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Sport im Norden Schwerer Radunfall überschattet Lübeck-Triathlon
Sportbuzzer Sport im Norden Schwerer Radunfall überschattet Lübeck-Triathlon
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09:39 10.06.2019
Die Volkstriathleten sind auf der Schwimmstrecke. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Martin Lenz, Cheforganisator des 7-Türme-Triathlons von Lübeck, musste sich mit Tränen in den Augen kurz wegdrehen, als er vom Unfall auf der Radstrecke berichtete. Ein Auto ist am Brückenweg an den Metallgittern der Straßensperre und den Streckenposten vorbei unerlaubt auf die Radstrecke eingebogen und hatte eine Volkstriathletin erfasst, die schwer verletzt ins Uni-Krankenhaus eingeliefert wurde. „Die Sanitäter haben berichtet, dass sie außer Lebensgefahr ist, im Rettungswagen schon wieder bei Bewusstsein und ansprechbar war“, erklärte Lenz. Ein Arzt, Rettungswagen und Polizei seien sofort vor Ort gewesen. „Wie schwer die Verletzungen sind, können wir noch nicht sagen. Wir sind in jedem fall bei ihr, wünschen alles erdenklich Gute.“

Landesmeister Winkler hat Ironman Frankfurt im Visier

Der Unfall überschattete einen sportlichen Klasse-Tag in neuer Event-Location. Das Lenz-Fazit: Das Areal Falkenwiese hat seine Feuertaufe bestanden. „Das ist eine Top-Anlage, einfach super. Wir sind sehr zufrieden.“ Das war auch der neue Landesmeister über die Mitteldistanz (2 km Schwimmen/80 km Rad, 2 km Lauf): Benjamin Winkler vom USC Kiel, der nach 3:38:05 Stunden ins Ziel kam und Lokalmatador Simon Müller (Tri-Sport Lübeck/3:42:52) und den Berliner Cornelius Theus (3:43:01) verwies und somit seinen zweiten Lübeck-Sieg in Folge feierte.

„Das Schwimmen lief richtig gut, ich bin mit Cornelius zusammen raus aus dem Wasser. Wir hatten schon einen deutlichen Vorsprung. Und Rad ist eh meine Domäne“, berichtete Winkler. Auf der Radstrecke habe er schon deutlich gesehen, „dass da viel Luft nach hinten ist und es reicht, auch wenn Simon ein guter Läufer ist“. Der 35-Jährige, der in Kiel lebt, aber in Lübeck bei Dräger in der IT-Abteilung arbeitet, hat jetzt in drei Wochen den Ironman Frankfurt im Visier: „Das wird mein Saison-Höhepunkt.“

Spannendes Duell um Platz zwei

Simon Müller lieferte sich derweil fast ein Foto-Finish mit Cornelius Theus, fiel auch völlig platt ins Ziel. „Ich habe alles rausgeholt.“ Erst 1,5 Kilometer vorm Ziel holte er den Neuköllner ein. „Ich musste total durchdrücken, freue mich jetzt über Platz zwei. Lübeck ist mein Heimrennen, da sind alle hier. Das ist schon etwas Besonderes.“ Dabei musst der 23-jährige Redakteur des Triathlon-Magazins kurz zittern, denn auf der 5-km-Laufschleife hatte er in der ersten Runde im Stadion eine Runde zu wenig gedreht. „Ich war einfach zu blöd zum zählen, habe es in dem Monet nicht gecheckt.“ Kurz stand eine Disqualifikation im Raum. Oberkampfrichter Uwe Euskirchen, Chef des schleswig-holsteinischen Verbandes, gab indes Entwarnung, ließ Müller die Runde nachholen.

​In zwei Wochen steht für den Lübecker der Saison-Höhepunkt an – die EM im Ironman 70.3 bei Kopenhagen. Und wie fand der Lokalmatador die neue Event-Heimat: „Das Gesamtpaket ist einfach schöner, alles hat komplett überzeugt.“

Hamburgerin Frähmcke gewinnt Mitteldistanz

Schnellste Frau im 196-köpfigenTeilnehmerfeld war Nathalie Andrea Frähmcke aus Hamburg (4:21:43). Im Vorjahr Dritte gewann die Studentin für Sales-Management  diesmal mit mehr als 16 Minuten Vorsprung vor der Bramfelderin Katharina Kling. Ihr Ziel für dieses Jahr: Der Start beim Ironman in Hamburg, „wo ich mich gern für Hawaii qualifizieren will“.

Ex-Bundeskader gewinnt olympische Distanz

Bei 19,2 Grad Wasser-Temperatur gingen 295 Aktive um 10.05 Uhr in der Wakenitz die olympische Distanz (1,5 km Schwimmen, 40 km Rad, 10 km Lauf) an. Aus dem Wasser kletterte mit Lukas Stüfen (20) zwar ein Staffelschwimmer – der Bargteheider gewann mit Papa Sönke (54/Rad) und Bruder Max (22/Lauf) die Staffel, doch am Ende siegte der Hamburger Leif Schroeder-Groeneveld in 1:55:47 Stunden vor Lokalmatador Jan Stelzner (Tri-Sport Lübeck/2:00:06). 

Für Groeneveld, der als ehemaliger Mittelstreckler in Kiel dem Bundeskader angehörte, mit den Olympioniken Steffen Uliczka und Maya Rehberg in einer Trainingsgruppe war, war es der erste Lübeck-Start. „Super Strecke, vor allem auf dem Rad war es eine Drückerstrecke mit Vollgas und Kopf runter. Das Laufen entlang der Wakenitz war schön, aber hart.“ 

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Lokalmatador Stelzner Zweiter

Stelzner war nicht so zufrieden: „Der Start war chaotisch. Ich dachte erst, geil, du bist vorn. Doch die anderen waren da schon weg.“ Die Radstrecke, die er mit einem Schnitt von 40,2 km/h gefahren ist, sei sehr gut gelaufen. „Und das Laufen war anspruchsvoll. Schön war aber, dass sehr viele Zuschauer da waren. Die Location ist großartig.“ Schnellste Frau war eine Ex-Lübeckerin, die jetzt in Freiburg zu Hause ist: Maike Syassen (2:20:33). „Tolle Schwimmstrecke. Die Wakenitz ist viel besser als der Kanal. Rad war wie immer, das Laufen schön, aber hart“, sagte die 33-Jährige.

Europameister gewinnt Volkstriathlon

Das größte Starterfeld bildeten die 367 Volkstriathleten. Und den Sprint (500 Meter Schwimmen /20 km Rad/5 km Laufen) gewann Hendrik Becker in einer Topzeit von 56:27 Minuten. Keine Überraschung: Der 39-Jährige ist Europameister, hat vor sieben Tagen die olympische Distanz in Holland gewonnen. Schnellste Frau: Caroline Heese vom VfL Oldesloe (1:08:28).

817 Finisher

Nach mehr als neun Stunden Veranstaltungstag kam schließlich der Lübecker Herbert Wolfgramm um 18:57 Uhr als letzter Finisher ins Ziel. Er hatte für die Mitteldistanz 6:27 Stunden gebraucht und war wie alle 817 Finisher (1153 Anmeldungen) ein Gewinner. Wie auch das neue Event-Gelände. Schleswig-Holsteins zweitgrößer Triathlon hat sein Zuhause gefunden. Schlusswort Organisationschef Lenz: „Alles ist ausbaufähig. Wir müssen auch an einigen Stellschrauben drehen, insgesamt sind wir aber rundum zufrieden.“ Mit den Gedanken war er da aber schon wieder bei der verunglückten Radfahrerin...

Jens Kürbis

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