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Sportarten Gold-Jubel bei Butkereit, Silber-Frust bei Wandtke
Sportbuzzer Sportarten Gold-Jubel bei Butkereit, Silber-Frust bei Wandtke
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19:07 28.01.2019
Haarige Angelegenheit: Die Glinderin Miriam Butkereit (vorn) ließ sich im Finale von Lokalmatadorin Alina Böhm (JZ Heubach) nicht unterkriegen. Quelle: imago/Eibner
Stuttgart/Lübeck

Lust und Frust lagen am Sonntagabend in der vollbesetzten Stuttgarter „SCHARRena“ dicht beieinander: Nachdem Leon Cedric Philipp (SC Itzehoe) tags zuvor für den Judo-Verband Schleswig-Holstein mit dem Vizetitel in der Gewichtsklasse -66 kg die erste DM-Medaille erkämpft hatte, freuten sich der Wahl-Münchner Dominic Ressel (TSV Kronshagen/-81 kg) und die in Köln „stationierte“ Miriam Butkereit (TSV Glinde/-70 kg) bei der Siegerehrung zwar riesig über ihre Titelgewinne. Aber Lübecks Ausnahme-Judoka Igor Wandtke in Diensten des JT Hannover war nach seinem zweiten Platz in der Männer-Konkurrenz -73  kg nicht wirklich zum Feiern zumute.

Silber gewonnen, aber Gold verloren: Als Titelverteidiger zieht Igor Wandtke (l.) im Finale der Gewichtklasse -73 kg gegen Hamsat Isaev (Bottrop) unverhofft den Kürzeren. Quelle: DJB

Erst 18 Stunden später räumte er auf LN-Nachfrage ein: „Jetzt, nachdem ich eine Nacht drüber geschlafen habe, ist der Frust über die unnötige Niederlage und den verpassten fünften DM-Titelgewinn allmählich verraucht. Aber was soll’s: Dass ich im Finale besiegt wurde, war ja auch meine eigene Dummheit – und die hat Hamsat Isaev clever zu seinen Gunsten ausgenutzt.“ Damit meinte der 28-Jährige, der zuvor seine Duelle mit Max Henke (Frankfurt/O.), Pascal Jankowicz (Leipzig), Philip Müller (Heitersheim) und Robert Barwig (Großhadern) allesamt vor Ablauf der regulären Zeit von vier Minuten gewonnen hatte, „eine halbherzig und auch noch zur falschen Seite hin angesetzte Hüfttechnik“. Diese Chance ließ sich der Bottroper nicht entgehen, nutzte den Schwung für sich aus und erkämpfte sich so eine letztlich entscheidende Waza-ari-Wertung.

Erstes DM-Silber nach viermal Gold

Während sich Wandtke nach vier Titelgewinnen (2012, 2014, 2017 und 2018) also erstmals mit DM-Silber anfreunden musste, wurde Dominic Ressel (TSV Kronshagen) seiner Rolle als Top-Favorit eine Gewichtsklasse höher jederzeit gerecht: Der 25-jährige Münchner Sportsoldat und Vize-Europameister 2017, der mit Wandtke im Hamburger Bundesliga-Team bereits drei Deutsche Meisterschaften gewann und in der nationalen Solo-Konkurrenz -81 kg bereits seit 2016 konsequent auf Goldkurs liegt, erkämpfte sich als Finalsieger über Hannes Conrad (JC Leipzig) den vierten DM-Titel in Folge.

Dass der Judo-Verband Schleswig-Holstein in Stuttgart in der Gesamtwertung des Medaillenspiegels hinter den Kämpfern aus Nordrhein-Westfalen (3 x Gold, 4 x Silber, 3 x Bronze) und Bayern (3/1/4) mit zweimal Gold und einmal Silber auf dem dritten Rang landete, lag aber auch und vor allem an der Stormarnerin Miriam Butkereit.

Angehende Polizeimeisterin in Titellaune

Die 24-jährige angehende Polizeimeisterin, die seit 2015 am Bundesstützpunkt in Köln trainiert und in der Bundesliga für Wiesbaden auf die Tatami geht, gewann im 70-kg-Klassement bis auf den Golden-Score-Krimi im Viertelfinale gegen Lisa Müller (Leipzig) alle Duelle vorzeitig. Und so hebelte sie im Finale 30 Sekunden vor Ultimo auch Alina Böhm (JZ Heubach) aus. „Diesmal ist wirklich alles glatt gelaufen“, freute sich die Glinderin über ihren zweiten Titelgewinn nach 2016.

Comeback nach Verletzungspause

Denn nach ihrer zweiten Bronzemedaille in der nationalen Frauen-Konkurrenz (2015 und 2017) hatte Butkereit das erste Wettkampfhalbjahr 2018 verletzungsbedingt (erst Meniskus, dann Bandscheibe) komplett verpasst, ehe sie sich im Herbst mit zwei Bronzerängen (European Open in Glasgow und Grand Prix in Den Haag) sowie der Silbermedaille beim Grand Slam in Abu Dhabi zurückmeldete.

„Mit Gold in Stuttgart habe ich mich jetzt optimal auf die kommenden Grand Slams in Paris und Düsseldorf eingestimmt“, fiebert sie neben der in knapp vier Wochen anstehenden Polizeimeister-Prüfung ihren nächsten internationalen Judo-Großtaten entgegen, ehe sie mit dem DJB-Frauenkader zur Fortbildung nach Japan jettet.

Andreas Oelker

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