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VfL Lübeck-Schwartau 25:20 über Gummersbach – Schwartau-Lübeck im Finale gegen Meister Flensburg
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 25:20 über Gummersbach – Schwartau-Lübeck im Finale gegen Meister Flensburg
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22:15 17.08.2019
Dennis Klockmann war einer der Matchwinner beim Sieg über Gummersbach. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Gummersbachs Coach Torge Greve wollte seinen Ex-Jungs gratulierten, doch die waren schon im Jubel-Modus. Dennis Klockmann reckte beide Fäuste nach oben, klatschte mit Mex Raguse ab. Der 36-jährige Keeper, der Dauerbrenner zwischen den VfL-Pfosten (15/1 Paraden), und der Neuzugang aus Hamm (10 Treffer) waren die Matchwinner in einem emotionalen, leidenschaftlichen Pokalspiel. Der VfL Lübeck-Schwartau bezwang im zweiten Halbfinale des Lübecker Erstrunden-Turniers Erstliga-Absteiger VfL Gummersbach mit 25:20 (11:9) und spielt am Sonntag im Endspiel gegen die SG Flensburg-Handewitt (17 Uhr) um den Einzug ins Achtelfinale.

Raguse: „Unglaubliche Defensivleistung“

„Es war für mich ein schöner Start, ich bin stolz über den guten Einstand“, erklärte Raguse und lobte die „unglaubliche Defensivleistung, inklusive Klocki im Tor. Die Stimmung war überragend, das puscht. Gegen Flensburg werfen wir alles rein, was wir haben.“ Der Meister hatte sich zuvor seiner Pflichtaufgabe gegen aufopferungsvoll kämpfende Schweriner souverän entledigt, bezwang den Drittligisten mit 35:24 (18:12). SG-Beiratschef Boy Meesenburg, der mit seinem Unternehmen Jacob Cement sowohl bei der SG als auch bei den Mecklenburger Stieren Sponsor ist, war von dem couragierten Schweriner Auftritt so angetan, dass er spontan 500 Euro für die Mannschaftskasse der Stiere spendierte.

500 Euro für Schwerin

Bei Flensburg trafen Simon Jeppsen (5), und Magnus Röd (6) am besten. Bei Schwerin überzeugte der Ex-Schwartauer Kim Colin Reiter mit fünf Treffern. SG-Trainer Machulla war nur bedingt zufrieden: „Wir haben es uns zu bequem gemacht, vor allem in der Abwehr. Das war nervig.“ Im Finale müsse sein Team zulegen. „Da kommt eine ganz andere Qualität auf uns zu. Schwartau hat Heimvorteil. In jedem Fall ist es ein schöner Test für uns.“

Mex Raguse traf in seinem ersten Pflichtspiel für Schwartau zehnmal. Quelle: Agentur 54°

Raguse, die neue „VfL-Waffe“

Zurück zum zweiten Halbfinale. Schwartau-Lübeck begann im VfL-Duell mit Herz, mit Leidenschaft. Befeuert von den 1625 Fans in der Hansehalle und dem Extra-Schub gegen den alten Coach Torge Greve zu spielen (Klockmann: „Das motiviert besonders, keine Frage“), legten Waschul & Co. nach dem 7:3 (13.) ein 8:4 (21.) vor. Das „Hey, Mex hey!“ wurde dabei zum Dauerhit. Neuzugang Mex Raguse deutete aus dem linken Rückraum seine individuelle Klasse mehrfach an. Der athletische U21-Nationalspieler traf bis zur Pause bereits viermal, war eine der „Waffen“ von denen Trainer Piotr Przybecki gern als Stärke spricht. Die andere stand zwischen den Pfosten. Dennis Klockmann kaufte in den ersten 30 Minuten den Gummersbachern bereits sieben Bälle ab, darunter einen Siebenmeter und brachte die Hansehölle so immer wieder auf Betriebstemperatur.

Zwei-Tore-Plus zur Pause

Doch der VfL blieb wie in den Vorbereitungsspielen zuvor eine Wundertüte, dem Hoch folgte das Tief. Das Spiel über die Außen, den Kreis – Mangelware. Die Gäste aus dem oberbergischen Land fanden nun auch die Lücken, waren beim 8:8 (27.) wieder auf Augenhöhe. Wichtig: Schwartau blieb vorn. Markus Hansen tankte sich kurz vor der Pausensirene durch, sorgte für ein Zwei-Tore-Plus (11:9). Doch es blieb die Frage: Reicht die Kraft?

Ex-Gummersbacher macht Deckel drauf

Das Duo Hansen/Raguse gab die erste Antwort: zwei Würfe, zwei Treffer – das Vier-Tore-Plus (13:9) war wieder da. Schwartau gefiel zudem mit flottem Angriffsspiel, auch über die Außen. Finn Kretschmer zum 16:10 (42.). Das Glanzstück – die Abwehr, der undurchdringliche 6:0-Riegel. Und immer wieder Dennis Klockmann. Der 36-Jährige hatte am Ende 15 Paraden auf der Habenseite. Nur zehn Gegentreffer nach 42 Minuten – und das gegen „ein Zweitliga-Team mit Erstliga-Kader“ (Machulla). Gummersbach-Coach Greve monierte so auch, „dass wir zu viele Bälle liegengelassen haben“. Er habe sich gefreut, zurück in Lübeck zu sein. „Das war ein guter Vorgeschmack auf das Ligaspiel in zwei Wochen.“

Den Deckel machte ausgerechnet der Ex-Gummersbacher Fynn Gonschor mit seinem Treffer zum 24:20 (59.) drauf. Der Rest war Jubel und die Fans skandierten „Auswärtssieg, Auswärtssieg!“. Laut Ansetzung hatte Gummersbach Heimvorteil . . .

Die Statistik zum Spiel

VfL Gummersbach: Ivic, Krouß – Schröter (2), Dayan (2), Blohme (2), Kontrec (1), Sommer (1), Hermann (2), Herzig (1), Meinhardt (1), Villgrattner, Kiesler, Haller (3), Stüber, Becker (4), Bozovic

VfL Lübeck-Schwartau: Mallwitz, KlockmannGonschor, Raguse (10), Potic, Hansen (5), Potratz, Ranke, Waschul, Köhler, Schrader (4/2), Kretschmer (4), Claasen, Runarsson, Möller, Bruhn (2)

Spielfilm: 1:2 (4.), 3:4 (9.), 3:5 (14.), 4:7 (19.), 7:8 (26.), 9:11 (30./Halbzeit), 10:13 (34.), 10:16 (41.), 12:17 (45.), 14:18 (50.), 17:21 (55.), 20:25

Zeitstrafen: 1- 3. Siebenmeter: 2/2 – 4/3

Zuschauer: 1625 in der Lübecker Hansehalle

Von Jens Kürbis

Der Meister hat die Pflicht erfüllt. Die SG Flensburg-Handewitt steht in der ersten Runde des DHB-Pokals im Finale des Lübecker Turniers, besiegte Drittligist Mecklenburger Stiere Schwerin mit 35:24 (18:12). Flensburgs Beiratschef Boy Meesenburg spendierte Schwerin für den couragierten Auftritt 500 Euro für die Mannschaftskasse. Flensburg trifft am Sonntag im Finale auf den Sieger der Parte Schwartau-Lübeck gegen Gummersbach.

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