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Segeln Justus Schmidt/Max Boehme: Alle Ressourcen für den Traum von Olympia
Sportbuzzer Sportmix Segeln Justus Schmidt/Max Boehme: Alle Ressourcen für den Traum von Olympia
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18:38 13.02.2020
Justus Schmidt (r.) und sein Kieler Vorschoter Max Boehme kämpfen vor Australiens Küste bei der 49er WM um ihren Olympia-Traum. Quelle: Felix Diemer
Geloong/Lübeck

„Jetzt sind wir in der Spur. Es läuft.“ Justus Schmidt aus dem ostholsteinischen Schönwalde und sein Kieler Vorschoter Max Boehme haben bei der Weltmeisterschaft der 49er vor Australiens Küste zur Aufholjagd geblasen. Nach dem verpatzten Auftakt (Platz 43) segelte das Duo am ersten Tag der Finalrunde mit vier Rennen in der Goldflotte der besten 25 Teams weiter nach vorn. Mit den Platzierungen 7,4,6,10 sind sie nach zehn Rennen Gesamtsiebte und damit am Heck von Erik Heil/Thomas Plößel, ihren Kieler Trainingspartnern und Konkurrenten im Kampf um das Olympia-Ticket. Heil/Plößel sind Gesamtvierte. Schmidt ist für die restlichen vier Finalrennen plus Medal Race am Samstag zuversichtlich: „Wir geben Vollgas.“

„Schmidt-Boehme-Racing“-GbR auf Kurs Tokio

Dafür haben beide viel investiert. Seit gut einem Jahr haben sie alles ihrem Ziel, Olympia 2020, untergeordnet. Schmidt, 27, hat sein Studium der Volkswirtschaft unterbrochen, Boehme, 28, das der Medizin. Um den Traum, die Trainingslager, Regatten, Flüge und Unterkünfte, zu finanzieren, haben sie die „Schmidt-Boehme-Racing“ GbR gegründet und einen „49er Club“ aufgelegt. 49 Partner unterstützen das Duo dabei mit 2020 Euro per anno.

Justus Schmidt und Max Boehme (vorn) im WM-Revier von Geelong/Australien unterwegs. Quelle: Jesus Renedo/SAILING ENERGY

Heil/Plößel wollen Olympia-Vorentscheidung

Doch nicht alles ging auf. Im Wissen, dass es nur ein deutsches Ticket für Olympia gibt, versemmelten sie die erste von drei internen Qualifikationsregatten im Dezember. Rang zwölf bei der WM vor Auckland/Neuseeland ließ sie im Vergleich mit ihren härtesten Rivalen Heil/Plößel ins Hintertreffen geraten. Die Olympia-Dritten sammelten als WM-Zweite ein sattes Punkteplus von 21 Zählern ein. Heißt: Sollten sie jetzt ein weiteres Plus von vier Zählern holen, sind Heil/Plößel bereits vor dem letzten Event, der Princess Sofia Trophy vor Mallorca, für die Tokio-Spiele vorzeitig qualifiziert.

Fünf Wochen Trainingslager in Australien

Das wollen Schmidt/Boehme verhindern. Und dafür haben sie noch einmal alles reingehauen. Bereits kurz nach Neujahr sind sie nach Australien geflogen, trainieren seitdem täglich in der Port-Phillip-Bucht. In der Hafenstadt Geelong (160 000 Einwohner), gut eine Stunde von Melbourne weg, haben sie mit den Kieler 49er FX-Seglerinnen Vicky Jurczok/Anika Lorenz (derzeit Fünfte) ein Haus gemietet. Der Trip kostet Schmidt/Boehme „deutlich mehr als 10 000 Euro. Unsere ganzen Ressourcen laufen da rein. Ein Riesen-Dankeschön geht da auch an unseren Club. Ohne unsere Partner wäre das nicht möglich.“

Selfie mit Palmen: Justus Schmidt (hinten). und Max Boehme. Quelle: hfr

Kampf für Olympia-Showdown vor Mallorca

Um neben dem Training („ein Mix aus Segeln, Kraft und Ausdauer“) den Kopf frei zu bekommen, waren sie in den Nationalparks und in Brisbane unterwegs, im Surf-Hotspot Geelong auch mit dem Board auf dem Wasser. „Das Leben war fast wie zu Hause.“

Das WM-Revier haben sie als ultravielseitig kennengelernt. „Von einem auf den anderen Tag hatten wir 40 Grad und null Wind, dann 15 Grad und Sturm. Das ist hochspannend“, berichtete Schmidt, der zugibt: „Der Druck ist groß, klar. Wir geben unser Bestes.“ Schmidt/Boehme kämpfen für einen Olympia-Showdown vor Mallorca.

Von Jens Kürbis

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