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VfL Lübeck-Schwartau Als Achter in die WM-Pause
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Als Achter in die WM-Pause
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15:37 27.12.2018
In der HBW-Zange: Markus Hansen wird von Roman Kirveliavicius und Lukas Saueressig abgedrängt. Quelle: Foto: Agentur 54°
Lübeck/Balingen

Um kurz nach zehn Uhr rollte der VfL-Bus Donnerstagvormittag in Lübeck ein. Die 24-stündige Dienstreise, die letzte und mit über 800 Kilometern längste in dieser Saison, war für Bad Schwart­aus Zweitliga-Handballer beendet. Beim neuen Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten hatten Martin Waschul & Co. einen großen Kampf geliefert, beim 22:25 (10:13) lange auf eine Überraschung hoffen dürfen. Und das mit einer Rumpftruppe, die sich vor dem Abflug noch einmal dezimiert hatte: Linksaußen Thees Glabisch sagte ab, hatte sich im Abschlusstraining einen Muskelfaseriss im linken Oberschenkel zugezogen. „Uns hat eine komplette Stammsechs gefehlt“, erklärte Trainer Torge Greve. Denn Torjäger Jan Schult war zwar mitgereist, konnte aber nicht mitmischen (Handverletzung). „Trotzdem haben wir 55 Minuten ein Spiel auf Augenhöhe abgeliefert. Auch wenn wir unterm Strich nichts mitgebracht haben, hat mich der couragierte Auftritt sehr stolz gemacht“, zog Greve den Hut.

Runarsson mit starker Partie

In der mit 2350 Zuschauern ausverkauften Balinger Sparkassen-Arena startete der „VfL-Rest“ – mit Kreisläufer Marcel Möller auf Außen – stark. Allen voran Dadi Runarsson, der Ex-Balinger: Er schenkte seinen ehemaligen Kollegen ordentlich ein (4 Treffer), knüpfte als Spielmacher gekonnt die Fäden. Und er war es auch, der zur 8:6-Führung (22.) traf. „Dadi muss man herausheben. Er erfüllt jetzt das, was wir von ihm erwarten“, lobte Greve, der nur mit den letzten fünf Minuten in Durchgang eins unzufrieden war. „Da haben wir das Spiel aus der Hand gegeben.“ Balingen gelang die erste Führung (9:8/25.) und zog zur Pause auf 13:10 weg. Der VfL mit einem erneut guten Rückraumrechten Antonio Metzner (13 Würfe/7 Treffer) kämpfte sich zwar wieder ran (16:17/44.). Doch mehr nicht. Als die „Gallier von der Alb“ auf 22:18 (52.) enteilten, war das schon die Entscheidung.

Dadi Runarsson überzeugtze in den letzten VfL-Partien als Spielmacher. Quelle: Agentur 54°

Greve: „Balingen hat uns sehr geholfen“

Balingen ist mit sehr viel Power auf unsere Deckung gegangen, irgendwann war die Kraft weg, zumal Balingen auch in der Abwehr ordentlich reingehauen hat, wie die Zeitstrafen zeigen“, bemerkte Greve, der allerdings die Hilfe der „Gallier“ lobte. Die Gastgeber halfen der via Stuttgart eingeflogenen VfL-Crew mit einem Physiotherapeuten aus, versorgten sie nach dem Spiel mit Kaffee und Essen. Greve fand: „Das war sehr professionell. Ein großer Dank an Balingen.“

Doppelspieltag vermiest VfL-Hinrunde

Unterm Strich bleibt: Der VfL beendet das Jahr 2018 auf Platz acht. „Das, was wir abgeliefert haben, genügt sicher nicht der hohen Erwartungshaltung. Aber aufgrund des hohen Niveaus der Liga, eigener Schwankungen und der Verletztenmisere, der vielen Ausfälle, können wir zufrieden sein“, sieht sich Greve mit dem Team im Soll. Er gibt aber zu, dass ihn der Doppelspieltag, die gegen Wilhelmshaven und Hagen verlorenen Partien, immer noch ärgern. „Das hängt uns nach, tut noch weh.“ Ohne die Niederlagen wäre der VfL mit nur 13 Minuszählern auf Vorjahresniveau. Greve ist aber optimistisch, das Saisonziel (Top 5) zu erreichen: „Die letzten sechs Spiele haben mich an die starke letzte Saison erinnert. Diesen Flow müssen wir in die Rückrunde mitnehmen.“

Die Heimpleite gegen Hagen (21:25) vermiest die Hinrunden-Bilanz: VfL-Trainer Torge Greve. Quelle: Agentur 54°

Kurzurlaub bis zum 10. Januar

Doch jetzt hat sein Team bis zum 10. Januar erst einmal frei. „Ich bin froh, dass die Pause da ist und die Jungs regenerieren können.“ Zum Punktspielstart am 10.  Februar gegen Ferndorf hofft Greve, dass bis auf Pawel Genda (Kreuzbandriss) alle Spieler wieder an Bord sind. Bis dahin will VfL-Chef Michael Friedrichs auch einen neuen Rückraumlinken holen. Für die neue Saison werden auch noch ein neuer Trainer und ein Halbrechter (Metzner geht nach Erlangen, Podpolinski erwägt Karriere-Ende) gesucht. Greve gibt sich für seine letzte Halbserie beim VfL angriffslustig: „Wir werden noch ein, zwei Plätze nach oben klettern.“ Die Grundlage werde dafür in der vierwöchigen Vorbereitung gelegt, „und die wird deutlich anstrengender und intensiver als die im Sommer“.

Die Statistik zum Spiel

HBW Balingen-Weilstetten: Mrkva (1. – 35./5 Paraden), Baumeister (ab 35./5) – Zobel 1, Niemeyer, Foth 2, Kirveliavicius 5, Flohr, Hausman 1, Thomann 1, Friedrich 2, Nothdurft, Grétarsson 9/6, Strobel 2, Diebel, Schoch, Saueressig 2.

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann (1. – 46./5), Mallwitz (ab 46./2) – Hansen 3, Ranke, Waschul 1, Schult, Köhler 1, Schrader 1, Kretschmer 2, Rúnarsson 5/1, Möller 2, Bruhn, Metzner 7.

Siebenmeter: 6/6 – 1/1.

Zeitstrafen: 8 – 3.

Rote Karte: Kirveliavicius (53.).

Zuschauer: 2350 in der Balinger Sparkassen-Arena (ausverkauft)

Spielfilm: 1:3 (5.), 6:8 (22.), 9:8 (25.), 13:10 (HZ) – 15:14 (39.), 17:16 (44.), 19.16 (46.), 22:18 (52.), 25:22 (Ende).

Jens Kürbis

Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau müssen am Mittwoch beim Tabellenzweiten HBW Balingen-Weilstetten (17 Uhr) ran – die längste Saison-Tour und dann noch zu Weihnachten. Der Blick ins neue Jahr: Nach dem Kurzurlaub testet der VfL im Januar gegen drei Erstligisten.

24.12.2018

Nach dem 28:28 in Hamm: Die Zweitliga-Handballer des VfL Lübeck-Schwartau müssen am Mittwoch in Balingen ran. Polen-Kanonier Pawel Genda (Kreuzbandriss) wird am 2. Januar in Posen operiert.

22.12.2018

Der VfL Lübeck-Schwartau beendet die Hinserie der 2. Handball-Bundesliga mit einem 28:28 (17:19) beim ASV Hamm-Westfalen – und das in einer hitzigen Partie, mit einer turbulenten Schlussszene und einer Hammer Fan-Attacke, nach der ein Schwartauer Anhänger in der Klinik behandelt werden musste.

21.12.2018