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VfL Lübeck-Schwartau 110 000 Euro für den Sport in der Region Lübeck
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 110 000 Euro für den Sport in der Region Lübeck
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21:46 05.10.2018
Leuchtturm-Projekt für den „Klub 111“ sind die VfL-Handballer um Thees Glabisch. Quelle: 54° / Christian Schaffrath
Lübeck

Das schwere Aue-Spiel, den überragenden 30:22-Sieg, gerade aus dem müden Körper gelaufen, tauchten Schwartaus Zweitliga-Handballer am Abend noch in den Lübecker Ratskeller ab. DerKlub 111“, der sich mit seinem Netzwerk aus Sport und Business der Förderung des Spitzensports verschrieben hat und dabei schon seit Jahren einer der Top-Sponsoren des VfL ist, hatte vor dem Auswärtsspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen (Sa., 19.30 Uhr) zum Stammtisch geladen. Was Thomas Nawrocki (Chef der „natürlich Wasserbetten“-Gruppe) als umtriebiger Klubvorsitzender den gut 60 Gästen mit feurigen Worten präsentierte, war mehr als „nur großes Kino“. Es war ein Schulterschluss für den Sport in der Region, „in der wir noch Großes vorhaben“.

Landtagspräsident Klaus Schlie (Mölln) ist neues Mitglied im „Klub 111“. Quelle: dpa

Schlie: „Die brennen ja alle“

73 Mitglieder, 110 000 Euro per anno für den Sport, die Bürgermeister Jan Lindenau (Lübeck) und Uwe Brinkmann (Bad Schwartau) als neue Förderer an Bord. Geld für die Handballer, Footballer, Boxer, ein Fördermodell für den Handball-Nachwuchs in Bad Schwartau. Die Erfolgsnachrichten, die Nawrocki wie Maschinengewehrsalven rausjagte, ließen die Ohren aller nur so klingeln. Und dann gab es sogar noch einen „Knaller“: Als neues, als 73. Mitglied stellte er Klaus Schlie vor, den Präsidenten des Schleswig-Holsteinischen Landtages. Der Politiker hatte über den Klub gelesen, „und uns war sofort klar, dass wir da mitmachen“. Mit „wir“ meint der Möllner fünf weitere Geschäftsleute und seine Firma Lauenburgische Treuhand, eine Projektentwicklungsgesellschaft. „Ich fühle mich der Region verbunden“, erklärte Schlie und war von Nawrocki & Co. sofort begeistert: „Die brennen ja alle. Ich will meine Power mit reinbringen. Und wenn man einen kurzen Draht nach Kiel braucht, bin ich da“, versprach der 64-Jährige.

Fördert mit dem „Klub 111“ den Spitzensport in der Region Lübeck: Thomas Nawrocki, 1. Vorsitzender des Klubs.. Quelle: 54° / Felix Koenig

Förderung für Handball-Talente

Für Aufbruchstimmung tief unter der Erde sorgte indes nicht nur Schlie, auch Brinkmann und Lindenau, die sich im Schulterschluss zeigten. Ihr Credo: „Ohne Kirchturmdenken große Dinge gemeinsam angehen!“ Ihr Top-Projekt: der Handball. Die Zweitliga-Footballer der Cougars, die Faustkämpfer des Boxclubs Lübeck und die Bundesliga-Ruderer werden auch unterstützt, doch die Handballer sind der Klub-Leuchtturm, profitieren mit 700 00 Euro per anno am meisten. Auf Nawrockis Zettel ganz oben steht die Jugend: „Wir wollen uns perspektivisch aus dem Zweitligateam rausnehmen, die Handball-Talente beim VfL gezielter fördern.“ Der Nachwuchs wird schon jetzt mit 10 000 Euro unterstützt, „50 000 Euro sollen es werden, auch für einen hauptamtlichen Nachwuchscoach“, erklärt Nawrocki und ergänzt: „Wir helfen aber nicht nur mit Geld, auch konzeptionell.“ Beide Bürgermeister wollen sich in das Projekt persönlich mit einbringen.

Neue Arena auf dem MuK-Parkplatz

Lindenau bleibt zudem am Thema Halle dran. Dass die Hansehalle für 2,25 Millionen Euro erstligatauglich ausgebaut wird, hat die Bürgerschaft beschlossen. „Wir wollen dies in der spielfreien Zeit realisieren, hoffen, dass wir bis zur Saison 2019/20 damit fertig sind.“ Das Thema neue Arena sei damit aber nicht vom Tisch. „Im Gegenteil, ich spüre überall in der Stadt dafür Unterstützung. Das ist für Lübeck schon außergewöhnlich.“ Alternativlos ist für Lindenau der Parkplatz neben der Musik- und Kongresshalle als Standort: „Das ist für die Stadtentwicklung auch von besonderer Bedeutung.“

Geplant ist eine Multifunktionsarena für bis zu 6 500 Zuschauer, einhergehend mit einem neuen Verkehrskonzept. „Neue Buslinien, Tiefgaragen, E-Mobilität, autonomes Fahren – wir werden dabei nichts ausgrenzen, müssen auch das Thema ,Smart City’ berücksichtigen“, sagt Lindenau. Und wann könnte die neue Arena stehen? Lindenau hält sicht bedeckt: „Ein solides Konzept ist wichtiger.“ Am Abend der Knaller-Nachrichten fiel die Aussage dann doch aus dem Rahmen . . .

Geht VfL-Achterbahnfahrt in Nordhorn nach oben?

Um 12.30 Uhr rollt der VfL-Bus am Samstag in die Grafschaft. Sieben Stunden später steht der VfL Lübeck-Schwartau im Euregium bei der HSG Nordhorn-Lingen auf der Platte. Folgt auf der Achterbahnfahrt in fremden Gefilden, dem Tief in Ferndorf, dem Hoch in Würzburg, dem Tief in Lübbecke jetzt wieder ein Hoch?

Die Zeichen stehen gut, denn die HSG ist nach zwei Pleiten in Essen und zu Hause gegen Balingen mit einem zwischenzeitlichen Acht-Tore-Rückstand angeschlagen. „Deshalb wird der Start ins Spiel entscheidend. Nordhorn wird wütend, ärgerlich sein“, ahnt VfL-Trainer Torge Greve. Dass bei den Grafschaftern die Toptorjäger Jens Wiese und Alexander Terwolbeck plus Außen Nicky Verjans ausfallen, sieht er nicht als Vorteil. „Nordhorn ist breiter und besser aufgestellt als zuvor.“ Mit Georg Pöhle, dem Neuen im Rückraum („Den wollte die halbe Liga“), sei adäquater Ersatz am Start. „Da ist eine Menge Schusskraft. Nordhorn spielt jetzt mit deutlich mehr Tempo.“

Nur: In der Abwehr hat die HSG noch Probleme. „Und da wollen wir ansetzen“, sagt Greve, „wir müssen genau so aggressiv hinten rausspielen wie gegen Aue.“ Wohlwissend, dass das nicht reichen wird. Greve: „Wir müssen eine Schippe drauflegen. Nordhorn ist eine Klasse besser als Aue.“

Jens Kürbis

VfL Lübeck-Schwartau Sparkassen-Azubi als Matchwinner - Joker Mallwitz sticht

Von seinem Arbeitsplatz aus sieht Marino Mallwitz die Hansehalle. Bei der Sparkasse ist er noch Azubi, bei den Zweitliga-Handballern des VfL Lübeck-Schwartau aber schon ein Profi. Der 22-Jährige war beim 30:22-Sieg über Aue einer der Matchwinner.

04.10.2018

Es bleibt dabei: Die Festung Hansehalle bleibt für die Konkurrenz uneinnehmbar. Der VfL Lübeck-Schwartau bezwingt in der 2. Handball-Bundesliga den EHV Aue 30:22 (16:11) und setzt sich so im oberen Tabellendrittel fest. Die Säulen des vierten Heimsieges: Keeper Marino Mallwitz (17 Paraden) und das Rückraumduo Antonio Metzner/Pawel Genda (15 Treffer zusammen).

03.10.2018

Viertes Heimspiel, vierter Sieg? Der VfL Lübeck-Schwartau erwartet in der 2. Handball-Bundesliga den EHV Aue (Mi., 16.30 Uhr) und setzt dabei auf seine Heimstärke. Die Festung Hansehalle wurde in zuletzt 16 Monaten nur zweimal eingenommen. Für Gäste-Manager Jurke ist der VfL ein „heißer Aufstiegskandidat“.

02.10.2018