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Sport im Norden Rückenwind für IDM-Bewerbung
Sportbuzzer Sport im Norden Rückenwind für IDM-Bewerbung
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22:10 23.07.2018
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Startverschiebung. Mehr als drei Stunden hingen gut 270 Seebahn-Segler auf ihren 51 Yachten in der Warteschleife fest. „Fast alle haben die Zeit zum Baden genutzt“, berichtete Jan Peters, Steuermann der „Adamas“. Wettfahrtleiter Uwe Wenzel war kurz davor, alles abzublasen, als um kurz vor drei der Wind auffrischte. Spät, aber nicht zu spät. „Wir haben verkürzt. Es waren am Ende auch nur sechs Seemeilen, eher ein langes Up and Down als eine Mittelstrecke. Aber es war trotzdem gut. Ich habe keine Rummauler gesehen, alle kamen mit einem Lächeln ins Ziel“, berichtete Wenzel.

Erstes Boot im Ziel: die „Svelo“, eine Streamline. Am Steuer: Maja Heyden aus Köln, erst zwölf Jahre alt. „Souverän, abgeklärt ist sie gesegelt. Eine dolle Geschichte“, fand Wenzel. Von allen Seglern gab es später stehend Ovationen. Sehr zur Freude ihrer Eltern Sven und Lotte, die ihr an Bord assistiert hatten. „Ich segle sonst Opti, hatte hier zum ersten Mal die Pinne der Streamline in der Hand, cool“, berichtete Maya, die nun den Rest des Urlaubs in Timmendorfer Strand genießt. Und sie soll weiter steuern: Papa Sven lachend: „Maja war Ersatz für unseren erkrankten Steuermann. Aber den brauchen wir ja jetzt nicht mehr.“

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Frauen-Power auch in der Wertung ORC Club. Sieger: die Frauen- Crew der „Akka“ um Steuerfrau Anke Scheuermann (Hamburg) vor der „Adamas“ von Jan Peters. Der 55-jährige Steuermann, in Malente zu Hause, mit Baugeschäft in Schönwalde und Bootsliegeplatz in Heiligenhafen, war zufrieden: „Samstag war tolles Segeln, wie in der Karibik. Sonntag war es trickreich. Aber der Wettfahrtleiter hat einen tollen Job gemacht.“ Im September startet er mit seiner Crew zwar noch zur IDM in Flensburg, „aber die Travemünder Woche ist unser Höhepunkt.“ Selbstredend: Langstrecke und Up & Down will er auch segeln.

Bei den nach Yardstick vermessenen Booten lieferten sich die „Na und“ von Stefan Meining (Lübeck) und die „TsunamiLutz Pouplier (Geesthacht) einen Kampf Boot an Boot. „Das schon 15 Jahre, aber immer freundschaftlich, keine Hahnekämpfe“, wie Meining berichtet. Sein Boot lag im Ziel vorn, nach berechneter Zeit die „Tsunami“. Vorschiffmann Felix Harden war von der Mittelstrecke begeistert:

„Das war karibisches Segeln, der Sonntag kurz, knackig.“

Und? War es eine Visitenkarte für die Bewerbung um die IDM im Seesegeln 2019 in Travemünde? Meining und Harder unisono: „Mit dem Wettfahrtleiter ja.“

Von Jens Kürbis

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