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Sport im Norden Durch die Böenfront in die Flaute
Sportbuzzer Sport im Norden Durch die Böenfront in die Flaute
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12:10 21.07.2019
Start in die Langstrecke. Die Gruppe der kleineren Yachten brauchte drei Versuche. Quelle: www.segel-bilder.de
Lübeck

Die Unwetterfront hatte sich am Samstagabend über Travemünde verzogen, als um 20.15 Uhr die„Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin) als erste Yacht die Ziellinie vor Travemünde kreuzte. Die „neue“ Landmark 23, die 2016 und 2018 unter norwegischer Flagge den WM-Titel ersegelte, war nach knapp acht Sunden Segelzeit das schnellste Boot der Langstrecke, kurz danach folgte weitere große Yachten, wie die „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen), die bei der Maior-Regatta als auch zur Kieler Woche in einer eigenen Liga gesegelt ist.

Wenzel: „Wird eine lange Nacht“

Der Auftakt in die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) im Seesegeln, er wurde für die 42 Crews und das Team von Wettfahrtleiter Uwe Wenzel trotz verkürzter Langstrecke aber zu einer zähen Angelegenheit. „Die Böenfront haben alle gut abgewettert, aber jetzt hängen viele im Regen in der Flaute fest. Das kann eine lange Nacht werden“, meinte Wenzel. Auch für das Team im Regattabüro, das die gezeiteten Schiffe nach ihren Verrechnungsformeln platzieren musste. Ein Job mit Nachtzuschlag.

Intermezzo“-Skipper Kuphal: „Tolles Rennen“

„Tolles Rennen über weite Strecken. Ich muss erst einmal ein bisschen zu mir kommen“, berichtete Skipper Kuphal. „Leider hat uns die Front mit 38 Knoten in einem ungünstigen Moment direkt vor Neustadt erwischt. Wir konnten aber noch rechtzeitig den Gennaker bergen, und es ist zum Glück alles heil geblieben. Die anderen waren weiter draußen, konnten die Front besser abwettern.“ Das kostete dem schnellsten Boot in der Flotte wertvolle Minuten. Während die „Intermezzo“ im Hafen festmachte, rauschte die „Sportsfreund“ durchs Ziel. „Das ist ja Wahnsinn, wie schnell die sind. Da werden wir nicht genug rausgesegelt haben“, realisierte Kuphal.

Die seegehenden Yachten auf der Langstrecke. Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de

Drei Startversuche der ORC III

Am Mittag hatte Wenzel die seegehenden Yachten auf die Langstrecke geschickt – um 12.05 Uhr die zwölf Großen der ORC I-Gruppe. „Problemlos.“ Wie auch die kleinen ORC IV-Schiffe (9). Nur die ORC III (21) brauchten drei Versuche. „Sie waren wie die jungen Wilden“, berichtete Wenzel, der auf das Ziehen der schwarzen Flagge zum Beruhigen des Feldes verzichtete.

Verkürzte Langstrecke

Aufgrund der Wetterlage hatte er da schon längst die Strecke verkürzt, auf rund um Fehmarn verzichtet. „Auch wenn die Boote so etwas abkönnen, wollten wir nichts riskieren. Die Sicherheit der Segler geht vor“, erklärte Wenzel. Die kleineren „Schiffe“ (ORC IV) ließ er so bis Neustadt und zurück segeln – insgesamt 35 Seemeilen, den Rest des Feldes 55 Seemeilen. Am Sonntag geht es für die Seesegler mit den Up & Down-Wettfahrten in der Lübecker Bucht.

Impression von der Langstrecke Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de

Blue Book für Veranstalter

Die IDM der Seesegler, sie ist nach 14 Jahren die zweite in Travemünde. Bendix Hügelmann, 2. Vorsitzender der Regattavereinigung Seesegeln (RVS), ist mit der Rückkehr nach Travemünde „sehr zufrieden“. Um Events für die Ansprüche der Segler zeitgemäßer zu gestalten, hat er im vergangenen Herbst ein „Blue Book“, eine Art 15-seitige Leitlinie für Veranstalter verfasst. „Travemünde hat davon schon viel umgesetzt. Da merkt man, dass das Service-Profis sind.“ Damit meint er neben Standards wie einen Empfang für die Klasse auch Kleinigkeiten – wie ein Stegbier, dass alle Boote im Passathafen zusammen liegen.

Mehr als 10.000 Seesegler unterwegs

Mit den Meldezahlen ist Hügelmann, der selbst auf der „Sportsfreund“ segelt, nach dem IDM-Loch im Vorjahr – nur knapp 20 Boote, keine Meisterschaftswertung in der ORC I und II – zufrieden. „Der Trend geht nicht nur im Segeln zum Individualismus. Doch gerade Seesegeln ist sehr komplex, erfordert viel Zeit.“ Deshalb ist er froh, dass die Meldezahlen jetzt stabil seien, „wir auch immer mehr junge Segler dabei haben“. Der RVS-Vize schätzt, dass derzeit mehr als 10 000 Seesegler in Deutschland unterwegs sind – von der Familiencrew, die Yardstick segelt, bis zu den Profis.

Jens Kürbis

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