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Segeln Mit „Einstein“ zum The Ocean Race
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19:58 21.06.2019
Die zweifache Weltumseglerin Annie Lush tauft die GER 21 des „Offshore Teams Germany“ auf den Namen „Einstein“. Der große Physiker soll die Imoca Open 60 auf Kurs „The Ocean Race“ bringen. Quelle: Sascha Klahn/HFR
Kiel

„Ich taufe dich auf den Namen Einstein“, sagte Annie Lush und goss eine Flasche Champagner über den schneeweißen Bug der GER 21. Und an der Kieler Reventloubrücke rollte eine doppelte La Ola durch die Zuschauerreihen. Die runderneuerte Imoca Open 60 des „Offshore Team Germany“ hat jetzt einen großen Namen und in der Britin, der viermaligen Weltmeisterin, Olympia-Teilnehmerin und zweifachen Weltumseglerin, eine Ocean-Race-erfahrene Taufpatin, die auch zur Crew gehört. Es ist der Startschuss in eine Kampagne, die die Hoffnungen des deutschen Segelsports trägt, dass 2021 wieder eine Yacht mit „GER“-Kennung an der Startlinie zum „The Ocean Race“ steht, dem härtesten Segel-Etappenrennen um die Welt. Gleichzeitig bewirbt sich Kiel als Etappenort.

„Gott sei Dank, macht das mal einer“

Aus gutem Grund. Vor 17 Jahren lief die „illbruck“ auf der letzten Etappe des „Volvo Ocean Racein Kiel ein – als Sieger. Es war ein Triumphzug. Hunderttausend Menschen säumten die Förde an Land, Hunderte Boote begleiteten die „illbruck“ auf dem Wasser. Der Zieleinlauf, er hat Kiels Segel-DNA nachhaltig geprägt. Vor der Taufe schickte so auch Michael Illbruck, damaliger Eigner und Initiator, eine emotionale Grußbotschaft: „Das ist der Hammer. Was für eine Aufregung, was für ein Abenteuer? Gott sei Dank, macht das mal einer!“ Für Illbruck ist bis heute die Ankunft in Kiel „das größte Segelerlebnis. Das war unsere Mondlandung.“

Taufe der ersten deutschen IMOCA 60 in Kiel. Quelle: imago images

Kiel bewirbt sich als Etappenort

Initiator und Teammanager des neuen Projektes ist der Berliner Jens Kuphal (55), eher bekannt als Musikproduzent (u.a. für Nena, Rammstein, Hildegard Knef, Manfred Krug), Musiker, Komponist und Schauspieler. Gemeinsam mit seinem Co-Geschäftsführer Michael End hat er die Kampagne an den Start gebracht, im Berliner Robert Stanjek, dem ehemaligen Starboot-Weltmeister, einen erfahrenen Skipper an Bord geholt. Bei der Auswahl der Crew kooperiert das Team mit dem Deutschen Segler-Verband (DSV), hat so neben erfahrenen Hochseeprofis, wie Annie Lush, junge Talente wie Finn-Segler Phillip Kasüske oder 49er-Hoffnung Fabian Graf angeheuert. Für DSV-Präsidentin Mona Küppers wäre ein deutscher Start beim Ocean-Race und ein Stop in Deutschland eine „großartige Plattform. Das wäre ein Ereignis, das unglaubliche Emotionen erwecken könnte.“

Kampagne kostet zehn Millionen Euro

Der große Physiker Albert Einstein soll die GER 21 auf Kurs bringen, ist auch Inspiration für das Vorhaben. Denn der leidenschaftliche Segler, der über zehn Jahre ständiger Gast auf der Förde war, sagte einmal: „Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie.“ Die „Einstein“ ist längst über die Idee hinaus. Anfang August startet sie beim berühmten Rolex Fastnet Race. Parallel läuft die Sponsorensuche für die Kampagne, die gut zehn Millionen Euro kosten soll. Ihre Feuertaufe, die erste Regatta, steht für die „Einstein“ am Samstag an. Zum Auftakt der Kieler Woche steht die Imoca Open 60 an der Startlinie des 28 Seemeilen langen Welcome Race von Kiel nach Eckernförde – und das mit den beiden VO65 vom vergangenen „Volvo Ocean Race“, der „Brunel“ und der „Akzonobel“. Die Ocean-Renner präsentieren sich vor dem Start mit ihrer beeindruckenden Segelfläche dem Publikum in der Kieler Innenförde vor dem Sportboothafen Düsternbrook.

Jens Kürbis

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