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Sport im Norden Wie Volleyballerin Anne Krohn den Krebs besiegte
Sportbuzzer Sport im Norden Wie Volleyballerin Anne Krohn den Krebs besiegte
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11:00 01.09.2019
Platz fünf in Timmendorfer Strand. Für Anne Krohn (l.) ist das nicht selbstverständlich. Quelle: Agentur 54°
Timmendorfer Strand

Anne Krohn sitzt im Spielerzelt unterhalb der Seebrücke. Der Sand klebt auf der Haut, der Schweiß tropft von der Stirn. Nur wenige Minuten zuvor musste sie mit Anna Behlen das DM-Aus hinnehmen. Der große Kampf gegen das Nationalteam Ittlinger/Laboureur reichte nicht. Platz fünf. Und Anne Krohn strahlte: „Den Vorjahresrang bestätigt. Ich bin happy. Es war sehr bewegend.“

„Es kam wie aus dem Nichts. Ich hatte eine perfekte Welt.“

Selbstverständlich schon gar nicht. „Es ist einmalig, viele hatten nicht das Glück wie ich.“ Sie meint damit den 20. Juli 2012. Es ist der Tag, „den ich nie vergessen werde“. Es ist der Tag, an dem ihr die Ärztin eröffnete: Sie haben Brustkrebs! Da war sie 28. „Es kam wie aus dem Nichts. Ich hatte eine perfekte Welt.“ Das Diplom als Pädagogin in der Tasche, mit Hamburgs Volleyballerinnen war sie Zweitliga-Meister geworden, auch frisch verlobt. „Alles war supercool.“ Krebs! „Das Schlimme war: Ich wusste nichts davon, dachte nur, du stirbst.“

„Sie wollen wieder Volleyball spielen? Vergessen Sie’s.“

Heute weiß sie: Es gibt gute Behandlungsmethoden. Auch mit dem Wissen, dass der Tumor aufgrund eines Behandlungsfehlers schon 15 Monate in ihr wütete. „Ich hatte Glück, dass der Tumor nicht so aggressiv war, der Sport meinen Körper so robust gemacht hat.“ Allerdings verlor sie bei einer Operation ihre rechte Brust, 19 Lymphknoten wurden entfernt. Am Tag danach der nächste Schlag: „Sie wollen wieder Volleyball spielen? Vergessen Sie’s. Den Arm können sie nicht mehr belasten“, sagte ihr die Physiotherapeutin. Da standen Chemotherapie und Bestrahlung noch an. Eine Tortur: Ihr fielen die Haare aus, sie nahm 15 Kilo zu, dazu die Wundschmerzen und Erschöpfung. Doch Anne Krohn kämpfte.

Anne Krohn blockt gegen Sarah Schulz. Quelle: Agentur 54°

Volleyball als Anker

Ihr Anker: Volleyball. Sie trainierte in Hamburg die Drittliga-Männer des Oststeinbeker SV. „Das war mein Stückchen Normalität.“ Parallel griff sie selbst zum Ball. 2014 spielte sie wieder, Verbandsliga. Erst mit links, dann mit rechts. „Ich war zufrieden.“ Sie wollte aufhören, als 2016 der Lockruf aus Stralsund kam. Seitdem ist sie zurück in ihrer Heimatstadt, spielt 2. Liga, seit 2015 die Beach-serie, hat einen Fulltime-Job. Und: Sie hat den Krebs besiegt.

Den Glauben nie verloren

Anne Krohn sitzt im Spielerzelt und strahlt. „Ich habe den Glauben an ein glückliches Leben nie verloren. Ich bin so dankbar, will mit meiner Geschichte anderen Mut machen, lebe im Moment und genieße jeden Tag.“

Von Jens Kürbis

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