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Judo Igor Wandtke und Miriam Butkereit: Weite Reise, keine Preise
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15:53 13.12.2019
Igor Wandtke fand gegen den Japaner Masashi Ebinuma nicht den erfolgreichen Zugriff. Quelle: IJF
Qingdao/Lübeck

Lübecks Vorzeige-Judoka Igor Wandtke (29) und Miriam Butkereit (25) vom TSV Glinde haben beim „World Masters“ in der chinesischen Vier-Millionen-Metropole Qingdao den Sprung aufs Treppchen klar verpasst. Der Kieler Dominic Ressel scheiterte bis 81 Kilogramm hingegen knapp, unterlag im Kampf um Bronze gegen den Russen Alan Khubetsov erst in der Verlängerung nach einem Fußfeger des 2017-Europameisters und belegte so am Ende Platz fünf. Unterm Strich bleibt: Weite Reise, keine Preise.

Butkereit im Achtelfinale

Für Polizeimeisterin Butkereit (-70 kg) kam im Achtelfinale gegen die Österreicherin Michaela Pollers das Aus. Die Deutsche Meisterin konnte im Kampf ums Olympia-Ticket gegen Mitbewerberin Giovanna Scoccimarro so nur minimal Boden gut machen. Die Vorsfelderin war eine Runde zuvor ausgeschieden, hatte aber im Rennen ums Tokio-Ticket 708 Zähler Vorsprung.

Miriam Butkereit Quelle: IJF

Mitbewerber Zingg auch früh raus

Für Wandtke war der Trip ins 8000 Kilometer entfernte Qingdao bereits nach dem ersten Kampf (-73 kg) zu Ende. Er konnte sich gegen den dreifachen Weltmeister Masashi Ebinuma aus Japan nicht durchsetzen. „Ich habe trotzdem einen guten Kampf gemacht, habe ihn nach seiner Wertung ordentlich unter Druck gesetzt. Es hat aber nicht gereicht, das war sehr ärgerlich“, berichtete Wandtke. Dem Wettkampf konnte er aber doch etwas Positives abgewinnen: Sein Mitbewerber ums Olympia-Ticket, der Leverkusener Anthony Zingg, musste auch in Runde eins die Segel streichen. Heißt: „Die Entscheidung ist jetzt auf den 1. März vertagt.“

Bis dahin stehen für die Judoka noch drei Grand Prix-Wettkämpfe als Olympia-Qualifikation an. Los geht es Ende Januar in Tel Aviv und dann im Zwei-Wochen-Rhythmus weiter nach Paris und Düsseldorf.

„Das größte Potenzial gibt‘s im Kopf“

Vorteil Wandtke: Der Lübecker, der seine Judo-Heimat bei Budokan hat, kann nach seinen Erfolgen in Abu Dhabi (Grand-Slam-Bronze) und dem australischen Perth (Silber bei den Oceania Open) noch auf ein Polster von 378 Punkten verweisen. „Ab jetzt beginnt die heiße Phase, da geht es um alles.“ Wandtke lässt sich durch den China-Rückschlag nicht entmutigen. Er hat zuletzt viel mit einem Mentaltrainer gearbeitet. „Körperlich kann man bei mir nicht mehr viel rausholen. Das größte Potenzial gibt‘s im Kopf.“

Weihnachten in der Heimat

Wandtke freut sich jetzt aber erst einmal auf einen Kurzurlaub in der Heimat. Ab kommenden Freitag ist der Wahl-Hannoveraner in Lübeck bei seiner Familie. „Darauf freue ich mich schon. Dann habe ich endlich auch Zeit und Ruhe, um mich auf Weihnachten einzustimmen.“ Bis Silvester bleibt er in Lübeck, will sich mit kleinen Einheiten zwischendurch fit halten. „Und am 3. Januar geht es schon weiter, nach München ins Trainingslager.“ Es ist der Start zum Endspurt im Kampf aufs Tokio-Ticket. Wandtke klar und deutlich: „Eine Nicht-Nominierung ist für mich kein Thema.“

Von Jens Kürbis

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