VfB Lübeck schlägt SC Verl mit 2:1
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VfB Lübeck VfB Lübeck gewinnt auch in Verl
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VfB Lübeck schlägt SC Verl mit 2:1

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22:43 16.11.2020
Pascal Steinwender bejubelt das 1:0 gegen Verl. Quelle: imago images/Noah Wedel
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Paderborn

Der VfB Lübeck hat den dritten Sieg in Folge gefeiert. Nach den Siegen bei Viktoria Köln und gegen Uerdingen gewannen die Grün-Weißen an diesem Montagabend mit 2:1 bei Mitaufsteiger SC Verl, kletterte auf Tabellenplatz 13. Pascal Steinwender und Yannick Deichmann in der Nachspielzeit erzielten die Lübecker Tore.

Verl zwölf Tage im Corona-Lockdown

Nach zwei Siegen ohne Gegentor war der VfB mit breiter Brust nach Westfalen gefahren, um in der Benteler Arena von Paderborn endlich mal gegen den SC Verl zu gewinnen. Das war in sechs Pflichtspielen zuvor (zwischen 2001 und 2008) nie gelungen, nur einmal gab es ein Remis, sonst Pleiten (Torverhältnis 1:10). Jetzt aber war der VfB im Vorteil, kam aus dem vollen Spielbetrieb, während Verl zuletzt wegen Corona-Fällen sogar zwölf Tage nicht mal trainieren durfte.

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Thiel statt Hertner in der Startelf

Auf dem Platz sah man davon wenig, der VfB begann überraschend gehemmt, fast schon schläfrig – wenig Bewegung, wenig Ideen. Man überließ den Gastgebern das Feld. Dabei setzte Trainer Rolf Landerl auf seine Erfolgs-Elf vom 1:0 gegen Uerdingen. Nur Sebastian Hertner war nicht dabei, er hatte die ganz Woche wegen Adduktorenproblemen nur mit angezogener Handbremse trainiert, für ihn rückte Marvin Thiel positionsgetreu in die Startelf. Einen Platz im Kader hatte sich zudem Ryan Malone erkämpft, der Nicolas Hebisch verdrängte. Und. Patrick Hobsch war zum dritten Mal in Folge nicht im 18er-Aufgebot dabei. Und noch einer fehlte. Co-Trainer Lukas Pfeiffer hatte gegen Uerdingen Rot gesehen und ein Spiel Sperre dafür kassiert. Und so war Landerl per Headset mit einem neuen Kollegen verbunden, der auf der Tribüne saß. Sein Name: Albert Deuker, VfB-Neuzugang im Scouting-Team.

Janjic wirbelt den VfB durcheinander

Was er seinem Chef meldete, war nicht erbaulich. Verl nahm das Heft in die Hand, suchte immer wieder seinen Goalgetter Zlatko Janjic (schon fünf Saisontore) – und der holte auch die erste Ecke für den SCV raus (9.). Der VfB reagierte ungeschickt, Osarenren Okungbowa, zuletzt sehr überzeugend, verlor den Ball leichtfertig vor dem Sechzehner, behalf sich mit einem Foul an Berkan Taz. Freistoß – Riesenchance, Janjic hatte hart abgezogen, Mirko Boland fälschte mit dem Kopf ab, der Ball rauschte an die Latte. Glück für den VfB (12.)!

Chance für Thiel, dann ausgewechselt

Das hätte ein Weckruf sein können, war es aber nicht. Der VfB kam nicht ins Spiel, wehrte sich nur. Marvin Thiel sah dafür nach einem harten Luftkampf Gelb (22.). Janjic machte weiter die Musik, scheiterte aber an Lukas Raeder im VfB-Kasten (27.). Und der Keeper musste gleich nochmal ran und im Nachfassen gegen Julian Schwermanns Geschoss retten (29.). Als Marvin Thiel dann im Mittelfeld gelbwürdig foulte, Schiri Arne Aarnink ihn ermahnte, wurde Nico Rieble zum Warmmachen geschickt . . . Immerhin kam der VfB nun besser in die Partie. Nach einer Ecke kam Tommy Grupe an den Ball, feuerte aufs Tor – war da nicht ein Verler Arm am Ball? Der Schiri ließ weiterlaufen, Sportdirektor Rocco Leeser am Rande. „Den Elfer hätte ich wohl auch nicht gegeben.“ Kurz darauf hatte Thiel nach starker Vorarbeit von Yannick Deichmann freies Schussfeld, zielte aber über das Tor (42.) – und wurde gleich darauf vorsichtshalber ausgewechselt.

Steinwender per Kopf zum 1:0

Die zweite Halbzeit gingen die Grün-Weißen (in Rot-Weiß) engagierter an. Und gleich hatte Okungbowa nach hübschem Doppelpass mit Ersin Zehir eine gute Möglichkeit, entschloss sich aber zu spät zu schießen und beendete die Aktion mit einem Foul (52.). Aber der VfB blieb am Drücker. Röser vergab nach Steinwender-Vorlage (55.) – die Leihgabe vom SC Paderborn selbst machte es dann besser: Flanke von Deichmann, Kopfball Steinwender – 1:0 für den VfB (59.).

Deichmann in der Nachspielzeit zum 2:1

Verls Coach Guerino Capretti reagiert umgehend, wechselte den flinken, dribbelstarken Aygün Yildirim ein – glückliches Trainerhändchen. Denn nach einem Ballverlust des VfB schalteten die Gastgeber schnell, Rieble kam nicht hinter Yildirim her, dafür kam Raeder weit aus seinem Tor heraus, Yilderim umkurvte ihn, wurde von Grupe noch bedrängt, aber vollendet zum 1:1 (66.). Auch Landerl reagierte, wollte den Sieg, brachte Stürmer Soufian Benyamina für Okungbowa. Und das lohnte sich: Ersin Zehir spielte schlau zurück auf Deichmann und der vollendet zum 2:1 füer den vfB (90.+1). Dritter Sieg in Folge. Und am kommenden Sonntag geht’s auf der Lohmühle gegen den FC Bayern II weiter.

So spielte der VfB Lübeck

Raeder – Riedel, Grupe, Okungbowa (81. Benyamina) – Steinwender (72. Deters), Zehir, Mende, Boland, Thiel (44. Rieble) – Deichmann, Röser

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Von Jürgen Rönnau