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Sport im Norden „So nur um die goldene Ananas“
Sportbuzzer Sport im Norden „So nur um die goldene Ananas“
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22:13 16.01.2017
Buenos Aires

Als Dirk von Zitzewitz gestern um 14.15 Uhr Ortszeit in Buenos Aires den Flieger bestieg und mit British Airways seinen Heimflug via London nach Hamburg antrat, gewann er so zwar räumlichen Abstand zur Rallye Dakar, bei der er zum Abschluss mit seinem südamerikanischen Piloten Giniel de Villiers noch einmal als Drittplatzierter der Schlussetappe aufs Podest gefahren war und die sie mit Platz 5 im Gesamtklassement abgeschlossen hatten. Doch abgehakt ist das, was er in den zwei Wochen in Paraguay, Bolivien und Argentinien erlebt hat, noch lange nicht.

Rallye Dakar: DvZ fordert neues Reglement und stärkeres Toyota-Engagement.

Schließlich gilt es, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Und dafür zu sorgen, dass „die nötigen Konsequenzen folgen“. Es gilt, Veränderungen herbeizuführen auf verschiedenen Ebenen, damit ein Dakar-Sieg 2018 „überhaupt möglich wird“, so „DvZ“.

Noch vor dem Rückflug aus der argentinischen Hauptstadt hatte sich sein Team „Toyota Gazoo Racing“ zum Debriefing getroffen, „um herauszuarbeiten, was sich ändern muss, um wieder konkurrenzfähig zu werden“. Die Peugeot- Buggys mit Zweirad-Heckantrieb, die Stéphane Peterhansel zu seinem 13. Dakar-Sieg trugen und Sebastien Loeb sowie Cyril Despres die weiteren Plätze auf dem Siegerpodest sicherten, waren übermächtig, auch für Toyota. „Immerhin haben wir die Minis eingeholt, aber Peugeot fährt noch immer weit voraus“, resümiert von Zitzewitz „durchaus frustriert“ – will sich aber nicht damit abfinden.

„Die Liste, die wir erstellt haben, ist lang, enthält viele Punkte.“ Toyota müsse nun „möglichst schnell“ entscheiden, ob der Mutterkonzern die Kosten tragen will, die anfallen werden, um aufschließen zu können. „Es ist die Frage, wie hoch der Stellenwert der Dakar bei ihnen ist. Klar ist aber: Ohne neue Investitionen fahren sie weiter um die goldene Ananas.“ Selbst wenn er und de Villiers keine Fehler gemacht und keine Pannen gehabt hätten, wäre maximal Platz 3 möglich gewesen. Zwar habe das Team mit ihm bereits über eine Verlängerung seines im März auslaufenden Vertrages gesprochen („und es sieht gut aus“). Doch klar ist für „DvZ“ auch: „Wenn Toyota den Weg nicht geht, werde ich mich umgucken nach sportlichen Alternativen.“

Zunächst aber wartet weitere Arbeit für sein Gazoo Racing Team auf ihn. Nach ein oder zwei Tagen Erholung im heimischen Karlshof wird er sich an die Auswertung der Dakar machen. „Es geht darum, statistisch zu belegen und grafisch aufzuarbeiten, wo wir gut waren, wo wir Schwachstellen hatten, welches Autokonzept in welchen Bereichen welche Vorteile hatte.“ Das sei wichtig, um den Japanern im Toyota-Mutterkonzern die Notwendigkeit von Neu-Investitionen belegen zu können. Aber auch, um gegenüber dem Veranstalter zu belegen, dass die „Balance of Power“ derzeit zu eindeutig zugunsten der Peugeots ausschlage, sie durch das Reglement klar bevorteilt seien. Schon Ende des Monats, heißt es, könne es diesbezüglich ein Treffen mit Veranstalter A.S.O. und allen Teams geben. Insofern hat sie bereits begonnen, die Vorbereitung auf die Dakar 2018. ing

Endergebnisse der Rallye Dakar 2017

Autos: 1. Stéphane Peterhansel/Jean Paul Cottret (Frankreich) Peugeot) 28:49:30 Stunden; 2. Sebastien Loeb/Daniel Elena (Frankreich/Monaco) Peugeot +5:13 Minuten; 3. Cyril Despres/David Castera (Frankreich) Peugeot +33:28; 4. Nani Roma/Alex Haro Bravo (Spanien) Toyota +1:16:43 Std.; 5. Giniel De Villiers/Dirk Von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof) Toyota +1:49:48; 6. Orlando Terranova/Andreas Schulz (Argentinien/Freital) Mini +1:52:31

Motorrad: 1. Sam Sunderland (Großbritannien) KTM 32:06:22 Stunden; 2. Matthias Walkner (Österreich) KTM +32:00 Min.; 3. Gerard Farres Guell (Spanien) KTM + 35:40

LKW: Nikolaev/Yakovlev/Rybakov (Russland) Kamaz 27:58:24 Stunden; 2. Sotnikov/Akhmadeev/Leonov (Russland) Kamaz +18:58 Min.; 3. de Rooy/Torrallardona/Rodewald (Niederlande/Spanien/Polen) Iveco +41:19

LN

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