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Sportmix Schritt für Schritt: Georg Israelan erobert die Tennis-Welt
Sportbuzzer Sportmix Schritt für Schritt: Georg Israelan erobert die Tennis-Welt
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00:01 22.01.2020
Streckte sich zuletzt bei ITF-Turnieren in Frankfurt und Offenbach extrem erfolgreich: Georg Israelan (LBV Phönix). Quelle: Hikmet Temizer
Lübeck

Wenn das keine passenden Geburtstagspräsente sind, die sich der Lübecker Tennis-Youngster Georg Israelan aus Offenbach selbst mitgebracht hat: Mit seinem ersten Doppel-Finalsieg im Rahmen der ITF World Tour für Junioren (an der Seite des Frankfurters Neo Niedner) sowie dem Erreichen des Einzel-Viertelfinals hat sich der Neuntklässler in der aktuellen U18-Weltrangliste mit nun 41,25 Zählern gleich um 103 Plätze verbessert.

Trainingseinheit mit Schoko-Kuchen

Als bestes deutsches Talent aus dem Jahrgang 2005 liegt der „Adlerträger“ vom LBV Phönix, der am Mittwoch (22. Januar) 15 Jahre jung wird, nun auf Rang 767. Und somit hat Georg allen Grund dazu, sich den von seiner Mutter Swetlana gebackenen Schoko-Kuchen beim Nachmittags-Training am Landesstützpunkt in Wahlstedt mitsamt Verbandscoach Herby Horst und seinen „Sparringspartnern“ schmecken zu lassen.

Stolze Doppel-Finalisten beim ITF-Tour-Stopp in Offenbach: Georg Israelan (LBV Phönix, v.l.) behauptete sich mit Neo Niedner (Frankfurt/M.) gegen Bon Lou Karstens (TC RW Wahlstedt) und David Fix (Pforzheim). Quelle: Hikmet Temizer

Der 1,78 Meter große Phönixer war acht Tage vor seinem Doppel-Coup in Offenbach bereits beim ITF-Tour-Stopp in Frankfurt am Main unter der Obhut des neuen Jugend-Bundestrainers Philipp Petzschner als zweifacher Deutscher U14-Meister (solo und im Duett mit dem Wahlstedter Bon Lou Karstens) und Wildcard-Starter zum Einzel-Finalsieg durchmarschiert. Und so bekennt der Holstentor-Gemeinschaftsschüler im Rückblick auf die jüngsten Highlights: „Es ist ein wirklich gutes Gefühl, so ins Jahr gestartet zu sein. Die Matches waren auf einem fordernden Niveau. Ich denke, es ist die Bestätigung für mein Team und mich, die wir für unsere Arbeit gebraucht haben. Trotzdem werden wir immer weiter hart daran arbeiten, mein ganzes Potenzial auszuschöpfen.“

„Team Georg“ mit Mutter, Vater und Verbandstrainern

Zum „Team Georg“ gehören neben der Mutter, die neben dem aufwendigen Fahrdienst zum Fördertraining (meist sechsmal pro Woche nach Wahlstedt, Timmendorfer Strand oder Neumünster) auch die Turnier- und Reiseplanung übernimmt, und dem Vater (Ex-Hockeyprofi in der früheren Sowjetunion) als Konditions-Heimtrainer auch und vor allem Herby Horst sowie Oke Staats als Coaches des Tennisverbandes Schleswig-Holstein.

Verbandstrainer Herby Horst lobt: „Georg ist tennistechnisch top und hat das Gen zum Gewinnen. Dass er als Linkshänder meistens mit rechts aufschlägt und auch mit rechts schmettert, ist als Alleinstellungsmerkmal durchaus ausbaufähig. Quelle: dpa

Herby Horst: „Georg hat das Gen zum Gewinnen“

Als mittlerweile 63-jähriger Routinier, der als bundesweit anerkannter TVSH-Fachmann schon Topstars wie Angelique Kerber, Julia Görges oder Michael Stich geformt hat, weiß Horst das Talent und Können seines Lübecker Schützlings gut einzuschätzen und betont: „Georg ist tennistechnisch top und hat das Gen zum Gewinnen. Dass er als Linkshänder meistens mit rechts aufschlägt und auch mit rechts schmettert, ist als Alleinstellungsmerkmal durchaus ausbaufähig. Seine größten Stärken sind wohl die beidhändige Rückhand und das ex­trem clevere Wettkampfverhalten, Matches auch dann gewinnen zu können, wenn man keine Top-Leistung abrufen kann.“

„Beidhändigkeit als Strategie ausbauen“

Vor allem mit Blick auf den „unkonventionellen Service“ fügt Horst hinzu: „Georg schlägt drei Millionen Mal mit rechts auf, aber eher intuitiv vielleicht 3000 Mal mit links. Wenn man hier noch mehr Klarheit reinbringt, kann die Beidhändigkeit als Strategie sogar ausgebaut werden und sein Spiel für den Gegner noch unberechenbarer machen.“ Augenzwinkernd umreißt der Verbandstrainer eine weitere kleine Baustelle, an der man – mittlerweile im dritten Jahr – gemeinsam arbeite: „Georg ist wirklich schon sehr klar in seinen Zielen und spielt ex­trem leidenschaftlich. Seine Fähigkeit Emotionen zu kanalisieren hat jedoch noch Steigerungspotenzial.“

Sparring auf hohem Niveau ist garantiert

Für den 63-Jährigen kommen die jüngsten Erfolge des Geburtstagskindes alles andere als von ungefähr: „Sie sind auch seinen guten Trainingspartnern zu verdanken. Denn mit Leonard von Hindte, Pelle Boerma, Lewie Lane, Niklas Guttau, Noel Larwig oder Lukas Hellfritsch ist bei uns Sparring auf hohem Niveau garantiert.“

Geerdet trotz jüngster Höhenflüge

Das weiß auch Georg Israelan zu schätzen, gibt sich aber trotz seiner jüngsten Höhenflüge betont geerdet. Seine Wünsche und Vorsätze für das neue Lebensjahr lauten: „Versuchen gesund zu bleiben und gute Trainingsmöglichkeiten zu behalten und immer positiv nach vorn schauen – mit den Füßen auf dem Boden, Schritt für Schritt.“ Die nächsten Schritte stehen Ende des Monats an: Dann möchte sich der 15-Jährige auch im Herrenfeld der Verbandsmeisterschaften von Schleswig-Holstein und Hamburg beweisen.

Die aktuelle ITF-Junioren-Ranglistegibt es unter www.itftennis.com

Von Andreas Oelker

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