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Sport im Norden Travemünder Woche: Seesegler gehen im Finale baden
Sportbuzzer Sport im Norden Travemünder Woche: Seesegler gehen im Finale baden
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21:51 23.07.2019
Badespaß an Bord der „Riva“ Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de
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Lübeck,

Um 12.20 Uhr zog Wettfahrtleiter Uwe Wenzel die Reißleine, setzte am Signalmast Alpha über A. Heißt: Keine Wettfahrt mehr. Die Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM) der Seesegler sind ohne finale Mittelstrecke zu Ende gegangen. Wenzel hatte 42 Yachten um 10 Uhr auf die Reise geschickt. „Sieben Knoten, das ging.“ Aber nur 45 Minuten. „Dann hatte der Wind keine Lust mehr.“ Die Ostsee – ein Ententeich. Die Flotte lag in bleierner Stille. Wenzel brach ab. Die Seesegler gingen im Finale baden!

Jubel an Bord der „Intermezzo“ von Jens Kuphal (Berlin), der „Immac Fram“ mit Skipper Kai Mares (Dänischenhagen) sowie der „nemo“ von Uwe Kleinvogel (Rostock) – sie steuerten als Meister den Passathafen an – für alle eine Premiere. Das wurde bei der Siegerehrung mit einer Schampusdusche XXL gebührend gefeiert.

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JMeistertrio: „Intermezzo“-Eigner und Steuermann Jens Kuphal (r.), Max Gurgel und Taktiker Robert Stanjek (l.). Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de

Kuphal: Ohne Titel ist man im Segeln nichts

Aus Kuphal sprudelte es ebenfalls heraus: „Vor sechs Jahren bei meiner ersten Meisterschaftsteilnahme in Warnemünde war das alles ganz weit weg. Doch schon damals habe ich gesagt: Ohne Titel ist man im Segeln nichts. Und jetzt ist er da.“ Für den 55-Jährigen ist es ein weiterer Baustein in seiner Multi-Karriere. Ob als Musikproduzent (für Nena, Rammstein oder Alphaville), Schauspieler (Wir Kinder vom Bahnhof Zoo) oder Musiker (Band von Nina Hagen) – alles, was der Berliner anpackt wird offenbar zum Erfolg. Sein neuestes Projekt: Als Ideengeber und Finanzier des Offshore Team Germany will er 2021 ein deutsches Boot beim legendären Ocean Race an den Start bringen. „Die Intermezzo zu segeln, das ist mein Hobby.“ Auch da setze er auf Teamwork: „Wir haben jetzt eine feste Crew. Das macht sich bemerkbar.“ Auch, dass er mit Starbootweltmeister Robert Stanjek einen Profi als Taktiker an Bord hat. Mitte August geht es für die „Intermezzo“ schon weiter – bei der EM im schwedischen Oxelösund.

Hinter Kuphal & Co. landeten die in der Saison so überlegene Crew der „Sportsfreund“ von Axel Seehafer (Heiligenhafen) und die der „Halbtrocken 4.0“ von Michael Berghorn (Kiel) auf dem Podium.

Kai Mares und seine Crew der „Immac Fram“ auf dem Weg zum Titel. Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de

„Immac Fram“ souveräner Meister

Wie Kuphal führt auch der Weg von Kai Mares und seiner „Immac Fram“ jetzt zur EM nach Schweden. Sein erster IDM-Titel macht ihn aber schon „super stolz. Der Titel fehlte uns in der Crew noch.“ Das der Sieg mit ausschließlich ersten Plätzen auf der Langstrecke und beim Up & Down errungen wurde, hat ihn schon überrascht. „Da hat sich unsere gute Trainingsarbeit offenbar ausgezahlt.“ Das erkannte Jürgen Klinghardt (Lübeck), Patentanwalt und Eigner der „patent 4“, „völlig neidlos“ an. Über Platz drei hinter der „Halbtrocken“ von Knut Freudenberg (Flensburg) war er „super happy“.

Das Podest in der ORV IV. Quelle: Fotografie C.B. / © www.segel-bilder.de

Rostocker Kleinvogel vorn

Die Bestenermittlung der ORC IV (6 Meldungen reichten nicht für eine IDM) wurde zu einer Rostocker Stadtmeisterschaft. Den Sieg holte sich Kleinvogel vor der „Kalkei“ von Frank Schuberth und Chris Bauermeister (Wismar) mit der „test“.

Seesegler: „Wir kommen wieder!“

Die IDM war nach 14 Jahren die erste der Seesegler in Travemünde. Und wie fällt das Fazit aus? Wettfahrtleiter Wenzel ist zufrieden: „Wir hatten für alle etwas dabei. Viel Wind, wenig Wind und gar keinen Wind.“ Er kenne alle Reviere in Deutschland, „und Travemünde ist nicht schlechter als Warnemünde oder Kiel.“ Meister Mares setzte sogar noch einen drauf: „Tolles Revier, grandiose Wettfahrtleitung, die Schiffe liegen direkt am Appartement – besser geht es nicht.“ Sein Appell: „Travemünde, bitte nicht wieder 14 Jahre warten!“ Sven Krause von der Crew der „halbtrocken“ schnappte sich nach der Siegerehrung das Mikro und sagte Travemünde im Namen der Seesegler Danke für „einen super Job und ein Top-Event. Wir haben uns hier extrem wohlgefühlt. Ganz klar: Wir kommen wieder.“

Jens Kürbis

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