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Sportmix Blech statt Bronze: Baku-Boys im Pech
Sportbuzzer Sportmix Blech statt Bronze: Baku-Boys im Pech
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19:44 24.07.2019
Keine Medaille trotz Vorlauf-Sieg, aber als EYOF-Fünfter nicht allzu lange gefrustet: das deutsche Freistil-Quartett mit (v.l.) Timo Sorgius, Silas Beth, Kirill Lammert und Manuel Kohlschmid. Quelle: Eugen Steffen/HFR
Baku/Lübeck

Zweimal Silber, neunmal Bronze – das war die zahlenmäßig gute Medaillenausbeute der 120-köpfigen deutschen U18-Crew zum Auftakt des vierten EYOF-Tages in Aserbaidschan. Doch dass das ambitionierte „Team D“ beim European Youth Olympic Festival noch keine Goldmedaille eingefahren hatte, wollten zwei Top-Talente aus dem Kreisschwimmverband Lübeck unbedingt ändern.

Vorlaufsieg macht Lust aufs Finale

Langstreckler Silas Beth (SG Bad Schwartau), der in Baku bereits Silber und Bronze über 400 und 1500 m erkrault hatte, sowie Schmetterling-Spezi Kirill Lammert (SC Delphin Lübeck) gehörten morgens an den Positionen drei und vier zum Staffel-Quartett, das sich im Aquatics Centre mit Manuel Kohlschmid (Burghausen) und dem Konstanzer Timo Sorgius über 4  x 100 m in 3:28,46 Minuten als Vorlaufsieger vor Russland (3:28,90), Ungarn (3:29,60) und Großbritannien (3:29,70) für das abendliche Finale empfahl.

Und das, obwohl der noch 15-jährige Schwartauer Youngster Beth wenig später als doppelter EYOF-Medaillengewinner selbstbewusst anmerkte: „Wir sind im Vorlauf eher Halbgas geschwommen, werden im Endlauf alles geben und schauen, was dabei rauskommt . . .“

Coach Steffen bremst verfrühte Euphorie

Doch als wollte er schon vorsorglich etwas auf die Euphorie-Bremse treten, meinte Eugen Steffen, der seinen Schützling Lammert als Lübecker Stützpunkttrainer vor Ort betreut: „Die Kids geben alle ihr Bestes. Allein schon hier zu sein, ist eine echte Hammer-Leistung.“ Und tatsächlich sollte Steffen als Experte mit seinem fast schon zweckpessimistisch klingenden Statement nicht verkehrt liegen, „zumal im Schwimmen erst nach dem Anschlag und der offiziellen Zeitnahme abgerechnet wird . . .“

Großbritannien jubelt über EYOF-Gold

Denn nach dem Finale jubelten die vier Jungs aus Großbritannien über die EYOF-Goldmedaille, die sie sich nach insgesamt 400 Metern und acht Bahnen in 3:26,71 Minuten erkrault hatten. Silber ging an Russland (3:27,14), während Lammert, Beth & Co. die zwischenzeitlich mögliche Bronzemedaille noch der Türkei (3:28,09) überlassen mussten. Als Schlussschwimmer schlug Silas Beth nach 3:28,52 Minuten sogar noch hinter Ungarn (3:28,44) an und musste sich statt Gold, Silber oder Bronze geholt zu haben mit Rang fünf begnügen. Doch bei allem kurzzeitigen Frust über die Blech- oder Holzmedaille meinte der 15-Jährige: „Ich habe mir im Rennverlauf schon gedacht, dass wir wohl nicht gewinnen. Aber wir haben am Ende auch nichts verloren. Am Donnerstag greife ich umso mehr über 200 Meter in meinem dritten Freistil-Einzelrennen an!“

Lammert will’s nun über 100 m Schmetterling wissen

Auch sein Kumpel Kirill betonte: „Das wirft uns nicht zurück. Ich habe ein gutes Rennen gemacht und hoffe nun am Donnerstag auf meiner Schmetterling-Spezialstrecke über 100 Meter auch auf etwas mehr Glück.“ Und Coach Steffen fügte hinzu: „Beide haben sich wirklich gut präsentiert und waren schnell. Kirill hatte die Jungs von Platz fünf noch auf Bronzekurs gebracht. Und Silas hat sich als Langstreckler gegen die anderen Schlusssprinter auch sehr teuer verkauft.“

Stolz auf seinen EYOF-Einsatz mit dem Bundesadler auf der Brust: Budokan-Judoka David Ickes (17). Quelle: Nicolas Kunze/HFR

Judoka Ickes nach starkem Start geschlagen

Das galt am Mittwoch in der benachbarten Heydar Aliev Arena auch für Lübecks Budokan-Judoka David Ickes: Der 17-jährige Deutsche U18-Meister gewann nach einem Erstrunden-Freilos zwar per Ippon nach 1:54 Minuten gegen den Kroaten Nikola Zorotovic, verlor aber anschließend nach 1:23 Minuten das Duell um den Gruppensieg nebst Halbfinal-Einzug gegen den ungarischen Vize-Europameister Bence Farkas. Und da sich in der Trostrunde auch der aserbaidschanische Lokalmatador Shukran Zamanli als übermächtig erwies, war Ickes’ Traum von EYOF-Bronze nach weiteren 1:06 Minuten jäh geplatzt. Doch der Budokaner konnte mit seinem neunten Platz am Ende recht gut leben, „da das heute wirklich sehr starke Gegner waren und sowohl Zamanli als auch Farkas am Ende Dritter geworden sind.“

Goldenes Happy End durch Sophia Volkmer

Ein Happy End hatte der vierte EYOF-Tag dann auch für das „Team D“ noch parat: Denn die Leichtathletin Sophia Volkmer (TV Wetzlar) brach als abendliche Siegerin im 800-m-Lauf in 2:05,62 Minuten den Gold-Bann.

Andreas Oelker

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