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Sportarten Fredricson und Werth feiern Happy End in der Holstenhalle
Sportbuzzer Sportarten Fredricson und Werth feiern Happy End in der Holstenhalle
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18:21 18.02.2019
Schwedische Premiere: Peder Fredricson (47) gewinnt mit „Christian“ erstmals den Großen Preis von Neumünster. Quelle: Jörg Lühn
Neumünster

Ein Lächeln huschte nach der allerletzten Siegerehrung über die Gesichter von Bettina und Paul Schockemöhle. Das Veranstalter-Paar der VR Classics konnte im ersten Rückblick auf das 69. internationale Reitturnier in den Neumünsteraner Holstenhallen einen neuen Besucherrekord verkünden: 38 900 Pferdesportfreunde strömten an vier Tagen in die Hallen. „Das sind immerhin 400 mehr als im Vorjahr“, verriet Bettina Schockemöhle. Das größte Plus gab es am Donnerstag und Freitagabend. „Samstags und sonntags sind die Hallen ohnehin voll. Mehr als ausverkauft kann man nicht sein“, meinte Gatte Paul.

Völlig losgelassen: Isabell Werth (Rheinberg) feiert nach der fabelhaften Vier-Sterne-Kür mit „Weihegold“ bereits ihren neunten Weltcup-Etappensieg in Neumünster. Quelle: Jörg Lühn

Sportlich standen auch die letzten Entscheidungen im Zeichen von wahrem Weltklassesport. Isabell Werth (Rheinberg) gewann mit „Weihegold“ die Grand Prix Kür deutlich mit 86,81 Prozent. Die Weltmeisterin zeigte mit ihrer 14-jährigen Oldenburger Stute eine Darbietung mit den Höchstschwierigkeiten Piaffe, Pirouette und Traversalen. Dazu eine Zuschauerin: „Sie präsentiert das Pferd, als würde sie locker trainieren und es ihr keine Mühe bereiten.“ Entsprechend groß war der Jubel auf den Rängen. Selbst die via „SAP-Spectator-Judging“ mitrichtenden Zuschauer gaben hier 83,553 Prozent. „Alles, was ich in Neumünster erlebt habe, unterstreicht, welchen Stellenwert der Weltcup hier besitzt“, kommentierte die Rekord-Championesse später. Bei Werths erstem Sieg 1998 in der Holstenhalle wurde die Siegprämie noch in D-Mark gezahlt und der Bundeskanzler hieß Helmut Kohl. Jetzt gab’s 13 750 Euro . . .

„Nur“ Silber und 10 000 Euro für Langehanenberg

Für Helen Langehanenberg (Billerbeck) und „Damsey“ blieben diesmal „nur“ Platz zwei und 10  000 Euro. Die Titelverteidigerin machte kaum Fehler, ritt aber eine schwere Linie. Der Unterschied zu Werth war vielleicht im Ausdruck und in der Qualität des Pferdes zu finden. Kleiner Trost: Nach neun von zehn Etappen übernahm die 36-Jährige mit 71 Punkten die Führung in der Westeuropa-Liga des FEI Dressage World Cups vor Dorothee Schneider (Framersheim/70) und Benjamin Werndl (Aubenhausen/68). Schneider feierte in Neumünster ihren 50. Geburtstag und wurde mit „Sammy Davis jr.“ (79,595%) immerhin Fünfte in der Kür .

Wen Bundestrainerin Monica Theodorescu für das Weltcup-Finale vom 3. bis 7. April in Göteborg nominiert, ist indes noch offen. Ob Deutschland zur bereits qualifizierten Weltcup-Gesamtsiegerin von 2018, Isabell Werth, zwei oder drei Plätze erhält, vermochte die 55-Jährige nicht zu beantworten.

Zwei tolle Runden von Fredricson und „Christian“

Der insgesamt mit 50  000 Euro dotierte Große Preis der Springreiter ging dagegen nach Schweden. Der Olympiazweite Peder Fredricson absolvierte mit „H & M Christian“, einem zwölfjährigen niederländischen Wallach, zwei tolle Runden im Drei-Sterne-Parcours und kassierte dafür 12 550 Euro. Bei seinem zweiten Start in Neumünster feierte der 47-Jährige seinen ersten Sieg und gestand lachend: „Man liebt die Turniere, bei denen man gewinnt.“ Nach einem 38,57-Sekunden-Ritt im Stechen gewann Fredricson den Großen Preis der Volks- und Raiffeisenbanken vor dem ebenfalls zweimal makellosen Niederländer Willem Greve, der mit „Carambole“ allerdings 38,91 Sekunden benötigte.

Unter den sieben Startern, die sich für die Siegerrunde qualifiziert hatten, war Nisse Lüneburg (Hetlingen) auf Rang sechs mit „Luca Toni“ am Ende nicht nur der beste Holsteiner, sondern trotz zweier Abwürfe in 42,36 Sekunden sogar bester deutscher Reiter dieses CSI3*-Events.

Fehmaraner Duo verpasst Showdown

Hauchdünn war Inga Czwalina (Fehmarnscher RRV) mit „Cezanne“ am Stechen vorbeigeschrammt. Ein Zeitfehler nach 64,44 Sekunden im 1. Umlauf kostete ihr und vier weiteren Reitern die Teilnahme am Showdown. Doch während sie als Zwölfte mit 1255 Euro bedacht wurde, musste sich ihr Fehmaraner Kollege Kai Rüder mit 5 Fehlerpunkten und Rang 24 begnügen. Der Abwurf von „Cross Keys“ am Auftakt-Oxer war nicht mehr zu kompensieren.

Jörg Lühn

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