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Handball HSG Ostsee N/G trennt sich von Coach Knorr
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20:32 18.03.2019
Hat seine ID-Karte als Ostsee-Trainer abgegeben: Thomas Knorr. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Thomas Knorr war auf dem Rückweg aus Lemgo von einer Fortbildung A-lizenzierter Trainer, als ihn der Anruf im Auto erreichte. Heiko Haase, einer der vier Gesellschafter der Spielbetriebsgesellschaft UG der HSG Ostsee N/G, teilte ihm mit, dass er ab sofort als Chefcoach der Drittliga-Handballer freigestellt sei – und sein Co. Kjell Landsberg gleich mit. Sechs Spieltage vor Saisonschluss zogen die HSG-Macher die Reißleine, reagierten auf die 25:31-Pleite – nach 14:8-Führung (25.) – bei Schlusslicht DHK Flensborg und dem Abrutschen auf Abstiegsplatz 14. Richten soll es jetzt ein ehemaliger Grömitzer: Andreas Brüßhaber (65).

Klassenerhalt ist in Gefahr

„Leistung, Auftreten, Ergebnis – da hat zuletzt im Team nicht viel gepasst. Wir haben die Zielsetzung, Klassenerhalt, akut in Gefahr gesehen, mussten deshalb einen neuen Impuls geben“, begründete Mit-Gesellschafter Jens Hamann die Trennung von Knorr. Vor gut sechs Wochen hatte der Ex-Nationalspieler erklärt, am Saisonende ohnehin aus persönlichen Gründen auszusteigen. Die HSG hatte daraufhin den ehemaligen Bundesliga-Profi „Tiffy“ Schegel als Nachfolger ab dem 1. Juli verpflichtet. Nach dem vorzeitigen Knorr-Aus Schlegel als Coach beim VfL Bad Schwartau II sofort loszueisen, sei indes keine Option gewesen, erklärte Hamann. Im kleinen Kreis habe man sich stattdessen schnell auf Brüßhaber geeinigt, der nach einem kurzen Telefonat und Vor-Ort-Gespräch zugesagt habe.

Andreas Brüßhaber rettete vor gut drei Jahren zuletzt den ATSV Stockelsdorf vor dem Abstieg aus der SH-Liga. Quelle: 54°/Felix König

Knorr geht ohne Groll: „Waren geile Jahre“

Knorr kann das Aus „grundsätzlich verstehen. Der Verein musste ja reagieren. Ich finde es nur schade. Die Jungs haben es drauf, sich nur nicht belohnt.“ Viele unglückliche Niederlagen, zu viele Verletzte, keine Jugend als Unterbau – Gründe für das Abrutschen des Aufsteigers gibt es einige. „Mit einem breiteren Kader hätten wir das sicher alles kompensiert“, hadert Knorr etwas. Denn es habe immer Spaß gemacht. Er gehe auch nicht im Groll. „Das waren geile Jahre. Wir haben hier richtig was aufgebaut.“ Mit wir schließt er Ex-Profi Landsberg mit ein. „Wir haben als Duo agiert. Gerade im athletischen Bereich hat Kjell den Jungs viel mitgegeben.“

Knorr-Aus am Telefon

Knorr hat die HSG in fünf Jahren von der sechsten in die dritte Liga geführt – eine Erfolgsgeschichte. Aber eine ohne Happyend. Das Aus per Telefon hinterlässt dabei sogar einen faden Beigeschmack. „Wir wollten es Thomas sofort mitteilen, vermeiden, dass er es durch den Buschfunk erfährt“, erklärte Hamann und würdigte Knorrs Verdienst: „Ohne Thomas hätte es das Projekt nicht gegeben. Das ist zu 99 Prozent sein Verdienst.“

28. April 2018: Die HSG Ostsee freut sich über den Meistertitel in der Oberliga HH/SH und den Aufstieg in die 3. Liga. Quelle: Agentur 54°

Pensionär Brüßhaber kommt zurück

Jetzt springt der pensionierte Polizist Brüßhaber als Feuerwehrmann ein. Der Anruf habe ihn schon überrascht, gibt er zu. Denn sein letzter Trainer-Job ist fast drei Jahre her. Im Frühjahr 2016 rettete er die Stockelsdorfer ATSV-Handballer vor dem Abstieg aus der SH-Liga. „Ich habe seitdem Ostsee verfolgt, aber mehr nicht“, sagt der 65-Jährige. Doch Hamann & Co. wissen um seine Erfahrungen, auch die aus der Bundesliga (SC Buntekuh, Frauen). Und dann gibt es noch den Grömitz-Bezug: Mitte der Achtziger hatte Brüßhaber schon einmal den HSG-Vorläufer trainiert, das Team um den späteren Profi Jens Bruhn.

Zwei entscheidende Spiele für HSG

Am Dienstagabend wird er der Mannschaft vorgestellt. Und mit ihm Holger Nielsen als sein Co. Brüßhaber ist schon im Angriffsmodus. Am Montag studierte er per Video Gegner und eigenes Team. Er ist zuversichtlich: „Zaubern können wir nicht, aber wir geben Vollgas. Wir haben noch sechs Wochen.“ Die 3. Liga zu halten sei wichtig für den Handball in der Region. „Es wäre sonst ein Jammer.“ Entscheidend werden schon die nächsten zwei Spiele. Dann gilt es gegen die direkte Konkurrenz aus Braunschweig und Burgwedel. Gesellschafter Hamann gibt das Ziel vor: „Da müssen vier Punkte her.“

Die restlichen Ostsee-Spiele

Fr., 18.30: MTV Braunschweig H

Sa., 30.03.: Hannover-BurgwedelA

Fr., 05.04., 20.00: HCE Rostock H

Sa., 13.04., 17.00: Anhalt Bernburg A

Sa., 27.4., 18.30: 1. VfL PotsdamH

Sa., 04.05., 19..00: TSV Burgdorf II A Modus: Die letzten drei Teams der 3. Liga (Platz 14 bis 16) steigen ab

Jens Kürbis

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