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Sportarten Heiße Punktejagd im Möllner Sand
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19:19 27.06.2019
Der Eutiner Mike Stender startet beim MX Masters in Mölln trotz Handverletzung auf seiner KTM. Quelle: HFR
Mölln/Eutin

Er war lange Zeit selbst nicht sicher, ob es klappt, und hatte seine Entscheidung bis zuletzt hinausgezögert. Doch jetzt hat sich Mike Stender entschieden: Wenn am Wochenende beim MSC Mölln auf dem Grambeker Heidering die besten Motocrosser Europas um Punkte in der MX Masters Serie fahren, ist der 28-jährige Eutiner dabei. Und das nur fünf Wochen, nachdem er sich einen Mittelhandknochen gebrochen hatte.

„Wenn’s sein muss, nehme ich das Last-Chance-Race mit“

„Ich hatte zuletzt viele Termine bei Ärzten und im Krankenhaus, seit Dienstag ist der Gips ab, am Mittwoch habe ich mit verschiedenen Tape-Varianten wieder trainiert. Ich merke noch ’was. Aber ich will es in Mölln versuchen“, verriet Stender den LN. Auch, dass er sich als Ziel gesetzt hat, schon im Qualifikationstraining am Samstag (für die Masters-Fahrer ab 14.40 Uhr) seinen Startplatz für die beiden Rennen tags darauf zu sichern. „Aber wenn’s sein muss, nehme ich auch das Last-Chance-Race noch mit“, verweist er auf die Zusatzchance am Ende des ersten Tages (17.20 Uhr). Stender, der für das Kosak Racing Team startet, liegt als viertbester Deutscher derzeit auf Rang 20 der MX Masters. Mit 16 Zählern, die er beim Auftakt in Fürstlich Drehna mit Platz elf und 15 eingefahren hatte. Nachdem er die Rennen im österreichen Möggers am ersten Juni-Wochenende auslassen musste, will er nun beim dritten von sieben Tourstopps wieder in die Punkte fahren.

Hält den Ball vor dem Start auf dem Grambeker Heidering eher flach: Davide von Zitzewitz (26) aus dem ostholsteinischen Karlshof. Quelle: hfr

Von Zitzewitz befürchtet „ein sehr knappes Ding“

Das ist auch der Wunsch von KTM-Pilot Davide von Zitzewitz aus dem ostholsteinischen Karlshof. Der 26-jährige Student (Wirtschaftsingenieurwesen) schreibt am Freitag seine letzten beiden Klausuren vor der Bachelorarbeit, anschließend geht’s direkt nach Mölln, „um beim Aufbau zu helfen. KTM ist mit einem Stand vor Ort, außerdem wollen wir für unser Team-Zelt einen guten Standort“. Nachdem es in Mölln für ihn „bisher nicht so gut lief“, ist von Zitzewitz nach den lernintensiven Wochen „sehr motiviert“, weiß aber auch von den bisherigen Saison-Läufen, dass für ihn die Quali „ein sehr knappes Ding“ werden dürfte. Zwar kommen jeweils 15 Fahrer aus den beiden Quali-Gruppen weiter (dazu die zehn Besten aus dem Last-Chance-Race). Aber man müsse in seiner Gruppe „schon etwa Zehnter werden“, um im Rennen am Startgatter nicht zu weit außen zu stehen.

Heiße Duelle von 250 Fahrern vor vollen Rängen

Dass die gut 250 Fahrer aus 25 Nationen in den vier verschiedenen Klassen auf „einem meist rutschigen Untergrund vor ganz besondere Herausforderungen“ gestellt werden, wie es in der Saisonvorschau des ADAC heißt, ist angesichts der prognostizierten Temperaturen um die 30 Grad zwar nicht zu erwarten. Richtig aber ist die Info, dass die Anlage „Stadioncharakter“ hat, somit die 1,6 km lange Strecke von fast allen Zuschauerplätzen nahezu komplett einsehbar ist.

Este Tanel Leok will über Mölln zum Titel rasen

Und die Rennen versprechen spannend zu werden. Weil vor dem dritten Tour-Stopp kaum einer sein Saisonziel bereits abgeschrieben hat, sind trotz der teils weiten Anreise in den Norden alle Topfahrer in den Meldelisten notiert. In der Masters-Klasse führt der Este Tanel Leok die Gesamtwertung mit nur vier Punkten vor Dennis Ullrich (beide Husqvarna) an. Der 25-jährige Kämpfelbacher, mit vier Gesamtsiegen der erfolgreichste ADAC MX Masters-Champion, ist kein Fan der sandigen Strecke und war in den vergangenen Jahren nicht auf dem Grambeker Heidering am Start. Doch angesichts der starken Konkurrenz ist ihm klar: Ein weiterer Titel führt nur über Mölln. „Die Meisterschaft ist noch komplett offen. Wer bei jedem Rennen konstant punktet, wird am Ende die Nase vorn haben“, weiß auch der Belgier Jens Getteman (Kawasaki), der nur acht Punkte hinter Leok auf Rang drei liegt.

MX Masters kompakt

Vier Starterklassen: Der Junior Cup 85 (Zweitakter bis 85ccm, ca. 20 PS) ist für Zehn- bis 15-Jährige offen, der Junior Cup 125 für 13- bis 18-Jährige. Im Youngster Cup starten Teilnehmer zwischen 14 und 21, die schnellsten Profis und Amateure (ab 15 Jahre) messen sich in der Masters-Klasse auf 450er-Viertaktern mit etwa 60 PS Leistung.

Rahmenprogramm: Bei allen Tourstopps des MX Masters ist das Fahrerlager für Fans zugänglich, kann den Piloten und Mechanikern bei der Arbeit an den Motorrädern zugesehen werden. Am Sonntag gibt’s in der Mittagspause (12 Uhr) eine Showeinlage von vier Sky-Divern, zudem einen Quadparcours und eine Hüpfburg für Kinder.

Preise: Für Erwachsene kostet das Wochenendticket 22 Euro (Sa.: 12 Euro, So.: 16 Euro). Jugendliche (10 - 16 Jahre) zahlen jeweils die Hälfte, Kinder haben freien Eintritt.

Zeitplan

Sa., 9.00: Beginn Freies Training; 13.00: Qualifikationstraining Junior Cup 85; 13.25: Qualifikationstraining Junior Cup 125; 13.50: Qualifikationstraining Youngster Cup; 14.40: Qualifikationstraining MX Masters; 16.05: 1. Rennen Junior Cup 85;

So., 9.00: Warm-Ups; 10.30: 1. Rennen Junior Cup 125; 11.10: 2. Rennen Junior Cup 85; 12.45: 1. Rennen Youngster Cup; 13.40: 1. Rennen MX Masters; 14.40: 2. Rennen Junior Cup 125; 15.25: 2. Rennen Youngster Cup; 16.20: 2. Rennen MX Masters; 17.00: Gesamtsiegerehrung.

Alle Infos zum ADAC MX Masters unter www.adac-mx-masters.de

Halbe Autogrammstunde der MX-Stars am Sonntag

Aber auch aus lokaler Sicht wird den Fans in Mölln einiges geboten. Über Stender und von Zitzewitz hinaus, die am Sonntag gemeinsam mit Leok, Ullrich und Getteman zur (halben) Autogrammstunde (11.45 bis 12.15 Uhr) angekündigt sind, gehen weitere Piloten aus der Region in drei verschiedenen Klassen an den Start.

Mit Schlüsselbeinbruch zum Zuschauen verdammt

Zwar wird der Stockelsdorfer Louis Höhr nach seiner Schlüsselbeinfraktur „am Sonntag diesmal leider nur als Zuschauer die Rennen verfolgen“. Und auch Abiturient Lasse Neukäter aus Großensee fällt aufgrund einer Wirbelverletzung noch aus. Doch in der 125er Klasse ist mit Fynn-Niklas Tornau ein ambitionierter Pilot des MCE Tensfeld auf seiner KTM am Start.

Hoffnungsvolles Talent des MSC Mölln: Cooper Jensen aus Hoisdorf. Quelle: hfr

MSC Mölln hofft auf Cooper Jensen

Im Youngster Cup ruht die Hoffnung des MSC Mölln auf Cooper Jensen. Der Hoisdorfer gewann 2016 den ADAC MX Bundesendlauf und ist mit einer Wildcard dabei. Im ADAC MX Junior Cup 85 gehen mit Oscar Denzau und Florian Wiese gleich zwei Lokalmatadoren ins Rennen. Der zwölfjährige Denzau startet zum ersten Mal beim ADAC MX Masters, Wiese ist schon zum dritten Mal dabei.

Christian Schlichting

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