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Sportmix Lübecker Sprinter Koßmann beim Bob-Casting
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21:53 22.12.2018
Auf die Plätze, fertig, los: Joshua Koßmann vom LAC Lübeck beim gestrigen Test in Oberhof. . Quelle: Privat
Oberhof/Lübeck

Alles auf Start. Joshua Koßmann gräbt seine Spikes in das Eis von Oberhof, umfasst die Griffe am stählernen Schlitten, spannt seine kräftigen Oberarme an, fixiert das 50 Meter vor ihm liegende Ziel, pustet kurz durch. Und dann geht die Post ab. Er jagt, das 110-Kilo schwere Ungetüm vor sich herschiebend, über die Bahn, springt von hinten auf. Austrudeln, fertig. Schleswig-Holsteins schnellster Sprinter, das Aushängeschild des Leichtathletik-Clubs (LAC) Lübeck, hat seine „Schieber“-Premiere auf dünnem Eis mit Bravur gemeistert. Im Rahmen einer „zentralen Leistungsüberprüfung“ der deutschen Bobsportelite hat sich der 23-Jährige am Samstag mit 13 weiteren Anschieber-Neulingen den Bundestrainern in Oberhof vorgestellt.

Entscheidender Schub: Francesco Friedrich und Alexander Schüller (l.) beim Start. Quelle: dpa

Koßmann: „Ich war der absolute Neuling“

Alles auf Anfang. Ein Lübecker im Bob auf Olympia-Kurs? Ein Novum in der deutschen Sportgeschichte. Koßmann hätte nichts dagegen. „Der Chance würde ich alles unterordnen, voll angreifen“, erzählt er. Der Test, seine Eis-Premiere, habe jedenfalls „Riesenspaß und Lust auf mehr gemacht“.

Ein Leichtathletik-Kumpel hat ihn drauf gebracht. Auch das Wissen, dass die Top-Piloten immer wieder neue Anschieber suchen, der Olympiazweite Nico Walther seine erste Crew sogar auf dem Dresdner Weihnachtsmarkt akquiriert hat. Im Rahmen seiner Polizei-Ausbildung hat er sich in einem sechswöchigen Praktikum in München im Olympiastützpunkt vorgestellt. Es folgte ein Sprint-, Sprung- und Krafttest im September. Und jetzt Runde zwei in Oberhof. „Ich war da der absolute Neuling. Die anderen, die aus Sachsen, Thüringen und Bayern kamen, hatten alle schon Bob-Erfahrung.“ Er selbst hatte im Vorfeld nur einmal das Anschieben trainiert, als Trockenübung in Winterberg. Sein Urteil: „Ist ja gar nicht schwierig.“

Diesen Schlitten-Dummy mussten Joshua Koßmann & Co. beim Test in Oberhof in Fahrt bringen. Quelle: privat

110-Kilo-Dummy über 50 Meter schieben

Bei seiner Eis-Premiere am Samstag musste er zwei Bob-Dummies (110 Kilo und 95 Kilo) über eine 50 Meter lange Bahn schieben. „Alles Neuland.“ Auch, dass er sich bei Minusgraden in der Halle warmhalten musste. „Ich hatte zwei Hosen, drei Oberteile an. Ich bin ja sonst nur Plusgrade gewohnt.“ Mit seinen Zeiten war Koßmann zufrieden, lag damit im Mittelfeld. „Solide, ausbaufähig, man kann damit arbeiten“ – so lauteten die Trainer-Kommentare. Wie und ob es weitergeht, er beim Anschieber-Casting weiter im Rennen ist, weiß er nicht. „Ich warte da auf einen Anruf.“ Der käme ohnehin erst für die kommende Winter-Saison, die ab Ende 2019. Es würde aber passen, denn im August beendet er seine Ausbildung zum Polizei-Kommissar.

Joshua Koßmann (2.v.l.) beim Sprint über die 200 Meter. Quelle: W.-R. Boyens

Koßmann sprintet zur Hallen-DM

Das Anschieben, es liegt ihm. Denn im Sprint ist der Start, die kurze Distanz seine Stärke. Vor einer Woche ist er die 60 Meter beim Advent-Indoor-Meeting in Düsseldorf in 6,94 Sekunden gelaufen. Persönliche Bestzeit, das Ticket für die deutschen Hallen-Meisterschaften Mitte Februar in Leipzig. Der Sprint, er bleibt vorerst ohnehin seine Disziplin. Ende Januar steht da mit den Landesmeisterschaften von Schleswig-Holstein und Hamburg der nächste Wettkampf an.

„Und Joshua bleibt auf jeden Fall bei uns im Verein“, sagt LAC-Trainer Uwe Mundt. Auch trainingsmethodisch passe das sehr gut. Koßmann ist allerdings nicht der einzige Lübecker, der sich im Anschieben probiert hat. „Zbigniew Sikorski und Mirjam Beier haben es auch probiert, den Sprung aber nicht geschafft“, erklärt Mundt. Koßmann traut er ihn zu.

Jens Kürbis

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