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Segeln Justus Schmidt/Max Boehme – Als Segel-GbR auf Kurs Tokio 2020
Sportbuzzer Sportmix Segeln Justus Schmidt/Max Boehme – Als Segel-GbR auf Kurs Tokio 2020
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18:44 14.05.2019
Hängen sich für ihren Olympia-Traum voll rein: Justus Schmidt (r.) aus dem ostholsteinischen Schönwalde und Max Boehme. Quelle: Martinez
Weymouth/Lübeck

Justus Schmidt segelte seinen 49er mit einem Grinsen zurück in den Hafen von Weymouth. Auf dem Olympiarevier von 2012 steuert der Schönwalder, der am Mittwoch seinen 27. Geburtstag feiert, mit Vorschoter Max Boehme (Kiel) bei der offenen EM weiter auf Erfolgskurs. Nach sieben von 22 Wettfahrten rangiert das Duo auf Rang fünf – als zweitbestes Europäer.

Zurück in der Weltspitze

„Alles Chico, es läuft“, sagt Schmidt. Und damit meint er nicht nur Weymouth. Mit Top-Ten-Platzierungen zuvor in Miami, Porto und Palma haben sich die Europameister von 2015 in der Weltspitze zurückgemeldet. Das kommt nicht von ungefähr. „Sie haben viel investiert. Schön, dass sie sich dafür belohnen“, sagt Bundestrainer Marc Pickel. Schmidt/Boehme haben ein Ziel: Olympia 2020. Für den Tokio-Traum pausieren sie sogar für fast zwei Jahre mit dem Studium. Schmidt, der in Kiel Volkswirtschaft studiert, ist kurz vorm Bachelor. „Doch der muss jetzt warten.“ Boehme studiert im polnischen Stettin Medizin. Das führte zuletzt zu einer problematischen Fernbeziehung mit wenig Freiraum fürs Segeln.

Max Böhme (l.) und Justus Schmidt segeln im Sommer die Kieler Woche. Quelle: dpa

Sechs Wochen nach Tokio

Vergangenheit. Boehme wechselt im Spätsommer 2020 an die Uni nach Kiel. „Außerdem setzen wir seit Dezember voll aufs Segeln, ordnen dem alles unter“, erklärt Schmidt. Das fünfmonatige Intensivprogramm trägt jetzt erste Früchte. Und es geht so weiter. Nach der EM trainiert das Duo zwei Monate in Kiel, ehe es für sechs Wochen nach Tokio geht. Training auf dem Olympia-Revier und die vorolympische Regatta. „Wir sind aber noch auf Quartiersuche, das ist in Tokio echt ein Problem“, erklärt Schmidt.

49er-Club mit 46 Partnern

Auch, weil der Trip überwiegend eigenfinanziert ist. Schmidt/Boehme segeln als „Ich-AG“. Trainingslager, Regatten, Flüge, Unterkünfte – alles will bezahlt sein. Um den Olympia-Traum zu finanzieren, haben sie als „lokales Unternehmen in Kiel“ die „Schmidt-Boehme-Racing“ GbR gegründet und einen „49er Club“ aufgelegt. Die Idee: 49 Partner unterstützen das Duo mit 2020 Euro per anno. Schmidt: „Läuft, 46 Partner haben wir schon.“

Freunde, Trainingsgefährten und Konkurrenten im Kampf ums Olympia-Ticket: Thomas Plößel (v.l.), Max Böhme, Erik Heil und Justus Schmidt Quelle: hfr

Olympia-Qualifikation ab Dezember

Richtig zur Sache geht es für alle deutschen 49er ab Dezember. Mit der WM in Auckland (Neuseeland) beginnt die nationale Olympia-Ausscheidung für Tokio. Die WM danach, im Februar 2020 in Australien, und der Europacup im März vor Mallorca zählen auch dazu. Der Haken dabei: Nur ein deutsches Duo erhält das Ticket. Und die ärgsten Widersacher von Schmidt/Boehme sind ihre Freunde und Trainingspartner, die Olympia-Dritten Erik Heil/Thomas Plößel.

Jens Kürbis

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