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Segeln Mit Bond-Girl „Kissy Suzuki“ auf Kurs Tokio
Sportbuzzer Sportmix Segeln Mit Bond-Girl „Kissy Suzuki“ auf Kurs Tokio
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18:49 17.06.2019
Da sind Justus Schmidt/Max Boehme noch mit „Pussy Galore“ unterwegs, ab Mittwoch dann mit „Kissy Suzuki“. Quelle: Lars Wehrmann /Sailing Team Germany
Lübeck

Nach „Honey Rider“ ist jetzt auch „Pussy Galore“ Geschichte. Noch ist es ein Geheimnis, das erst in den nächsten Tagen gelüftet werden soll: „Kissy Suzuki“, das ist die neue Schöne von Justus Schmidt und Max Boehme. Mir ihr segeln der Schönwalder und sein Kieler Vorschoter ab sofort Kurs Tokio 2020. Die Bond-Girls haben es der 49er Crew seit Jahren angetan, jetzt sollen sie ihnen im Kampf ums Olympia-Ticket helfen. „Die Namensgebung ist dabei pures Kalkül“, gibt Schmidt augenzwinkernd zu. Denn „Kissy Suzuki“ ist im Film „Man lebt nur zweimal“ japanische Geheimagentin, in Bikinis gekleidete 007-Braut, gespielt von der Tokioter Schönheit Mie Hama, der „Brigitte Bardot von Japan“.

Kieler Woche: Medaille als Ziel

Am Montag ist die neue 4,99 Meter lange Jolle in Schilksee pünktlich vor dem Start der Kieler Woche eingetroffen. „Und bevor sie aufs Wasser geht, braucht sie noch ihren Namen“, erklärt Schmidt. Doch zuvor wird an „Kissy Suzuki“ noch kräftig geschraubt. Die Fußschlaufen müssen angepasst, die Schoten gebaut, Beschläge angebracht werden. „Das macht fast alles Marc“, erklärt Schmidt. Marc, das ist Marc Pickel, Bundestrainer und als gelernter Bootsbauer ein Mann vom Fach. Am Mittwoch muss „Kissy Suzuki“ segelfein sein, dann starten Schmidt/Boehme in Teil zwei ihres gemeinsamen Trainings mit den Spaniern Botin/Mara und den Engländern Peters/Sterritt. „Die Trainingsqualität steht und fällt mit den Partnern – und die sind Weltspitze. Das ist eine richtig coole Zeit, hat uns schon viel gebracht“, sagt Schmidt. Das Quartett gehört so auch zu den 89 Konkurrenten aus 28 Nationen, die bei der Kieler Woche zu den Siegaspiranten zählen. Wie auch Schmidt/Boehme: „Unser Wunsch ist beim Heimrennen eine Medaille. Wir haben es 2015 und 2016 schon erlebt – und das ist großartig.“

Trainingsgemeinschaft und Konkurrenten ums Olympia-Ticket: Thomas Plößel (v.l.), Max Böhme, Erik Heil und Justus Schmidt. Quelle: hfr

Schmidt/Boehme setzen voll aufs Segeln

Das Schönwalder-Kieler Duo setzt seit November „voll aufs Segeln. Wir haben unser Studium auf null runtergefahren.“ Und das soll bis Tokio 2020 so bleiben. Wohlwissend, dass nur ein Team das deutsche Olympia-Ticket lösen wird. Das wird ab Ende November in drei Regatten vergeben (WM in Auckland/Neuseeland, WM 2020 in Geelon/Australien und Princess Sofia Trophy 2020 vor Mallorca). Im Team Germany ist es mittlerweile ein Dreikampf. Denn neben Schmidt/Boehme und den Olympiadritten Eric Heil/Thomas Plößel (Kiel) machen sich auch die Hamburger WM-Dritten Tim Fischer/Fabian Graf Hoffnungen. Heil/Plößel fehlen zur Kieler Woche, da Erik Heil im Physikum steckt. „Wir sind uns der Konkurrenzsituation schon bewusst“, sagt Boehme, der dennoch auf ein Miteinander – auch im Training – setzt. So wie 2015/16. Da blieben sie zwar auf der Olympiastrecke, waren aber bis zum Schluss die Sparringspartner für Heil/Plößel.

Training und Pre-Olympics in Enoshima

Im Dreikampf haben in diesem Jahr Schmidt/Boehme nach Platz fünf bei der Princess-Sofia-Regatta vor Mallorca und EM-Platz sechs vor Weymouth den Bug vorn, wurden so auch für die Pre-Olympics, die vorolympischen Wettbewerbe im August in Enoshima/Japan nominiert. „Klar sind wir darüber glücklich. Es zeigt, dass wir auf dem richtigen Kurs sind“, sagt Boehme. Auf dem Weg zu den Spielen wollen sie nichts dem Zufall überlassen, fliegen bereits Mitte Juli für zweieinhalb Wochen ins Land der aufgehenden Sonne, um auf dem Revier zu trainieren.

Olympia-Kampagne kostet 150.000 Euro pro Jahr

Dafür haben sie auch reichlich Eigenmittel eingeworben. Denn neben dem Verband und Stiftungen finanzieren sich die 49er-Jungs selbst, haben dafür die Schmidt-Boehme-Racing GbR gegründet und einen 49er Förderclub ins Leben gerufen. Gut 150 000 Euro brauchen sie per anno für Trainingslager, Trainer, Reisen, Service und das eigene Leben. Schmidt: „Und wir sind froh, dass die Kampagne bis Tokio 2020 jetzt gesichert ist.“ Ab sofort gehört Bond-Girl „Kissy Suzuki“ dazu.

Ocean-Race-Atmosphäre zum Welcome-Race

Die Kieler Woche erwartet zum 125. Jubiläum (22. bis 30. Juni) über 4000 Aktive aus über 50 Nationen. Im ersten Teil (22. bis 25. Juni), stehen die internationalen Klassen, darunter die EM der OK-Jollen, im Fokus plus die Youth Sailing Champions League. Im zweiten Teil (26./27. bis 30. Juni) sind die olympischen Klassen, darunter die neue olympische Disziplin „Double Hand Offshore Mixed“ dran.

Am Samstag (22. Juni) trifft sich die Offshore-Segelgemeinschaft vor der Kiellinie. Hier kommt es zum Stelldichein der Big Boats zur Aalregatta, zum Welcome Race und erstmals auch zum Kiel-Cup. Für das Welcome Race hat auch das deutsche Offshore Team Germany gemeldet, das mit seiner „Imoca 60“ und Skipper Robert Stanjek neuer deutscher Hoffnungsträger für „The Ocean Race“ ist.

Jens Kürbis

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) segelt im Rahmen der 130. Travemünder Woche (19. bis 28. Juli) beim 16. „Volksbank Rotspon Cup“ gegen Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau. Zur Segelwoche werden mehr als 1000 Segler auf 700 Booten erwartet. Höhepunkte sind die EM der Open Skiff, die IDM der Seesegler und der neuen olympischen Klasse Doublehand-Offshore.

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