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Sportmix Küchensee-Klassiker im Zeitraffer
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12:39 12.06.2019
Dominanter erster DRV-Frauenachter mit lübscher Beteiligung: Neele Erdtmann (v.l.) steuerte Janka Kirstein, Katja Fuhrmann, Patricia Schwarzhuber, die Lübeckerin Hanna Winter, Celina Waldschmidt, Lena Osterkamp, Sonja Schlosser und Lena Sarassa zweimal zum Sieg. Quelle: RRC
Ratzeburg

Küchensee-Klassiker im Zeitraffer. „Alles ist besser als das sinnlose Warten wie am Samstag“, kommentierte die souveräne Gewinnerin des mit 1200 Euro dotierten Frauen-Ruderstipendiums, Laura Kampmann (Essen), die deutlich erhöhte Schlagzahl, mit der am Pfingstsonntag das gesamte, ei­gentlich zweitägige Wettfahrtprogramm der Internationalen 60.  Ratzeburger Ru­derregatta durchgezogen wurde. Das Samstagspensum war den allzu böigen Winden komplett zum Opfer gefallen (die LN berichteten).

Ruhrpott-Skullerin Laura Kampmann feiert Doppelsieg

So wurden am Sonntag in aller Herrgottsfrühe zunächst die ausgefallenen A-Finals des Vortages nachgeholt. Dazu waren unter anderem die Abstände zwischen den einzelnen Rennen von zehn auf fünf beziehungsweise sieben Minuten eingekürzt worden. Was für „Ruhrpott-Skullerin“ Kampmann bedeutete, dass sie nach ihrem (vorab erwarteten) Erfolg im U23-Einer nicht sogleich am Siegersteg das begehrte Stipendium entgegennehmen konnte. Die Essenerin stieg erst noch rasch in den Frauen-Doppelvierer um und nahm den redlich verdienten Lohn ihrer Mühen erst in Empfang, nachdem sie mit ihrer Mannschaft auch dieses Rennen gewonnen hatte . . .

Redlich verdienter 1200-Euro-Scheck für die beste U23-Skullerin: Thomas Block (l.) und Walter Urbrock umrahmen die frischgekürte Ruderstipendiatin Laura Kampmann (Essen). Quelle: RRC

Kampmann hatte sich solo in 7:48,53 Minuten mit einem Start-Ziel-Sieg souverän mit über drei Bootslängen gegenüber der zweitplatzierten Dänin Mia Sofie Rützou (Odense) behauptet. Katharina Rogosch (8:27,37) und Franziska Stamer (8:34,53) mussten sich für die Lübecker RG mit den Rängen sieben und acht begnügen. Das ebenfalls mit 1200 Euro dotierte Stipendium für den besten U23-Skuller ergatterte sich der Gießener Marc Weber (7:01,66) ohne jegliche Konkurrenz aus der LN-Region.

Starker U23-Skuller aus Gießen: Marc Weber freut sich über den 1200-Euro-Scheck aus den Händen von Ameos-Spenderin Meike Schoop. Quelle: RRC

Ex-Möllnerin Emma Appel triumphiert für SC Magdeburg

Weniger durch den geänderten Regattaplan gehetzt, aber mit zwei Siegen ebenso erfolgreich wie Skuller-Kollegin Kampmann, trat die Ex-Möllnerin Emma Appel die Rückreise in ihre neue Magdeburger Heimat an. Sie bestritt das erste Rennen des Tages mit SCM-Kameradin Tabea Kuhnert im Frauen-Doppelzweier in 6:58,95 Min. und hatte bis zum zweiten Finale ausreichend Zeit sich zu erholen. So siegte Appel auch nachmittags souverän mit dem SCM-Doppelvierer (6:32,77) vor Tschechien (6:39,81) und Polen (6:41,92) und empfahl sich damit erneut für den U23-Nationalkader.

Hanna Winter und Marieluise Witting auf der Goldbahn

Aber auch die Riemerinnen Hanna Winter (Lübecker RG) und Marieluise Witting (Ratzeburger RC) ruderten auf der Goldbahn. Winter startete zweimal im ersten DRV-Frauenachter, der in 6:18,81 und 6:24,38 Min. zwei souveräne Siege einfuhr. „ Wir sind am Start gut rausgekommen und konnten die Rennen gut kontrollieren“, so Winter. Im zweiten Achterrennen setzte sich die LRG-Vertreterin damit zum Leidwesen des Ratzeburger Publikums auch gegenüber RRC-Lokalmatadorin Witting durch, die mit ihrer Crew nach 6:33,14 Minuten „nur“ Dritte wurde, obgleich die Bedingungen an diesem Tag auf dem heimischen Revier mit leichtem südlichen Schiebewind optimal waren.

Neue Kaffeebecher zum runden Regatta-Geburtstag: Die Ratzeburgerin Marieluise Witting (v.r.), Charlotte Körner, Charlotte von Bockelmann und Mia Moch feiern im RRC-Dress den einzigen „Heimsieg“ im Vierer ohne. Quelle: RRC

Vierer ohne Steuerfrau als „Boot der Wahl“

Aber für Witting ist – anders als für Winter – nicht der Achter, sondern der Vierer das „Boot der Wahl“, mit dem sie bei den Deutschen Meisterschaften vom 20. bis 23. Juni auf dem Beetzsee im brandenburgischen Werder punkten will. Im Vierer ohne Steuerfrau klappte es für die Ratzeburgerin auch deutlich besser: Mit ihrer neuen Zweierpartnerin Charlotte Körner (Siegburg) wurden zwei Kombinationen getestet. Zusammen mit Charlotte von Bockelmann und Mira Moch (München/Regensburg) lief der Vierer am besten und fuhr in 6:41,40 Min. die Tagesbestzeit in dieser Bootsklasse. In der zweiten Kombination mit Ruderkameradinnen aus Krefeld hingegen reichte es nur für 6:46,44 Minuten.

Regatta-Rückblick

Rennzeitverkürzung, Erweiterung von acht auf neun Bahnen: Das vom Winde verwehte Programm stellte die scheidende Regattaleiterin Regine König am Pfingstsonntag noch einmal vor große Herausforderungen. Doch die seit Montag 64-Jährige nahm’s gelassen, meinte lächelnd mit einem Achselzucken: „Als ich die Leitung bei der 51. Regatta übernahm, hatte das Wetter auch nicht mitgespielt. So hoffe ich, dass meine Nachfolgerin Ulrike Hein bei der 61. Auflage wieder mit gutem Wetter startet.“

Wetter hin, Wetter her:Ratzeburg und die Regatta sind weiter fest im Plan des Deutschen Ruderverbandes“ unterstrich DRV-Chefcoach Ralf Holtmeyer. Und der Leitende Bundestrainer fügte hinzu: „Die Ausweitung des Wassertourismus insbesondere mit Motorbooten führt auch dazu, dass sich die Wettkampfbedingungen für den Rudersport verschlechtern. Der Ratzeburger See ist davon weitestgehend ausgenommen und empfiehlt sich dadurch immer mehr als Trainings- und Wettkampfstandort.“

Ungewisse Zukunft mit Blick auf U23-WM

„Wie es nun weitergeht, weiß man aber nicht“, orakelte Wittings Hamburger Stützpunkttrainer Jan Suhrhoff. „Denn es ist zur Zeit noch nicht klar, welche Ruderinnen aus dem A-Bereich in welchen Bootsklassen zum U23-Bereich dazustoßen werden, um letztlich die Nationalmannschaft zu bilden, die vom 24. bis zum 28. Juli bei der U23-Weltmeisterschaft in Sarasota im US-Bundesstaat Florida an den Start geht. Da ist noch vieles offen“, so Suhrhoff. Auch und vor allem für Witting heißt es daher, sich bei der U23-DM voll in die Riemen zu legen, ohne zu wissen, welche Chancen sich daraus ergeben. „Das ist ausgesprochener Mist, um sich zu motivieren“, räumte Witting ein.

LRG-Leichtgewicht Ann-Elen Pinnecke zweimal Zweite

Als Leichtgewicht konnte sich Ann-Elen Pinnecke (Lübecker RG) mit Maxi Baumgart (Leipzig) zweimal als zweitbester U23-Zweier hinter den siegreichen Antonia Michaels und Katharina Niels (Hamburg/Lahnstein) empfehlen.

Alle Regatta-Resultate gibt es unter www.wordpress.ratzeburger-rc.de

bw

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