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Sportarten U23-Trio liebäugelt mit WM-Medaillen in Sarasota
Sportbuzzer Sportarten U23-Trio liebäugelt mit WM-Medaillen in Sarasota
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17:19 09.07.2019
Bereiten sich an der Ratzeburger Ruderakademie auf die U23-WM in Florida vor: Hanna Winter (Lübecker RG, v.l.), Marieluise Witting (Ratzeburger RC) und Emma Appel (SC Magdeburg). Quelle: Christoph Staffen
Ratzeburg

33 Grad, Sonne satt und hohe Luftfeuchtigkeit wie im US-Bundesstaat Florida. Alles lässt sich zurzeit bei kühlen 14 Grad, Nieselregen und Wind in Ratzeburg nicht simulieren. Doch die drei U23-Ruderinnen aus der LN-Region geben mit dem Nationalteam dennoch ihr Bestes, um sich in der Ratzeburger Ruderakademie optimal auf die Bedingungen mit schwüler Hitze und Krokodilen im Wasser bei den Weltmeisterschaften in Sarasota (24. bis 28. Juli) vorzubereiten.

Hitzekammer-Erkenntnisse auch für Olympia in Tokio

„Wir haben eine Art Hitzekammer mit 30 Grad, ausgeschalteter Lüftung und nassen Handtüchern, in der Ergometer und Fahrräder stehen. Mit zehn Leuten kommt man da ganz gut ins Schwitzen“, erläutert Marieluise Witting (20) vom Ratzeburger RC, die in Sarasota im Vierer ohne Steuerfrau sitzen wird. Von den Erkenntnissen aus der Hitzekammer erhoffen sich die Sportmediziner Erkenntnisse, von denen auch die Männer und Frauen, die 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokio starten, profitieren können.

Ex-Möllnerin Appel kennt „Berliner Zickenkrieg“

Während es für Studentin Witting bereits die vierte „Unmittelbare Wettkampfvorbereitung“ (UWV) vor einer WM ist (Höhepunkt war 2015 in Rio de Janeiro Gold im U19-Achter), gehört die frühere Möllnerin Emma Appel als Gymnasiastin in Diensten des SC Magdeburg mit ihren 18 Jahren zu den jüngsten Starterinnen. Sie rudert im Doppelvierer, kennt die UWV bislang nur von der U19 und sagt: „In Berlin gab es manchmal Zickenkrieg und Stress, weil das Nationalteam für viele Athleten meist Neuland ist und alle aufgeregt vor ihrem ersten großen Wettkampf sind. Bei der U23 geht es im Vergleich dazu wesentlich entspannter zu, auch wenn Training, Belastung und die Erwartungen an uns höher sind.“

Erfolgreicher U23-Achter: Die Crew um Hanna Winter (Lübecker RG, 5.v.l.) legt sich nach dem Sieg in Ratzeburg und dem DM-Titelgewinn in Brandenburg nun im Rahmen der „UWV“ auf dem Küchensee in die Riemen.   Quelle: RRC

Kein Problem mit der Eingewöhnung hatte Hanna Winter von der Lübecker RG, die im Frühjahr den Sprung in den Achter geschafft hat. „In diesem Jahr hat alles gepasst und endlich geklappt“, freut sich die 19-Jährige über ihre erste WM-Teilnahme überhaupt: „Die Leute hier sind alle nett und fokussiert, das hat mir den Start hier erleichtert.“ Für die UWV und Sarasota hat sie extra Urlaub nehmen müssen – sie leistet zurzeit ihren Bundesfreiwilligendienst bei der LRG ab.

Drei Ruderinnen, ein Ziel: das WM-Finale

Auch wenn das Trio in verschiedenen Booten sitzt, haben die drei Ruderinnen alle ein Ziel: die Qualifikation für das A-Finale und damit die Chance, um die Medaillenvergabe ein Wörtchen mitreden zu können. „Im Gegensatz zum Vorjahr läuft der Vierer richtig gut. Aber da einige Länder wie U23-Weltmeister Kanada keinen Achter nach Sarasota schicken, dürfte die Konkurrenz im Vierer umso größer werden“, glaubt Witting. „Wir liebäugeln schon mit einer Medaille“, gibt sich Hanna Winter, die im „Maschinenraum“ des Achters rudert, entsprechend selbstbewusst. Und auch für Skullerin Emma Appel ist Edelmetall angesichts von diesmal nur elf Doppelvierern im Feld keine Utopie: „Ziel ist sicherlich das Podium, auch wenn man nicht weiß, wie stark die anderen Nationen sind.“

Krokodile an der WM-Strecke suchen „Essen auf Rudern“

Am 17. Juli geht es für Deutschlands U23-Crew im Flieger nach Orlando/USA, eine Woche später beginnt die WM. Dass in Sarasota durchaus Krokodile entlang der Strecke auf der Suche nach „Essen auf Rudern“ Ausschau halten können, ist dem Team bekannt. „Klar haben wir davon gehört. Aber es heißt, dass wir einfach weiter rudern sollen“, erläutert Appel die durchaus leistungsfördernde Anweisung. Denn auch Witting weiß: „Die Letzten werden zuerst gebissen.“

Christoph Staffen

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