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Sportmix US Open als Mutmacher für Lübecker Kamke
Sportbuzzer Sportmix US Open als Mutmacher für Lübecker Kamke
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05:03 30.08.2019
Tobias Kamke kämpfte verbissen gegen den Spanier Fernando Verdasco, musste sich am Ende aber in vier Sätzen geschlagen geben. Quelle: imago images
New York

Für 2:22 Stunden war Tobias Kamke wieder einer von ihnen. Für 2:22 Stunden gehörte er zu den besten 128 Tennisspielern der Welt. Bei den US Open in New York hatte sich der Lübecker vergangene Woche durch drei Qualifikationsrunden gespielt und stand nun am Dienstag erstmals seit den French Open 2016 wieder im Hauptfeld eines Grand Slam-Turniers.

Punkte sammeln in der Tennis-Provinz

Sein Gegner war Fernando Verdasco - und der Spanier war die erwartete Nummer zu groß. Mit 3:6, 6:3, 1:6, 2:6 verlor Kamke gegen den 33. der Setzliste. Und dennoch war dieses Intermezzo für den 33-Jährigen eine willkommene Abwechslung von seinem mitunter eher tristen Tennis-Alltag. Kamke wird in der Weltrangliste auf Position 231 geführt und spielt somit zweitklassige Turniere, so genannte Challenger. Wenig Zuschauer, oftmals unbekannte Gegner, alles halt mindestens eine Nummer kleiner. “So richtig Spaß macht das nicht”, betont Kamke. Die Turniere sind vor allem dazu da, Punkte für das globale Ranking zu sammeln.

Braunschweig als Sprungbrett für die US Open

Durch das Erreichen des Finales Mitte Juli in Braunschweig, hatte er die entscheidenden Zähler für das Qualifikationsturnier der US Open geholt. Und in Flushing Meadows spielte Kamke nun am Dienstag auf Platz sieben. Der liegt direkt neben dem Arthur Ashe Stadium, dem mit einer Kapazität von 23771 Zuschauern größten Tennis-Tempel der Welt. Am Vortag hatten dort unter anderem noch Titelverteidiger Novak Djokovic, Roger Federer und Serena Williams ihre Auftaktpartien bestritten.

„Es war eine schöne Erfahrung“

Nun spielte in unmittelbarer Nähe Tobias Kamke im hellblauem T-Shirt, schwarzer Hose und roten Schuhen sein wichtigstes Match der Saison. “Es war eine schöne Erfahrung, hat mir Spaß gemacht”, meinte Kamke gegenüber den LN. Und es wäre für ihn vielleicht sogar noch etwas mehr drin gewesen. Angefeuert von Trainer Ralf Grambow, Freundin Deike und Vater Lutz hatte Kamke einige sehenswerte Aktionen, konnte Verdasco mit harten und platzierten Grundlinienschlägen durchaus unter Druck setzen. Anderseits waren aber oftmals auch einige dieser Bälle etwas zu lang, so dass der Spanier zu leichten Punkten kam. Mit einem platzierten und für Kamke nicht zu erreichenden Vorhandball beendete Verdasco das Match. Um 15:02 Uhr (Ortszeit) waren die US Open 2019 für Tobias Kamke vorbei.

Er sprach von “gemischten Gefühlen”, von “Frust” und davon, sich “ein bisschen” zu ärgern. Aber, sagt Kamke, “mit ein wenig Abstand”, könne er das schon einordnen. Und wenn ihm jemand “im Mai oder Juni gesagt hätte” dass er sich bei den US Open für’s Hauptfeld qualifiziere, dann, so Kamke, hätte er das angenommen.

Kamke will zurück auf die große Tennis-Bühne

In diesem Jahr hatte er erstmals eine etwas längere Verletzung, quälte sich von Ende März bis Anfang Juni mit einer verschleppten Entzündung in der Hüfte herum. Es dauerte anschließend einige Wochen, bis er seinen Rhythmus wieder hatte. Den Ausflug zu den US Open will Kamke als Motivation nehmen. Er hat Appetit bekommen, will wieder öfter zurück auf die ganz große Bühne. Und er ist bereit, diese Herausforderung anzunehmen, sich zu quälen, zu schinden, alles zu geben.

Karriere-Ende ist kein Thema für den Lübecker

Der 33-Jährige sieht sich noch nicht auf der Schlussgeraden seiner Karriere, sondern eher in der Schlusskurve. Sein Alter sei kein Problem. Kamke verweist auf Roger Federer. Der ist gerade 38 Jahre geworden. Nun maßt sich der Norddeutsche keine Vergleiche mit dem Schweizer Tennis-Titan an, glaubt aber, “dass ich noch drei, vier gute Jahre vor mir habe.”

Während es bei den US Open kommende Woche um den Turniersieg geht, wird Kamke ein Challenger-Turnier in Südfrankreich spielen. Im Herbst wolle er dann “ein, zwei ATP-Turniere einstreuen.” Stockholm und Antwerpen stünden auf seiner Liste. Lust auf mehr, sagt Kamke, habe er auf jeden Fall. Ansonsten hätte er seine Karriere schon vor einigen Jahren beendet.

Von Heiko Oldörp

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