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Sportarten Werth beweist Weltklasse mit „Weihegold“
Sportbuzzer Sportarten Werth beweist Weltklasse mit „Weihegold“
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22:41 16.02.2019
Allein auf weiter Flur in Neumünster: Isabell Werth (Rheinberg) siegte mit „Weihegold“ in der Qualifikation zur World-Cup-Kür mit 82,565 Prozent. Quelle: IMAGO
Neumünster

Dramatik bei den VR Classics. In der Siegerrunde der 2. Qualifikation zum Großen Preis flog mit Max Haunhorst (Hagen) ein Youngster zum Sieg. Der 18-Jährige gewann bei seiner Premiere in den Neumünsteraner Holstenhallen mit „Chaccara“.

Happy End als Allerletzter

Die Uhr stoppte für Haunhorst nach 41,28 Sekunden. Er war der allerletzte Starter der 13 Besten aus dem ersten Umlauf, blickte sofort auf die Videowall und reckte die linke Faust in die Höhe. „Wahnsinn! Dass ich hier bei einem so großen Turnier reiten darf, freut mich sehr“, meinte der bescheidene Sieger später, während der mit „Oak Grove’s Carlyle“ zweitplatzierte Rolf-Göran Bengtsson (Schweden) sagte: „Der Junge musste was riskieren.“

Überflieger aus Hagen: Der erst 18-jährige Max Haunhorst gewinnt mit „Chaccara“ die zweite Qualifikation zum Großen Preis am Sonntag. Quelle: Jörg Lühn

Der Olympiazweite von 2012 war ganze drei Hundertstel langsamer. Platz drei ging an Tobias Meyer (Löningen) mit „Quintair“, dessen Ritt ebenfalls fehlerfrei nach 41,90 Sekunden zu Ende ging. Der gebürtige Stormarner hatte den Holsteiner Wallach erst vor zehn Tagen von Alexander Onischenko, einem ukrainischen Milliardär und Reitsportmäzen bekommen. „Wir sind gerade zwei Mal geritten“, sagte Meyer. Haunhorst genoss unterdessen das Bad in der Menge. Bevor er als Reiter („mit Fußball hab’ ich es auch mal probiert“) durchstarten will, möchte er in eineinhalb Jahren erst noch das Abitur machen. „Inzwischen klappt das mit der Schule auch ganz gut“, lachte er.

Fehmaraner Pech am letzten Hindernis

52 Starter waren in die Qualifikation gegangen. Und genau die vom Fernsehen gewünschten 13 – darunter auch der Fehmaraner Kai Rüder mit „Cross Keys“ – blieben ohne Fehler im ersten Umlauf, der mit zwölf Hindernissen und 15 Sprüngen (Höhe 1,50 m) ziemlich anspruchsvoll war. In der Siegerrunde hatte Rüder dann am letzten Sprung Pech, verpasste den zweiten „Nuller“ und musste mit Rang 13 vorlieb nehmen. Aber im mit 50 000 Euro dotierten Großen Preis kann der Fehmaraner am Sonntag ab 13.25 Uhr noch einmal voll angreifen . . .

Weihegold“ jenseits der 80-Prozent-Marke

Im Dressur-Viereck der VR Classics hatte sich Isabell Werth (Rheinberg) gestern Vormittag nach einjähriger Auszeit in den Holstenhallen mit „Weihegold“ eindrucksvoll zurückgemeldet. In der Qualifikation zur Weltcup-Kür verdiente sich die weltbeste Dressurreiterin Höchstnoten von allen Richtern. Mit 82,565% erhielt die 49-Jährige als einzige unter 16 Mitbewerbern ein Resultat jenseits der 80-Prozent-Marke. „Das war wirklich toller Sport“, freute sich auch Veranstalterin Bettina Schockemöhle.

Weltcup-Quali fest in deutscher Hand

Allerdings war die Qualifikation für die Vier-Sterne-Kür mit Musik (So., 10 Uhr; Preisgeld: 50 000 €) fest in deutscher Hand: Helen Lange­hanenberg (Billerbeck) wurde mit „Damsey“ und 76,413% Zweite, Dorothee Schneider (Framersheim) mit „Sammy Davis jr.“ Vierte vor Benjamin Werndl (Aubenhausen) mit „Daily mirror“. Judy Reynolds (Irland) mischte sich mit „Vancouver“ als Dritte dazwischen.

Dressur-Queen geht hohes Risiko

„Es war eine große Freude für mich, in die volle Halle einzureiten, ich bin total happy“, bekannte Werth. Es sei Wasser auf ihre Mühlen gewesen. Beeindruckend waren ihre Trab-Traversalen, Piaffen und die Übergänge. Die Dressur-Queen scheut sich auch nicht, ihre Galopptour mit hohem Risiko zu reiten. Und so konnten die fünf Richter gar nicht anders, als dafür die höchsten Noten rauszuhauen. Die Zweitplatzierte Langehanenberg nahm’s sogar mit Humor. „Erster hinter Isabell zu werden, ist, wie zu gewinnen“, lachte die Westfälin, die wusste, dass sie diesmal „viel mit Hand und Zügel arbeiten musste“. Heute hat die Vorjahressiegerin den Vorteil, mit dem 17-jährigen „Damsey“ als Letzte in die Kür zu gehen. „Je älter er wird, desto jünger präsentiert er sich“, lautete ihre Kampfansage an Werth, die unter den 15 Teilnehmern als Zwölfte gefragt ist.

Kellers Kür-Premiere in Neumünster

Überraschend stark präsentierte sich gestern mit Kathleen Keller eine Holsteinerin aus Appen, die für ihren Ritt mit „San Royal“ 72,348% bekam und damit ihre Kür-Premiere bestreiten darf. „Wir haben nur rund 30 Minuten gebraucht, die Elemente zusammenzustellen“, verriet Keller. Das fachkundige Publikum, das via App mitrichtete, sah sie sogar noch zwei Prozentpunkte besser...

Jörg Lühn

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