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Segeln Travemünder Woche – die Woche der Meisterschaften
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12:14 17.07.2019
Nach der Champions-League-Premiere 2018 startet die Nachwuchs-Crew des Lübecker Yacht-Clubs ab Samstag in der Junioren-Liga. Quelle: Foto: www.segel-Bilder.de
Lübeck

Ein Gabelstapler karrt Holzböden vom Parkplatz Leuchtenfeld zur Travepromenade, umkurvt hupend kreuz und quer stehende Lastwagen. Direkt neben dem Clubhaus des Lübecker Yacht-Clubs wird in Zelten gehämmert, gebohrt, geschraubt. Ein Stück weiter stapeln sich Kartons mit Segelbekleidung – und das meterhoch. Auch am Strand neben der Nordermole wird überall gewerkelt, stehen im Sand erste Stahlrohrskelette. Eine Metamorphose im Expresstempo, untrügliche Vorboten, dass in Travemünde die fünfte Jahreszeit bevorsteht. Am Freitag ist es soweit: Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau schickt – wenn er das t nicht wieder vergisst –mit einem „Heißt Flagge“ die Travemünder Woche in ihre 130. Runde – und mit ihr etwas mehr als 1300 Segler aus 15 Nationen mit 704 Booten.

IDM im Seesegeln: Doppelt so viel Boote wie 2018

„Am Dienstagmorgen haben wir die 700 Boote geknackt. Damit liegen wir leicht über dem Vorjahresniveau“, ist Jens Kath, sportlicher Leiter der Travemünder Woche (TW), zufrieden. Mit acht Titelkämpfen plus die Rennen der ersten Segel-Bundesliga und der Junioren untermauert die TW einmal mehr ihren Ruf als Nummer-eins-Meisterschaftswoche in Deutschland. Am Samstag um 10 Uhr fällt auf den Regattabahnen der erste Startschuss. Im Blickpunkt am ersten Wochenende steht – neben der Segel-Bundesliga und dem top besetzten Feld der olympischen Finn Dinghy – die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) im Seesegeln. „Mit 40 Booten haben wir im Vergleich zur Vorjahres-IDM in Flensburg fast doppelt so viel Meldungen“, ist Kath begeistert. Einer der Titelanwärter kommt von der Segler-Vereinigung Heiligenhafen: Steuermann Axel Seehafer mit seiner Crew der „Sportsfreund“.

Die seegehenden Yachten küren nach 14 Jahren ihren Meister wieder vor Travemünde. Quelle: www.segel-bilder.de

Skiffsegler Tapper aus Neuseeland

Traditionell stark vertreten sind die Laserklassen (Radial und 4.7) mit fast 170 Booten bei den beiden Deutschen Jugendmeisterschaften, „und auch die O’pen Skiff haben mit fast 90 Teilnehmern aus sechs Nationen ein starkes Europameisterschaftsfeld“. Die weiteste Anreise mit fast 18 000 Kilometern hat dabei Skiffsegler Ben Tapper aus dem neuseeländischen Manley Sailing Club in der Nähe von Auckland.

Double Handed in der Warteschleife

Travemünde erlebt auch die Meisterschaftspremiere einer Klasse. Ab dem 25. Juli küren die Zweimann-Crews der Offshore-Double-Handed-Yachten ihren ersten Deutschen Meister. Die Offshore-Disziplin, die zur TW offen gesegelt wird, erhält 2024 ihre olympischen Weihen, dann allerdings in gemischten Crews. Das Handicap bisher: Der Weltseglerverband hat dafür noch kein Boot festgelegt, lässt die Segler somit in der Warteschleife hängen.

Ein Hingucker: Auf der Leinwand am Strand konnten bisher die rennen live verfolgt werden. In diesem Jahr nur an den ersten drei Tagen. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Nur zwölf Crews für Premiere gemeldet

Eine deutsche Olympiakandidatin ist Lina Rixgens. Die 24-jährige ehemalige Europe-Seglerin ist seit 2012 in der französisch geprägten Einhand-Hochseeregattaszene aktiv und bereits die Einhand-Transatlantik-Regatta gesegelt. In Travemünde ist sie eine der Titelanwärterinnen. Das Manko: „Bisher haben nur zwölf Boote gemeldet. Das Feld ist überschaubar. Man merkt, dass die neue olympische Disziplin erst seit kurzem an der Startlinie steht“, erklärt Kath. Auf die zwölf Crews wartet allerdings ein anspruchsvolles Programm mit einer nächtlichen Langstrecke rund um Fehmarn, zwei küstennahen Mittelstrecken und einer weiteren in der Lübecker Bucht.

Live-Bilder nur drei Tage

Bitter nur: Davon wird es keine Live-Bilder auf den zwei LED-Wänden auf der Travemünder Woche geben. Die liefert zum TW-Start nur die Segel-Bundesliga und die Junioren-Liga. „Danach gibt es nur Bilder aus der Konserve. Das ist ein Rückschritt, ganz klar“, gibt TW-Geschäftsführer Frank Schärffe zu. Der Grund: Software-Riese SAP, der mit seinem Team den Livestream produziert, die Rennen grafisch aufbereitet und durch Profis kommentiert, überträgt nur die ersten drei TW-Tage. Schärffe: „Das ist ein Einschnitt. Wir müssen sehen, wie die künftige Ausrichtung von SAP aussieht.“ Eine Eigenproduktion sei indes kein Thema. „Das übersteigt unsere finanziellen Möglichkeiten.“

Meisterschaften der Travemünder Woche

Meisterschaften: Zur TW küren die O’pen Skiff ihren Europmeister. Zudem gibt es vier Internationale Deutsche Meisterschaften (Seesegeln, Offshore Double Hand, J/70, 505er) die Jugend-IDM im Laser Radial und Laser 4.7 sowie die Jüngsten-IDM im Teeny (bis 15 Jahre).Dinghy-Trophy: Die ehemals olympischen 12 Fuß langen Dinghys segeln zu Ehren ihres Konstrukteurs Goerge Cockshott eine Trophy aus, eine inoffizielle EM. Gemeldet sind 20 Boote aus vier Nationen.

Online: Alle Nachrichten zur Travemünder Woche auf www.ln-online.de/trawo.

Jens Kürbis

Am 29. Juli geht die Travemünder Woche in ihre 130. Runde – und mit ihr 1300 Segler aus 15 Nationen mit 685 Booten. Das internationalste Feld stellen 80 O’pen Skiff, die ihre Europameister küren. Weitere Höhepunkte sind die IDM im Seesegeln und die live kommentierten Rennen der Segel-Bundesliga.

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