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VfL Lübeck-Schwartau Absturz auf Rang 13 – VfL Lübeck-Schwartau vor ganz schweren Zeiten
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Absturz auf Rang 13 – VfL Lübeck-Schwartau vor ganz schweren Zeiten
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19:46 20.10.2019
Finn Kretschmer, Steffen Köhler und Dadi Runarsson (v.l.) sind enttäuscht. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Es gab Redebedarf – und das reichlich. Chefcoach Piotr Przybecki verschwand kurz nach Spielschluss erst mit seinem Trainerstab, dann mit dem Team hinter verschlossenen Türen. Der VfL Lübeck-Schwartau hat den Befreiungsschlag in der 2. Handball-Bundesliga verpasst, kassiert gegen Spitzenreiter TuSEM Essen eine herbe 21:26 (7:11)-Heimpleite – die zweite schon in dieser Saison. Nach der dritten Niederlage in Folge geht der VfL jetzt ganz schweren Zeiten entgegen. Absturz auf Rang 13 – die Abstiegsränge sind nur noch zwei Zähler weg.

Spiele, Ergebnisse, Toptorschützen – die Saison 2019/20 des VfL Lübeck-Schwartau

Gute 21 VfL-Minuten bis zum 7:6

„Mir fehlen die Worte. 20 Minuten bestimmen wir das Spiel und brechen dann so ein“, war Käptn Martin Waschul angefasst. Dabei war alles für ein Topspiel angerichtet – eine in dieser Saison mit 2176 Zuschauern erstmals ausverkaufte Hansehalle, auch der Start gefiel. Denn der VfL servierte so kurz vor Halloween zunächst Süßes. Und das mit Rückkehrer Markus Hansen von Beginn an. Sechs Wochen nach seinem Innenbandriss im Knie kurbelte der Regisseur das Spiel an, ging auf Nahtstellen. So, als ob er nie weg gewesen wäre. Mit ihm, einem Pawel Genda, der mit Tempo kam, und gutem Spielfluss war der VfL offensiv in der Spur. Da auch die Abwehr stand, die Räume gut verdichtete, Essens Kreisläuferspiel unterband, gewann der VfL gegen den Liga-Primus die Oberhand. In Zahlen: 6:4 nach 17 Minuten. Das Spiel bis dato – intensiv, umkämpft. Nur: Der VfL ließ in der Phase wieder einmal beste Chancen liegen. Mal warf Keeper Dennis Klockmann aus 35 Metern neben das verwaiste Tor, dann landete ein Köhler-Wurf vom Kreis an der Latte oder scheiterte Thees Glabisch per Tempogegenstoß.

Potic-Einstand geht daneben

Doch bis zum 7:6 nach 21 Minuten war alles gut. Dann setzte Coach Przybecki auf frische Kräfte, brachte unter anderem Nikola Potic auf Halbrechts. Das Zweitliga-Debüt des von Verletzungen leidgeplagten Serben – es ging allerdings gründlich daneben. Stürmerfoul, Abspielfehler, ein vom Keeper gefangener Rückraumwurf – der Linkshänder wirkte verunsichert, immer noch nicht fit, war nach sieben Minuten wieder draußen. Da auch der Rest keine Antworten wusste, die Umstellung auf eine 5:1-Abwehr ins Leere lief, geriet der VfL mit jedem Angriff mehr außer Tritt. „Da hat man den Unterschied gesehen. Bei TuSEM hat jeder Joker gestochen. Da passte alles“, fand Waschul. Essen rollte wie auf Rädern davon. Im Stile eines Aufstiegskandidaten– souverän, cool, abgezockt. Mit einem 5:0-Lauf drehte der Altmeister das Spiel, lag zur Pause 11:7 vorn.

Zeigte bei seinem Comeback 20 Minuten eine starke Partie: Markus Hansen. Quelle: Agentur 54°

Schwacher Angriff – VfL liegt 13:21 zurück

Und für den VfL wurde es noch schlimmer. Ballverluste, Fehlwürfe – das Bild blieb. „Unser Angriff war erschreckend schwach. Mit dieser Effektivität gewinnst du kein Spiel. Das ist auch der Grund für den Einbruch“, kritisierte Przybecki. Essen antwortete auf seine Art, verteilte weiter kräftig Saures. Eine Lektion in Sachen Chancenverwertung und Konsequenz. Mit einem erneuten 5:1-Lauf war TuSEM nach 40 Minuten mit 17:10 enteilt, nach weiteren neun sogar auf acht Treffer (21:13). Die Vorentscheidung. Denn der VfL wirkte ideenlos, hilflos, hatte nur Willen zum Dagegensetzen. Das sorgte kurz für einen Hoffnungsschimmer beim 17:21 (53.). Doch mehr aber auch nicht.

Przybecki fehlen Häuptlinge

„Da hätte das Spiel kippen können. Doch wir haben dann gespielt, wie eine Mannschaft, die sich ihrer Stärken bewusst ist“, fand Essen-Trainer Jaron Siewert, der „in den frischen Kräften von der Bank“ und „der besseren Abwehr zu Beginn der zweiten Halbzeit den entscheidenden Unterschied“ sah. Przybecki fand, dass seine Jungs motiviert gewesen seien, auch wollten. „Doch das reicht nicht.“ Ihm fehlten neben dem Glauben an den Sieg auch die „Häuptlinge, die, wenn es eng wird, nach vorn gehen, Verantwortung übernehmen“. Sein Fazit: „Wir müssen uns jetzt Gedanken machen, wie es weiter geht.“ Was er damit genau meint, ließ er offen . . .

Die Statistik zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 40.; 49. – 60./8 Paraden), Mallwitz (40. – 49./1 Parade) – Glabisch 4/4, Genda 3, Gonschor, Raguse 1, Potic, Hansen 3, Waschul, Schult 2, Köhler, Kretschmer 3, Claasen 2, Runarsson 1, Möller, Bruhn 2.

TuSEM Essen: Genz (1. – 25./2 Paraden), Bliss (ab 25./5 )– Beyer 7/5, Ellwanger, Lewandowski, Urios Gonzales, Akakpo 2, Szczesny 4, Ridder 1, Müller 2, Firnhaber 4, Seidel 1, Klingler 1, Zechel^4.

Zeitstrafen: 2 – 3

Siebenmeter: 4/4 – 6/5 (Beyer trifft den Pfosten)

Zuschauer: 2176 in der Hansehalle

Schiedsrichter:Beeck/Briese

Spielfilm: 2:2 (8.), 4:3 (11.), 6:4 (17.), 6:6 (19.), 7:11 (HZ.) – 9:14 (36.), 10:17 (40.), 13:18 (44.), 13:21 (49.), 15:21 (50.), 17:21 (53.), 19:24 (57.) 21:25 (59.), 21:26 (Ende).

Von Jens Kürbis

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