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VfL Lübeck-Schwartau 23:23 – VfL Lübeck-Schwartau wirft den Sieg weg
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 23:23 – VfL Lübeck-Schwartau wirft den Sieg weg
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23:12 08.02.2020
Aus und vorbei. Niels Versteijnens Wurf bleibt im Block hängen. Hüttenberg jubelt. Quelle: Agentur 54°
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Lübeck

Direkter Freiwurf. Doch der Wurf von Niels Versteijnen bleibt im Block hängen. Steffen Köhler pfeffert seinen Tapeverband wütend unter die Bank. Fynn Gonschor kauert enttäuscht am Mittelkreis. Der VfL Lübeck-Schwartau hat nach dem Gummersbach-Desaster im ersten von drei aufeinander folgenden Endspielen um den Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga Charakter und Herz gezeigt, sich am Ende aber nicht belohnt. 23:23 (13:11) gegen den TV Hüttenberg. Zu wenig. Denn Waschul & Co. haben vor 2037 Zuschauern wieder mal ein Plus, diesmal einen Fünf-Tore-Vorsprung (19:14/43.) weggeworfen.

„Das ist ein verlorener Punkt. Verdammt“, haderte Jan Schult, „wir kriegen es wieder nicht gebacken, den Sack zuzumachen, lassen Hüttenberg durch Fehler am Leben.“

Alle Spiele, alle Ergebnisse und die Toptorschützen – die Saison 2019/20 des VfL Lübeck-Schwartau bis zur Corona-Krise

Der Start – ein Statement der Leitwölfe

Im Spiel eins nach Gummersbach hatte Trainer Piotr Przybecki nach „harten und ehrlichen Worten“ mehr Biss, mehr Aggressivität gefordert – „und das vorn wie hinten“. Dabei hatte er die Führungsspieler („Wo sind die Leitwölfe“) in die Pflicht genommen. Und die gaben die ersten Antworten. Jan Schult ackerte, rackerte. Spielmacher Markus Hansen ging in Lücken, verteilte die Bälle klug. Und dann war da noch Dennis Klockmann. Der Keeper war sofort auf Betriebstemperatur. Freie Würfe vom Kreis, Konter, Siebenmeter – alles seins. Ein Statement. In der Defensive wurde um jeden Zentimeter gekämpft, stellenweise gerungen. Giftig, manchmal pfiffig, immer mit helfenden Händen. Die Körpersprache – eine ganz andere als zuletzt in Gummersbach.

19:14-Führung nach 43 Minuten

Der VfL spielte sich frei – 8:5 nach 18 Minuten. Doch nicht alles lief rund. Mal war es Wurfpech, dann gingen Bälle verloren. Da Hüttenberg mit schnellem Umkehrspiel brillierte, die VfL- Abwehr plötzlich keinen Zugriff mehr bekam – vor allem gegen den Schweden Stegefelt (8 Treffer, Kreis-Anspiele) – kam Hüttenberg auf. Dazu der Schock in Minute 27: Dadi Runarsson humpelte vom Feld. Die erste Diagnose: Kein Bruch, aber eine Verletzung am linken Fuß. Montag ist MRT. Die gute Nachricht: Der VfL blieb vorn. 13:11 zur Pause. „Hansehölle, wir müssen mehr Gas geben“, fordert die VfL-Stimme, H.G. Meyer . Mit Erfolg: Hansen-Doppelschlag. 18:14 – vier Tore plus. Wieder waren es die „Alten“: Nach Hansens sechstem Treffer legte Schult zum 19:14 nach.

Markus Hansen setzt sich durch, war mit sechs Treffern bester VfL-Werfer. Quelle: Agentur 54°

Noch 23:20 geführt

Die Entscheidung? Nein! Aber: Der VfL blieb vorn, führte bis zur 56. Minute klar (23:20). Doch dann ging in einer hektischen Schlussphase mit vielen Zeitstrafen, umstrittenen wie dummen, nichts mehr. Nach Hüttenbergs Anschlusstreffer setzte das Zittern ein. Das Bangen nach Versteijnens Wurf über das Tor.

20 Sekunden ohne Torwurf

Die Schlussphase: Noch 24 Sekunden. Siebenmeter Hüttenberg. Auch umstritten. Tor. Noch 20 Sekunden. Auszeit Schwartau. Abpfiff. Schult angefressen: „Wir kriegen da keinen Wurf mehr aufs Tor. Kann nicht sein.“ Doch daran lag es nicht.

Przybecki: „Eine Steigerung um 150 Prozent“

„Emotionen, Abwehr, Wille – alles war dabei. Wir haben uns das Fünf-Tore-Plus hart erarbeitet“, erklärte Trainer Piotr Przybecki, „aber es hat die letzte Konsequenz gefehlt, gerade in der Schlussphase mit drei technischen Fehlern. Zum Gummersbach-Spiel war es aber eine Steigerung um 150 Prozent.“ Markus Hansen war „enttäuscht ja, aber wir haben auch einen Punkt. Wir tun gut daran, das gute Gefühl ins nächste Spiele mitzunehmen.“ In einer Woche geht es nach Dresden – es ist das nächste Endspiel gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Die Statistik zum Spiel

Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 60./8/2 Paraden), Mallwitz – Glabisch 2, Gonschor 2, Hansen 6, Mrozowicz, Ranke, Waschul, Schult 3, Versteijnen 3/1, Köhler 1, Schrader 1, Kretschmer 3, Claasen, Runarsson 1, Bruhn 1.

Hüttenberg: Plaue (1. – 60./7), Böhme – Fuß, Sklenak, Lambrecht 4, Rompf 1, Zörb 3, Stegefelt 8/2, Mubenzem 4, Hübscher 3/2, Hahn, Zintel, Klein, Schreiber.

Siebenmeter: 1/1 – 6/4 (Klockmann pariert gegen Zintel und Stegefelt).

Zeitstrafen: 6 – 6.

Schiedsrichter: Friedel/Herrmann.

Zuschauer: 2037 in der Hansehalle Lübeck.

Spielfilm: 2:0 (5.), 2:3 (10.), 8:5 (18.), 10:7 (23.), 11:9 (26.), 13:11 (HZ) – 15:12 (36.), 19:17 (49.), 23:20 (56.), 23:23 (Ende)

Von Jens Kürbis