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VfB Lübeck VfB Lübeck in der Einzelkritik nach 2:2 gegen Verl
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VfB Lübeck: Einzelkritik nach 2:2 gegen Verl

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19:46 20.03.2021
Mehr Erleichterung als Jubel: Torschütze Yannick Deichmann (vorn und die Kollegen Soufian Benyamina (Nr. 33), Marvin Thiel und Tommy Grupe (r.) nach dem Tor zum 2:2.
Mehr Erleichterung als Jubel: Torschütze Yannick Deichmann (vorn und die Kollegen Soufian Benyamina (Nr. 33), Marvin Thiel und Tommy Grupe (r.) nach dem Tor zum 2:2. Quelle: Agentur 54°
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Kritik an seiner Mannschaft übt Trainer Rolf Landerl öffentlich selten, an einzelnen Spielern schon gar nicht. Auch nach dem 2:2 gegen Verl unterstrich er zunächst: „Mir hat imponiert, wie wir zurückgekommen sind. Wir haben eine Stehaufmentalität entwickelt.“ Er stellte aber auch fest: „Es hat etwas die mentale Frische gefehlt“ – dazu mehr in der Einzelkritik. Und er wies darauf hin, dass „wir versucht haben, spielerische Lösungen zu finden, anstatt mal einfach auf das Tor zu schießen.“ Sein Blick geht aber – wie immer – nach vorn. Landerl: „Unser Herz muss weiter schlagen. Wir müssen jetzt die richtigen Schlüsse aus den letzten Spielen ziehen und nach der Länderspielpause Druck auf die anderen Vereine ausüben.“

Eigentor und Pfosten: Grupe mit Pech im Spiel

Lukas Raeder: Zeigte keine Reaktion beim Eigentor von Abwehrchef Tommy Grupe. Ansonsten hielt er, was zu halten war, rauschte einige Male entschlossen dazwischen. Sein Aufbauspiel dauert oft zu lange.

Thorben Deters: In der Defensive erneut mit eklatanten Fehlern. Lässt sich zu leicht, ausspielen. Auch nach vorne ging dieses Mal nicht viel. Insgesamt zu unauffällig. Eine Frage der mentalen Frische, die sein Trainer ansprach?

Ryan Malone: Nach einem anfänglichen Fehlpass steigerte er sich. Gutes Auge bei einigen Pässen im Spielaufbau. Seine Monstereinwürfe landeten leider meist zu dicht beim gegnerischen Torwart.

Tommy Grupe: Hinten ein unglückliches Eigentor und vorne Pech mit einem Kopfball an den Pfosten. Ansonsten ein solider Auftritt.

Nico Rieble: Ging angeschlagen in die Partie, biss aber auf die Zähne. Machte seine Sache gegen den gefährlichen Aygün Yiderim gut bis zur Auswechselung (muskuläre Probleme).

Sebastian Hertner (ab 48. für Rieble): Hatte mehr Mühe mit Yilderim als Rieble, kämpfte sich in das Dueell aber erfolgreich hinein.

Die Länderspielpause wird einigen gut tun

Yannick Deichmann: Zuletzt hatte er einige Chancen liegen gelassen (letztes Tor am 27.1. per Elfer gegen Haching), jetzt war er mit Power zurück. Sein sechster Saisontreffer war eine starke Einzelleistung.

Mirko Boland: Dem Leitwolf unterlief ein folgenschwerer Ballverlust im Mittelfeld, der zum 1:2 führte. Überhaupt gelang längst nicht alles – auch eine Frage der mentalen Frische. Die Länderspielpause wird ihm gut tun..

Martin Röser (ab 70. für Boland): Seine erste Aktion war eine misslungene Ecke. Schade, dass er sein Potenzial nicht auszuschöpfen vermag.

Osarenren Okungbowa: Ein verlorener Zweikampf gegen Kasim Rabihic ermöglichte den Gästen die schnelle 1:0-Führung. Er machte ungewöhnlich viele Fehler, wirkte unkonzentriert – musste mit einer Knöchelverletzung raus.

Sven Mende (ab 44. für Okungbowa): Brauchte länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Erster Ballkontakt war ein Ballverlust (nicht ungefährlich), erster Zweikampf ein Foul..

Ramaj bereitete Verl große Probleme

Elsamed Ramaj: Ein guter Auftritt vom quirligen Ex-Rostocker, der mit seinem Tempo für viel Wirbel auf der linken Seite sorgte. Starke Vorarbeit zum 1:1-Ausgleich, traute sich was zu. Das war wieder der alte Eli, wie ihn der VfB braucht.

Marvin Thiel (ab 70. für Ramaj): Kurbelte mit an, ist aber ohne Fortune bei seinen Standards

Ersin Zehir: Gewann den entscheidenden Zweikampf vor dem 1:1 und machte die Bahn für Ramaj frei. Absolvierte ein hohes Laufpensum.

Cyrill Akono: Ließ sich zu oft zu tief fallen. Machte aber sein zweites Saisontor, bei dem er da war, wo ein Stürmer sein muss – ehe er angeschlagen ausgewechselt wurde.

Soufian Benyamina (ab 48. für Akono): Brauchte eine gewisse Zeit, um in die Partie zu finden. Sein vermeintlicher Siegtreffer zählte nicht, weil er im Abseits stand.

Von J. Rönnau und V. Giering