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Sport im Norden Vierter DM-Titel als Ansage an die Konkurrenz
Sportbuzzer Sport im Norden Vierter DM-Titel als Ansage an die Konkurrenz
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23:10 22.01.2018
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Stuttgart

„Das hat ja alles wieder optimal geklappt“, kam nach der Siegerehrung das Lob für den 27-jährigen (Ex-)Budokaner in Diensten des JT Hannover aus berufenem Munde. Nicht vom Trainer, sondern vom kleinen Bruder. Der 14-jährige Viktor, siegbringendes Maskottchen und selbst Norddeutscher Meister bis 40 kg bei den U15-Jungs, war wieder einmal mit den stolzen Eltern als mitfiebernder Mattenfloh vor Ort und wurde nach absolvierter Meisterzeremonie vom großen Bruder „geschultert“. Und der war mit seiner eigenen Vorstellung ebenfalls zufrieden: „Bis aufs Halbfinale konnte ich alle Kämpfe vorzeitig gewinnen, bin verletzungsfrei geblieben und konnte der Konkurrenz auch zeigen, was in dieser Gewichtsklasse Sache ist.“

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Erfolgsduo: Igor Wandtke „schultert“ in Stuttgart seinen 14-jährigen Bruder Viktor, immerhin selbst schon amtierender Nord-Meister und zuverlässiges Maskottchen bei allen vier DM-Titelgewinnen. Quelle: Foto: Susanne Wandtke

Allerdings schränkte der nun viermalige Deutsche Einzelmeister auch ein: „Dass es so glatt lief, lag sicher auch daran, dass der Leverkusener Anthony Zingg kurzfristig wegen einer Ellbogenverletzung absagen musste.“ Da Wandtkes aktuell ärgster Mitbewerber im Langstreckenrennen um ein Ticket für Olympia 2020 in Tokio also zum Zuschauen verdammt war, hatte der 27-jährige Rio-Starter von 2016 am Sonntag relativ leichtes DM-Spiel in Bad Cannstatt.

Nach einem Freilos wurden Maurice Püchel (Wülfrath), Philipp Mackeldey (Leipzig) und Johannes Limmer (Schwarza) allesamt vor Ablauf der regulär vierminütigen Kampfzeit abgefertigt, ehe es im Duell um den Finaleinzug unverhofft eng wurde. Der Ex-Neumünsteraner Schamil Dzavbatyrov, der seit 2015 am Olympiastützpunkt in München trainiert und in Stuttgart für Großhadern startete, bot Wandtke Paroli, zwang den Titelverteidiger in die Verlängerung. Dort hatte er allerdings nach knapp 30 Sekunden per „Golden Score“ durch einen überdrehten Schenkelwurf das Nachsehen. Im Finale brachte Wandtke dann gegen David Krämer (Abensberg) nach 1:30 Minuten seine Spezialität, den Sumi Gaeshi, einen „Selbstfall-Opferwurf“, zum Einsatz und hatte damit sein Ziel erreicht.

Jetzt wird der Ganzkörper-Muskelkater auskuriert, ehe es ab dem 10. Februar international zur Sache geht. „Nach den Grand Slams in Paris und Düsseldorf sowie dem Grand Prix in Marokko würde ich Ende April gern auch noch bei der EM in Tel Aviv starten“, umreißt Meister Wandtke seine kommenden Saisonhighlights.

oel