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Segeln Liga-Finale: Lübecker Teams auf Kurs Attacke
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21:25 16.10.2019
Kurs erste Liga: die Crew des Lübecker Yacht-Clubs mit Maximilian Gebhard.   Quelle: DSBL/Lars Wehrmann
Lübeck

In Glücksburg steigt ab Donnerstag das große Finale der Segel-Bundesliga. Mehr als 140 Segler, 36 Vereine, 32 Flights, 96 Wettfahrten mit je sechs Booten, drei Tage – das sind nach sechs Monaten Saison mit bis zu sechs Spieltagen die Zutaten beim Showdown. Die Titel sind an den Berliner Verein Seglerhaus am Wannsee (1. Liga) und die Newcomer von One Kiel (2. Liga) so gut wie vergeben. Auf der Flensburger Förde steht der Auf- und Abstieg im Fokus. Mittendrin, zumindest in der Zweiten Liga: der Lübecker Yacht-Club (LYC) und der Lübecker Segler-Verein (LSV).

Babendererde: „Ziel ist ganz klar der Aufstieg“

„Ziel ist ganz klar der Aufstieg“, bläst LYC-Steuermann Johannes Babendererde zur Attacke. Heißt: Der LYC muss Platz vier halten. Nur die vier Top-Teams gehen hoch ins „Oberhaus“. Fünf Punkte, also fünf Ränge in Glücksburg, haben Babendererde & Co. Luft nach hinten. „Wir packen das“, ist sich der 35-jährige ehemalige Starbootprofi sicher. Denn mit Leon Oehme, seinem Kumpel aus Piraten-Zeiten (2xdeutscher Jugendmeister), Florian Kemper und Team-Manager Maximilian Gebhard ist er eingespielt. Auch das finale Training auf der Alster mit Erstligisten aus Hamburg und Düsseldorf gibt Rückenwind. „Wir waren auf Augenhöhe“, sagt Babendererde, der im Finale auch dem LSV die Daumen drückt.

Das ist die Segel-Bundesliga

2013 als Segel-Bundesliga gegründet, standen in dieser Saison für die 18 Erstligisten sechs (u.a. Travemünde), für die 18 Zweitligisten fünf Regatten an. Gesegelt wird auf vom Veranstalter gestellten, baugleichen J70-Booten.

In Glücksburg steigt ab Donnerstag (bis Samstag) das Finale. Der Modus: Die vier besten Erstligisten qualifizieren sich für die Champions League, die vier letzten Club steigen ab. Aus der 2. Liga steigen die Top 4 auf, die letzten vier ab. Die Absteiger erhalten allerdings im DSL-Pokal (Sonntag/Montag in Glücksburg) eine neue Chance, die Klasse zu halten. Im Pokal werden vier Startplätze für die 2. Liga vergeben.

LSV-Teamchef Jacobs: „Wollen Sack zumachen“

Für die zweite Lübecker Crew geht es um den Klassenerhalt. Dafür reicht im 18er Feld am Ende Platz 14. Aktuell ist der LSV 13. – mit fünf Zählern Luft zu Platz 15, dem ersten von vier Abstiegsrängen. „Wir wollen den Sack zumachen, uns erstmals nach vier Jahren das Zittern in der Saison-Verlängerung ersparen“, sagt Teammanager Jörg Jacobs. Der LSV sicherte zuletzt immer erst über den Umweg Relegation die Ligazugehörigkeit. Jacobs setzt dabei auf Kim Brandt an der Pinne, der als Taktiker den erfahrenen Sönke Boy sowie Ingo Hüter und Niklas Reisenauer an seiner Seite hat.

Überraschte in Kiel mit starker Performance: das Team des Lübeck-Segler-Vereins. Quelle: DSBL/Lars Wehrmann

LYC: Noch ein Jahr zweite Liga wäre schwierig

Der Lübecker Yacht-Club ist einer der 17 Segelclubs, die die Liga 2013 mit gegründet haben. „Nach zwei Jahren in der zweiten Liga, in der wir uns neu sortiert haben, ist der Aufstieg für uns enorm wichtig“, sagt Teamchef Gebhard. Der Plan, junge Segler wie Michael Fechner, und neue, wie Florian Kemper, zu integrieren, sei voll aufgegangen. „Doch noch ein Jahr zweite Liga wäre schwierig – für das Standing innerhalb des Clubs auch bei der Sponsorensuche“, erklärt Gebhard. Um die 25 000 Euro kostet per anno das Liga-Projekt, zu je einem Drittel finanziert aus Sponsoren, Clubzuschüssen und Umlagen von den beteiligten Seglern. Reisen, Trainingslager, Startgeld (3750 Euro für fünf Spieltage), die Abschreibung für das gekaufte J70-Boot bis hin zum TÜV für den Trailer – alles will bezahlt sein.

LYC-Junioren auf Platz sieben

Auch das Junioren-Team (bis 21 Jahre). Der LYC-Nachwuchs war in diesem Jahr erstmals bei allen vier Events am Start, belegte am Ende unter 28 Teams Platz sieben, mit dem Rausreißer, dem Sieg in Kiel. „Das haben unsere Junioren super gemacht“, lobte Gebhard dabei vor allem Steuermann Fechner. „Er hat sich in das Projekt richtig reingekniet.“ Der Lohn: Der LYC-Nachwuchs hat sich damit einen Startplatz beim deutschen Segel-Liga-Pokal in Glücksburg (20./21. Oktober) erkämpft. „Das kam dann doch überraschend“, erklärte Gebhard. So überraschend, dass das Team absagen musste. Das Gros des Teams ist am Montag an ihren Unis.

Das Junioren-Team des Lübecker Yacht-Clubs in Aktion. Quelle: segel-bilder.de

Der LSV hatte auch ein Junioren-Team am Start, war bei zwei von vier Events dabei (Platz 22 und 17). Teamchef Jacobs: „Damit sind wir zufrieden, bleiben dabei.“

Jugendliche finden Liga-Format sexy

Gebhard und Jacobs wissen dabei um die Gratwanderung, den Vorwurf vieler Segel-Trainer, dass die Liga, ihre Arbeit torpediere. „Fakt ist, die Jugendlichen finden das Liga-Format sexy, wollen da rein“, sagt Gebhard, „aber richtig gut segeln, das lernen die Jugendlichen nur in ihren Booten, egal ob es 29er, Opti oder 420er ist. Wir holen nur die ab, die danach umsteigen wollen, sehen uns als Ergänzung.“ Das sieht auch Jacobs so: „Ich kann die Vorwürfe nicht nachvollziehen. Wir fischen keine künftigen Olympiasegler ab, eher die, die sonst aufhören würden.“

Von Jens Kürbis

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