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Sport im Norden Trotz Greve-Veto: Zimmermann nach Dessau
Sportbuzzer Sport im Norden Trotz Greve-Veto: Zimmermann nach Dessau
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23:14 26.10.2017
Gehen getrennte Wege: Bruno Zimmermann (9 Spiele, 2 Tore in dieser Saison) sowie die VfL-Trainer Torge Greve und Gerrit Claasen (r.). Quelle: Foto: König/54 °
Lübeck

Als Schwartaus Handballer gestern Abend im Testspiel bei Drittligist Hamburg-Barmbek einen 38:29-Sieg feierten, war Zimmermann schon nicht mehr dabei. „Ich habe meinen Vertrag aufgelöst, mich von der Mannschaft verabschiedet und auch schon in Dessau mittrainiert“, berichtet Zimmermann.

Vor 16 Monaten vom SC Magdeburg zum VfL gewechselt, sucht der Spielmacher nun im Anhaltinischen sein Handball-Glück. Am 5. November in Hagen ist sein Debüt geplant. „Um mich weiterzuentwickeln, brauche ich Spielpraxis. Das hat leider beim VfL nicht geklappt, deshalb war ich froh, als das Angebot aus Dessau kam“, erklärt Zimmermann. Als verlorenes Jahr sehe er die VfL-Zeit indes nicht. „Ich habe in dem Jahr viel gelernt. Nur handballerisch lief es eben nicht so. Deshalb der Schritt.“

Einer, der für Dissonanzen hinter den VfL-Kulissen sorgte. Denn Trainer Greve wollte Zimmermann „auf keinen Fall abgeben“. Doch „der Geschäftsführer und die Herren vom Beirat“ hätten sich über seinen Willen hinweggesetzt. Das bestätigte Geschäftsführer Michael Friedrichs: „Das ist so. In einer Ehe darf man auch mal unterschiedlicher Meinung sein.“ Dass Zimmermann weg wollte, er ohnehin hinter dem Duo Claasen/Hansen als Spielmacher nur dritte Wahl mit wenig Einsatzzeiten gewesen sei, sein Vertrag am 30. Juni 2018 ausgelaufen wäre, seien die Argumente gewesen, die am Ende bei Friedrichs überwogen haben. Und sicher auch der finanzielle Aspekt. Denn für Zimmermann, der ablösefrei wechselt, gibt es keinen Ersatz, spart der VfL so neun Monate Gehalt ein.

Nachvollziehen kann Greve die Entscheidung nicht: „Das sind für mich keine Argumente. Dass wir derzeit Tabellenzweiter sind, ist ein Erfolg des Kollektivs. Jeder hat da seine Aufgabe, spielt eine wichtige Rolle. Auch Bruno. Wir Trainer haben uns dabei etwas gedacht.“ Auch wenn Zimmermann derzeit nicht erste Wahl sei, entlaste er zum Beispiel andere Spieler. „Und was ist, wenn sich Hansen oder Claasen verletzen?“ Unüberhörbar: Greve ist angefressen. Dass man sich über seinen Kopf hinweg in sportliche Belange eingemischt habe, „ohne einen Überblick über das Gesamtkonstrukt zu haben“, habe für ihn einen „gewissen Beigeschmack“.

Klingt nach Ehe-Krise. „Nein“, wehrt Greve ab, „wir sind weiter auf einer Linie. Ich akzeptiere die Entscheidung, damit ist es für mich erledigt.“

jek

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