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Sport im Norden „Tiffy“ Schlegel ab Juli neuer Ostsee-Trainer
Sportbuzzer Sport im Norden „Tiffy“ Schlegel ab Juli neuer Ostsee-Trainer
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19:11 28.02.2019
Will mit Schwartaus U23 die Klasse halten und wechselt dann zur HSG: „Tiffy" Schlegel.
Will mit Schwartaus U23 die Klasse halten und wechselt dann zur HSG: „Tiffy" Schlegel. Quelle: Agentur 54°
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Lübeck

Mission Klassenerhalt. Neun Spiele bleiben den Drittliga-Handballern der HSG Ostsee N/G dafür noch. Für die Zeit danach wurden jetzt die ersten Weichen gestellt. Der Mannschaft wurde am Donnerstag offiziell mitgeteilt, dass Stephan „Tiffy“ Schlegel (49) ab 1. Juli der neue Trainer ist. Der ehemalige Bundesliga-Profi, der derzeit die U23 des VfL Bad Schwartau (Oberliga) trainiert, tritt die Nachfolge von Thomas Knorr an. Der 47-Jährige, der die HSG in vier Jahren aus der sechsten in die 3. Liga geführt hat, steigt Ende Juni aus privaten Gründen aus.

„Tiffy war immer unsere erste Wahl“

„Tiffy kann gut mit Talenten umgehen. Das Gros der Spieler kennt ihn aus der VfL-Jugend. Vom Mannschaftsrat gab es zudem positive Rückmeldungen“, erklärt Jens Hamann, einer der vier Gesellschafter der Spielbetriebsgesellschaft UG. Er bestätigte, dass auch Gerrit Claasen, Co-Trainer des VfL Lübeck-Schwartau, im Gespräch gewesen sei. „Aber da war nicht mehr als ein lockeres Telefongespräch. Tiffy war immer unsere erste Wahl.“ Schlegel freut sich auf die neue Aufgabe: „Das Projekt ist interessant, sehr reizvoll, hat mich überzeugt. Dass es auf meinem Arbeitsweg liegt, passt zudem.“ Er pendelt täglich von Bad Schwartau nach Oldenburg, wo er für einen Inklusionsbetrieb das „Stadtcafe“ betreibt. Zugesagt hat er auch für den Fall des Abstiegs, „was wir alle nicht hoffen“. Mittelfristig will er die HSG in der 3. Liga etablieren. Mit welchem Kader, das ist noch offen. „Da muss ich erst mit den Jungs reden, wissen, wer bleibt“ Fest steht, dass ein Trio geht: Nico Kibat, Fabian Kaiser (zu „adidas“ nach Herzogenaurach) und Christoph Schlichting, den es beruflich in den Westen zieht.

Christoph Schlichting will mit den Ostsee-Männern die Klasse halten. Im Sommer zieht’s den Kreisläufer beruflich in den Westen. Quelle: Agentur 54°

Noch trainiert Schlegel aber die VfL-Reserve. Und auch da ist der Klassenerhalt das Ziel. „Das schaffen wir aber nur mit personeller Hilfe aus der Ersten“, stellt er klar.

„Wir suchen die Nähe zu Schwartau“

Auch bei der HSG wird Hilfe vom VfL für ihn ein Thema sein. „Wir suchen die Nähe zu Schwartau, wollen aber eigenständig bleiben. Die Zusammenarbeit wäre charmant“, erklärt Mit-Gesellschafter Heiko Haase. Denn für den Handball in der Region sei der Schulterschluss unerlässlich. „Wir könnten gerade für VfL-Talente das Sprungbrett nach oben sein“, sagt Haase, der die HSG für die neue Saison gut aufgestellt sieht. „Alle Gesellschafter bleiben dabei, finanziell sind wir dabei, die letzte Lücke für die neue Saison zu schließen.“ Doch über allem stehe derzeit die Mission Klassenerhalt. Und Haase fordert: „Aus den drei Spielen nach der Potsdam-Partie müssen sechs Punkte her.“ Dann geht es gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf – Füchse Berlin II, DHK Flensborg und MTV Braunschweig.

Hip-Hop-Cup sorgt für Kuriosum

Mit dem Auswärtsspiel am Samstag beim Tabellensiebten 1. VfL Potsdam (19 Uhr) endet für die HSG erst die Hinrunde - und das mitten in der Rückrunde. Kurios. Der Grund: Zum ursprünglich geplanten Termin Anfang Dezember war die MBS-Arena (Kapazität: 2050 Zuschauer) durch den Hip-Hop-Deutschlandcup belegt.

Der 1. VfL Potsdam - das ist Alexander Haase. Der Co-Trainer der Nationalmannschaft, ein ausgewiesener Taktikfuchs, ist der sportliche Leiter. Von Beruf ist er Lehrer an der Potsdamer Sportschule, wo er einige Aktive unter seinen Fittichen hat. Potsdam plant für die Zukunft, hat sich frühzeitig einige Nachwuchstalente in seinen Kader geholt, der von Daniel Deutsch trainiert wird. Mit einer ausgeglichen Auswärtsbilanz und 13:7 Punkten in eigener Halle stehen die Gastgeber auf einem gesicherten Mittelfeldplatz.

Ganz anders als die Ostholsteiner, die im Kampf um den Klassenerhalt stecken. „Wir müssen unser normales Auswärtsgesicht zeigen und dabei mutig agieren“, fordert Trainer Thomas Knorr, der mit seinem Team zuletzt in Hildesheim 19:33 unter die Räder gekommen war.

Jens Kürbis und Rainer Lennartz