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VfL Lübeck-Schwartau Auch im DHB-Pokal gleich gegen Greve & Co.
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Auch im DHB-Pokal gleich gegen Greve & Co.
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21:22 18.06.2019
Doppeltes Duell mit dem Ex-Klub: Torge Greve tritt am 17. August im DHB-Pokal und zwei Wochen später in der 2. Liga mit dem VfL Gummersbach gegen den VfL-Lübeck-Schwartau an. Quelle: dpa
Düsseldorf/Lübeck

Als 13-fache Deutsche Meisterin hat Säbelfechterin Anna Limbach ihr feines Händchen längst eindrucksvoll unter Beweis gestellt – eine außergewöhnliche Titelsammlung. Wie außergewöhnlich – zumindest aus Sicht des VfL Lübeck-Schwartau – war, was die 29-jährige Kölnerin im Düsseldorfer ISS Dome als Losfee vollbrachte, als die Fechterin die erste Runde im Pokal-Wettbewerb der Handballer ausloste, war ihr aber offenbar nicht bewusst.

Quelle: DHB

Gleich zu Beginn hatte sie ohne sonderliche Regung nacheinander die Mecklenburger Stiere und die SG Flensburg-Handewitt und dann den VfL Gummersbach und den VfL Lübeck-Schwartau aus den Glasbehältern gezogen. Die Drittliga-Stiere aus Schwerin dürfen also als klassentiefster Klub Gastgeber sein für eines der letztmals als „Final-Four“ ausgetragenen Erstrundenturniere und zudem gegen den Deutschen Meister spielen. Und im zweiten „Halbfinale“ in Schwerin trifft der Nachbar aus Lübeck auf „Bundesliga-Dino“ aus Gummersbach, der gerade erstmals in die 2. Liga abgestiegen ist.

Hexer Thiel: Das wird ein spannendes Spiel“

Die Brisanz des VfL-Duells anzudeuten, blieb Handball-Fachmann Andreas Thiel vorbehalten. Der „Hexer“, der als DHB-Justiziar die Ziehung überwachte und als ehemaliger Weltklasse-Keeper die erfolgreichen Jahre des VfL aus Gummersbach maßgeblich mitgestaltete (elf nationale und internationale Titel in den Jahren von 1979 bis 1991), betonte, das VfL-Duell eine Woche vor dem Punktspielstart werde zeigen, ob Gummersbach „Zweitliga-Qualitäten“ habe. „Lübeck will hoch. Das wird ein spannendes Spiel.“

Noch ein Match gegen seinen Ex-Klub: Gummersbachs VfL-Trainer Torge Greve. Quelle: VfL Gummersbach

Was er nicht erwähnte: Gummersbach voraussichtlich (am Mittwoch äußert sich der Klub in einer Pressekonferenz über seine Neuausrichtung in der 2. Liga) mit Trainer Torge Greve gegen dessen Ex-Klub an.

Und: Das Pokalspiel steigt nur zwei Wochen, bevor es im ersten Spiel der Saison in der Hansehalle (voraussichtlich am 30. August) ohnehin zum Aufeinandertreffen des VfL mit dem VfL kommt.

„Wahnsinn, was die Glücksfee da gemacht hat“

„Das ist ein Hammerlos. Wahnsinn, was die Glücksfee da gemacht hat“, entfuhr es so auch Schwartaus Geschäftsführer Michael Friedrichs. Besser habe die Turnierzusammenstellung kaum sein können – zumindest aus Lübecker Sicht. „Eventuell am zweiten Tag im Turnierfinale gegen den Deutschen Meister spielen zu können, macht die Sache nicht eben unattraktiver.“

Pokalspiel „vielleicht ein kleiner Nachteil“ fürs Punktspiel zwei Wochen später: Dennis Klockmann. Quelle: Agentur 54°

Für Schwartaus Keeper Dennis Klockmann ist das ein Nebenaspekt. Wie auch Jan Schult, der die Auslosung via Facebook live verfolgt hatte, spricht „Klocki“ von einer „kuriosen Auslosung“. Aber: „Weil wir ohnehin kaum Chancen haben, am zweiten Tag gegen Flensburg zu gewinnen, ist letztlich das Punktspiel gegen Gummersbach wichtiger. Es war gut, dass wir zu Beginn der vergangenen Saison gleich gegen Absteiger Balingen gespielt haben, die sich neu finden mussten. Das könnte uns auch gegen Gummersbach helfen.“ Insofern sei es vielleicht sogar „ein kleiner Nachteil“, dass der Erstliga-Absteiger nun schon im Pokal einen Vorgeschmack auf die 2. Liga erhalte.

Ein Traumlos auch für (Gastgeber) Schwerin

Attraktiv ist das Teilnehmerfeld auch für die Schweriner, die als klassentiefster Klub als Gastgeber vorgesehen sind: „Das ist ein Traumlos“, sagt Stiere-Geschäftsführer Axel Schulz. „Der Meister kommt, dazu der Nachbar aus Lübeck und Gummersbach als Traditionsklub – das ist wohl das Top-Turnier im Norden.“ Und doch ist nicht entschieden, ob es in der Sport- und Kongresshalle mit seinen gut 5000 Plätzen gespielt wird.

„Wir stehen bereit“: VfL-Geschäftsführer Michael Friedrichs. Quelle: Agentur 54°

Erst am Mittwochabend wird der Wirtschaftsbeirat der Mecklenburger darüber befinden. Schulz rechnet vor: „Bei regulärer Hallenmiete müssten wir an beiden Tagen jeweils etwa 3500 Zuschauer haben“. Ruft Hallen-Betreiber Bernd Hölcke Sonderkonditionen auf, verringert sich das finanzielle Risiko. Hölcke ist Mitglied im Wirtschaftsbeirat der Stiere . . .

Würde Schwerin als Turnierausrichter absagen, käme Lübeck ins Spiel. „Die Hansehalle stünde zur Verfügung“, betont VfL-Geschäftsführer Friedrichs und ergänzt: „Sollte Schwerin es nicht machen, stehen wir bereit und machen es.“ Sorge, die Hansehalle innerhalb so kurzer Zeit nicht zweimal voll zu bekommen gegen Gummersbach (samt Ex-Trainer Greve), hat er nicht: „Das sind zwei unterschiedliche Wettbewerbe, das Punktspiel zwei Wochen später wird etwas ganz anderes“, sagt er. Nicht zu vergessen, dass im Pokal ja auch noch der Deutsche Meister an zwei Tagen in Folge in der Hansehalle vorspielen würde.

Die Turniere in der Nord-Region:

Turnier 1:

Mecklenburger Stiere Schwerin - SG Flensburg-Handewitt

VfL Gummersbach - VfL Lübeck-Schwartau

Turnier 2:

TuSEM Essen - 1. VfL Potsdam

TSV Hannover-Burgdorf - ATSV Habenhausen

Turnier 3:

HSG Bergische Panther - Wilhelmshavener HV

Eintracht Hildesheim - TBV Lemgo Lippe

Turnier 4:

GWD Minden - ASV Hamm-Westfalen

HC Empor Rostock - Oranienburger HC

Turnier 5:

TSV Altenholz - SC DHfK Leipzig

HSG Nordhorn-Lingen - SGSH Dragons

Turnier 6:

THW Kiel - Eintracht Baunatal

TV Emsdetten - Dessau-Roßlauer HV

Turnier 7:

SC Magdeburg - Northeimer HC

Eintracht Hagen - HSV Hamburg

Turnier 8:

HSG Krefeld - Füchse Berlin

TuS N-Lübbecke - TuS Spenge

Christian Schlichting

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