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VfL Lübeck-Schwartau 29:22 – VfL Lübeck-Schwartau wieder in der Erfolgsspur
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau 29:22 – VfL Lübeck-Schwartau wieder in der Erfolgsspur
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22:33 27.09.2019
Steffen Köhler setzt sich am Kreis durch. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Abpfiff. Thees Glabisch springt Pawel Genda in die Arme. Bietigheims Dominik Claus knallt den Ball wütend auf den Hallenboden. Eine Szene mit Symbolcharakter. Der VfL Lübeck-Schwartau hat die SG BBM Bietigheim, den Erstliga-Absteiger mit der klaren Mission Wiederaufstieg, mit 29:22 (17:12) entzaubert, ist in der 2. Handball-Bundesliga nach schwierigen Wochen mit zwei Niederlagen und vielen Baustellen im Team wieder in der Erfolgsspur. Was für eine Gaudi!

Alle Spiele, alle Ergebnisse und die Toptorschützen – die Saison 2019/20 des VfL Lübeck-Schwartau in der großen Bilder-Rückschau.

Bietigheim: 14 technische Fehler, 19 Fehlwürfe

„Ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Wir haben uns von den letzten drei schwierigen Wochen befreit“, zog Trainer Piotr Przybecki den Hut. Sein Gegenüber, Bietigheims Jon Jonsson, haderte mit seinem Team: „19 Fehlwürfe, 14 technische Fehler – so kannst du nicht gewinnen. Und immer diese Anspiele über den Kreis, obwohl alles zu ist, das ärgert mich. Das sind dumme Fehler.“

Weltmeister Kraus im Aufgebot

Dabei hatten die Schwaben vor 1971 Zuschauern den besseren Start erwischt. Im übrigen mit der Attraktion der Liga: Mimi Kraus. Der am Oberschenkel verletzte Weltmeister hatte sein Comeback schon auf der Bustour in den Norden via Instagram, #gameboy, angekündigt. Beim Start saß er aber auf der Bank. Bietigheim spielte tauch ohne ihn schnell, flink in der Offensive, und in der Abwehr mit einer sehr offensiv interpretierten 6:0-Abwehr. Damit hatte der VfL, der bis auf die Langzeitverletzten (Potic, Hansen) wieder alle Spieler an Bord hatte, seine liebe Müh und Not. Es dauerte so 6:56 Minuten bis zum ersten Schwartauer Treffer durch Dadi Runarsson (1:2). Der VfL-Isi war fortan auch der Motor, kurbelte das Spiel immer wieder an, sorgte auch für die erste Führung (5:4/13.). Der VfL war nun im Spiel, brillierte mit tollen Spielzügen (Kretschmer-Anspiel auf Runarsson zum 7:5).

9 Würfe/8 Tore. Mex Raguse wurde zum „Man of the match“ gewählt. Quelle: Agentur 54°

Schlüssel zum Sieg: VfL stellt Abwehr um

Aber: Die Abwehr stand nicht. Bietigheim brauchte nur ein, zwei Ballwechsel und das Schwartauer Extra zerbröselte. Przybecki: „Da hat man noch die Verunsicherung gesehen.“ Das blieb bis zum 9:9 (21.) so, bis der VfL-Coach die Abwehr auf 5:1 umstellte. „Das hat uns wichtige Bälle gebracht“, bemerkte Przybecki. Plötzlich war bei den Schwaben die Luft raus, fanden sie keine Lösungen mehr, machte sich auch das VfL-Plus zwischen den Pfosten, Keeper Dennis Klockmann, bemerkbar. Und vorn hatte Powerpaket Mex Raguse einen Lauf. Der VfL enteilte auf 13:9 (25.). Schwartau brannte ein Offensiv-Feuerwerk ab. 17 Treffer zur Pause, davon acht in den letzten neun Minuten – das gab es lange nicht.

Gäste-Coach Jonsson: „Uns fehlten die Eier“

Nur: Das Fünf-Tore-Polster schmolz wie zuletzt in Konstanz in Windeseile dahin. Wieder mehrten sich die VfL-Fehler. Nach 40 Minuten war Bietigheim wieder dran (17:18). Mehr aber nicht. „Da haben die Jungs gezeigt, dass sie Charakter haben. Sie haben weiter Druck gemacht, hatten kaum technische Fehler“, lobte Przybecki. Die Abwehr mit Waschul/Köhler im Mittelblock – nun ein Bollwerk. Der VfL verschaffte sich in einer Überzahl wieder Luft. Raguse mit Wucht. Glabisch per Konter – 21:17 (46). Und Schwartau blieb am Drücker, setzte mit Erfolg auf den siebten Feldspieler. Und hatte in Raguse die entscheidende „Waffe“ – 9 Würfe/8 Tore. Top! Als Tim Claasen das erste Sechs-Tore-Plus erzielte (26:20/55.), war die Partie entschieden, Bietigheims Moral gebrochen und im Foyer ging die „Bier&Brezn“-Party ab. Nur Bietigheims Coach Jonsson fand daran kein Gefallen: „Uns haben die Eier zum Sieg gefehlt.“ Schwartau hatte sie.

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 60./12 parierte Bälle), Mallwitz – Glabisch 5/1, Genda 2, Gonschor, Raguse 8, Ranke, Waschul 1, Schult 1, Köhler 2, Schrader 2/1, Kretschmer, Claasen 1, Runarsson 4, Möller, Bruhn 3.

SG BBM Bietigheim: Maier (1. – 30./5 Paraden), Müller (ab 30./3) – Rentschler 3, Claus 1, Klaus 1, Schäfer 4/3, Ronnningen 1, Dahlhaus 2, Link 3, Asmuth 2, Trost 2, Döll 1, Boschen, Emanuel, Marcec 1, Fischer 1.

Siebenmeter: 3/2 (Glabisch wirft über das Tor) – 3/3.

Zweiminuten: 2 – 7. Rote Karte: Asmuth (43.)

Zuschauer: 1971 in der Hansehalle Lübeck.

SR.:Hannes/Hannes.

Spielfilm: 0:2 (5.), 3:3 (9.), 5:4 (13.), 7:8 (19.), 13:9 (25.), 15:12 (29.), 17:12 (30./HZ) – 18:14 (36.), 18:17 (40.), 20:17 (45.), 22:19 (51.), 25:20 (55.), 29:22 (Ende).

Von Jens Kürbis

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