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VfL Lübeck-Schwartau 18:18 in Rimpar – Punkt mit gemischten Gefühlen
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 18:18 in Rimpar – Punkt mit gemischten Gefühlen
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09:30 29.11.2019
Zeigte auf der rechtene Seite eine gute Partie: Jasper Bruhn (6 Würfe/5 Treffer). Quelle: foto2press
Würzburg/Lübeck

Es ist die letzte Aktion des Spiels. Janik Schrader schnappt sich den Ball, tritt an die Siebenmeterlinie. Eiskalt, ohne zu zittern, netzt er ein. 18:18. Der VfL Lübeck-Schwartau beendet bei den Wölfen aus Rimpar seine schwarze Auswärtsserie, punktet nach fünf Pleiten in Folge, steckt dabei auch die nächsten zwei Ausfälle im Spiel weg. Ein Achtungszeichen im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga. Doch so rechte Freude, gar ausgelassener Jubel, der wollte sich nicht einstellen. Denn der VfL hatte wieder einmal eine Führung (17:15/56.) nicht ins Ziel gebracht.

Alle Spiele, alle Ergebnisse und die Toptorschützen – die Saison 2019/20 des VfL Lübeck-Schwartau in der großen Bilder-Rückschau.

Klockmann: „Ein Punkt für die Moral“

„Ich habe gemischte Gefühle“, gestand so auch Trainer Piotr Przybecki. „Ein Riesenkompliment an die Jungs. Toller Kampf! Aber sie haben sich leider wieder nicht belohnt, wie schon gegen Aue klare Chancen vergeben, den Sack einfach nicht zugemacht.“ Keeper Dennis Klockmann fand, dass es „ein Punktgewinn für die Moral war. Mit dem Rest, der noch übrig war, war das aller Ehren wert.“

Frühes Aus für Raguse und Schult

Denn vor 1317 Zuschauern traf es den VfL nach den ersten Ballwechseln hart. Mex Raguse humpelte nach der ersten Aktion vom Feld. Schmerzen im rechten Knie. Kurz danach erwischte es mit Jan Schult (Schlag auf die Rippen) den zweiten Rückraumlinken. Doch der VfL steckte die Rückschläge weg, legte ein 4:1 (12. Minute) vor. In einem harten, umkämpften, aber niveauarmen Spiel mit vielen technischen Fehlern blieb der VfL das bessere Team. Gut: die rechte Seite (Schrader, Bruhn). Auch die Abwehr gefiel, legte die Wölfe im Positionsangriff an die Kette.

Tim Claasen, das belebende Element

Das blieb auch nach dem 10:9 zur Pause so. Nur: Rimpar wusste um Schwartaus stumpfen Rückraum, zog sich immer mehr zurück. „Das Spiel war zäh auf beiden Seiten. Man hat gemerkt, beide Teams stehen unter Druck“, erklärte Przybecki. Aber: Das halblinke Handicap überspielte der VfL mit einem belebenden Element: Tim Claasen als Spielmacher. Er wirbelte, riss Lücken, ging auf Nahtstellen, setzte seine Nebenleute ein. Der 23-Jährige, der in der Saison bisher kaum zum Zuge gekommen war, spielte seine Schnelligkeit aus. „Das hatte ich mir erhofft“, sagte Przybecki.

Steffen Köhler setzt sich gegen Benedikt Brielmeier durch. Quelle: foto2press

VfL führt 16:13 (51.)

Der VfL bog nach zwei wichtigen Paraden des eingewechselten Keepers Marino Mallwitz neun Minuten vor Schluss auf die Siegerstraße ein, als Dadi Runarsson zum 16:13 traf. Die vergebenen Großchancen, die personellen Ausfälle, die technischen Fehler in einem torarmen Spiel – alles hatten Waschul & Co. abgeschüttelt.

Claasen holt Siebenmeter raus

Doch wieder setzte das Zittern ein. Es waren Kleinigkeiten. Mal ein frei vergebener Wurf vom Kreis (Ranke), dann eine unnötige Zeitstrafe. Rimpar kämpfte sich heran. Der Vorsprung – vier Minuten vor Schluss führte Schwartau 17:15 – war nach 58 Minuten aufgebraucht (17:17). Mehr noch: Als Janik Schrader – toll frei gespielt auf rechts – 90 Sekunden vor Schluss einen Heber an die Latte setzte und Rimpar 26 Sekunden vor Schluss zur einzigen Führung, zum 18:17, traf, war das Spiel auf den Kopf gestellt. Doch Wirbelwind Claasen nutzte Sekunden vor dem Abpfiff eine Minilücke, warf sich hinein, wurde dabei so hart angegangen, dass er kurzzeitig um Luft rang. Der Lohn: Siebenmeter. Und dann kam „Eisvogel“ Schrader . . .

Przybecki: „Am Ende war es gerecht. Die Jungs haben sich den Punkt hundertprozentig verdient.“ Nur: Langsam geht dem VfL das Rückraum-Personal aus.

Die Statistik zum Spiel

DJK Rimpar Wölfe: Brustmann (1. – 60./10 Paraden/1 Siebenmeter), Wieser – Schömig 3, Böhm, Karle, Gempp 1, Schmidt 9/3, Kaufmann, Siegler, Meyer, Schulz, Backs, Brielmeier 5, Herth, Sauer.

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 39./7/1 Paraden), Mallwitz (ab 39/3) – Glabisch 2/1, Gonschor, Raguse, Hansen 1, Ranke, Waschul 1, Schult, Köhler 2, Schrader 5/4, Claasen 1, Runarsson 1, Möller, Bruhn 5.

Siebenmeter: 4/3 (Klockmann pariert gegen Schömig) – 6/5 (Glabisch scheitert an Brustmann).

Zeitstrafen: 6 (Rote Karte gegen Schulz/45.) – 2.

Spielfilm: 0:2 (7.), 1:4 (12.), 4:5 (19.), 8:10 (30.), 9:10 (HZ) – 10:12 (35.), 12:14 (45.), 13:16 (51.), 15:17 (56.), 18:17 (60.), 18:18 (Ende)..

Von Jens Kürbis

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