02.2019
Im Hinspiel feierte der VfL mit Steffen Köhler (Nr. 22) einen 24:19-Sieg gegen die Rhein Vikings. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Düsseldorf Helau! Wenn Schwartaus Handballer am Freitag um 10.30 Uhr mit dem Bus in die Karnevalshochburg rollen, haben sie nicht vor, dem diesjährigen Motto, „Gemeinsam jeck“, zu folgen. Denn ab 20 Uhr laden die Rhein-Vikings zur Zweitliga-Sitzung. Nicht, dass das eine bierernste Angelegenheit ist, „aber eine höchst unangenehme“, wie VfL-Coach Torge Greve betont. Ein Sieg ist Pflicht. Denn die Vikings sind der Problemfall der Liga.

Da ist der Punktestand. Die Wikinger sind mit fünf Pünktchen das Schlusslicht. Da ist die finanzielle Schieflage. Der Klub hat im Februar Insolvenz angemeldet. Heißt: Acht Punkte Abzug. Auch Abstieg, da die Vikings nicht wieder für die Liga melden wollen. Und da ist der Aderlass. Aus dem Kader, der jetzt drei Monate Insolvenzausfallgeld erhält, sind sieben Spieler weg.

Mai 2016: Martin Waschul (r.) und Toni Podpolinski (li.) verabschieden nach zwei VfL-Jahren ihren Spielmacher Daniel Pankofer. Der gebürtige Franke ist jetzt Geschäftsführer der Rhein Vikings. Quelle: 54°/Felix König

Pankofer: „Wir hätten die schwarze Null geschafft“

Ein Grund für den Absturz: Die „Sportstadt Düsseldorf“ hat dem Klub den Geldhahn zugedreht. Sehr zum Ärger des Ex-Schwartauers Daniel Pankofer. Der 38-Jährige ist seit Juli 2018 Geschäftsführer der Vikings: „Das hatte ich mir anders vorgestellt“, gibt er zu. Städtische Vorwürfe, im Klub sei unprofessionell gearbeitet worden, weist er zurück. „Wir hätten die schwarze Null geschafft. Wir waren auf einem guten Weg.“ Nur mit dem Ausstieg der Stadt („ein mittlerer fünfstelliger Betrag“) kehrten auch stadtnahe Firmen den Vikings den Rücken. „Und das Loch war dann schon sechsstellig. Das konnten wir nicht mehr auffangen.“ Das große Projekt, in der Metropolregion Richtung erste Liga durchzustarten, ist gescheitert. Mit einem Schnitt von gut 700 Besuchern in der schmucken Castello-Arena (3000 Zuschauer) wurde es auch nicht wirklich angenommen. Pankofer: „Die Halle war für uns zu groß. Man wollte da einfach zu schnell zu viel.“ Was bleibt? Das Team versuche jetzt die Saison anständig zu Ende zu bringen. Befremdlich: Die Stadt Düsseldorf, die die Neusser über den Rhein gelockt hat, setzt jetzt auf Erstligist Bergischer HC aus dem 30 Kilometer entfernten Solingen. Der BHC soll mehrere Partien im ISS-Dome spielen.

Schwartau-Chef Friedrichs: „VfL ist finanziell gesund“

Für die Bundesliga ist es nach drei Jahren, dem Fall des HSV Handball, ein Rückschlag. „Dass es lange keine weiteren gab und derzeit auch nicht gibt, spricht für die bessere wirtschaftliche Solidität der Bundesligisten“, sagt VfL-Chef Michael Friedrichs. Doch es bleibe eine Herausforderung. „Um mitzuhalten, müssen auch wir weiter auf Sponsoren-Wachstum setzen.“ Denn der Durchschnittsetat der 2. Liga liegt jetzt bei 1,3 Millionen Euro. Eine plötzliche VfL-Insolvenz durch den Ausstieg eines Partners hält Friedrichs für unmöglich: „Das schließe ich aus. Außerdem sind wir finanziell gesund.“ Dafür stehe, dass der VfL seit drei Jahren die Lizenz ohne Auflagen erhält, auch die Eigenkapital-Vorgaben erfüllt. „Und jeder erhält bei uns pünktlich sein Gehalt.“

VfL ohne Fünf in Düsseldorf

Zurück zur Partie: Der VfL spielt am Freitag wohl ohne Fünf. Neben den Langzeitausfällen (Genda, Claasen) fehlen Sebastian Damm (Grippe), Dadi Runarsson (Knie-OP) und Jan Schult (Waden-Probleme). Greve: „Wir sind trotzdem noch gut besetzt. Wir wollen unsere Serie ausbauen, den dritten Sieg in Folge.“ Danach darf es dann auch gern jeck werden.

Hintergrund Rhein Vikings

Die HSG Neuss/Düsseldorf ist im Juli 2017 aus einer Kooperation des Neusser HV und ART Düsseldorf hervorgegangen. In der 2. Bundesliga spielt der Klub unter dem Markennamen Rhein Vikings. Das Ziel: Erste Liga bis 2022. Im Vorjahr belegten die Wikinger mit einem Etat von einer Million Euro als Aufsteiger Platz 14.

Jens Kürbis

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Jetzt ist es raus: Stephan „Tiffy“ Schlegel übernimmt am 1. Juli die Drittliga-Handballer der HSG Ostsee N/G. Der ehemalige Bundesliga-Profi tritt die Nachfolge von Thomas Knorr an, der mit den Ostholsteinern die Klasse halten will.

28.02.2019

Das gab es noch nie in der Geschichte der Beach Boys: Michael Mai (51) spielt gegen die Gödens Vikings am Freitag gemeinsam mit Sohn Bennet (17) in der Eishockey-Landesliga für den CET

27.02.2019

TSV-Dreigestirn in Wetzlar: Mit Karina Pankunin, Frederik Spreckelsen und Hartmut Lohse vertreten drei Drittliga-Asse aus der LN-Region den Tischtennis-Verband Schleswig-Holstein bei den Deutschen Meisterschaften in Wetzlar

27.02.2019