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VfL Lübeck-Schwartau Dadi Runarsson und Aue: Eine besondere Beziehung
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Dadi Runarsson und Aue: Eine besondere Beziehung
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18:07 20.11.2019
Sigtryggur Dadi Runarsson spielt seit Sommer 2018 beim VfL Lübeck-Schwartau. Aue war seine erste Handball-Station in Deutschland. Quelle: Agentur 54°
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Lübeck

Aue kommt. Bei dem Gegner klingelt es in den Ohren von Sigtryggur Dadi Runarsson. Denn mit dem Team aus dem Erzgebirge verbindet Schwartaus Isländer eine besondere Beziehung. „Es war meine erste Station im deutschen Handball. Damals war ich 16. Mit 17 wurde ich in die erste Mannschaft hochgezogen, habe da bereits zweite Liga gespielt. Es war bis auf das letzte halbe Jahr eine schöne Zeit.“ Die ist jetzt sechs Jahre her. Über die Zwischenstation Balingen ist Runarsson vor 18 Monaten beim VfL in Lübeck gelandet. Und am Donnerstag geht es zum dritten Mal gegen seine alten Kumpel. Der Sieg, er ist beim Blick auf die Tabelle, auf Platz 14, dabei schon Pflicht.

Runarsson: Es geht auch um seine VfL-Zukunft

Aue kommt. Runarsson würde gern das Spiel machen, die Nebenleute in Szene setzen, „Buden machen“. So wie zu Saisonbeginn, als er viele Spielanteile hatte, 21 Treffer erzielte. „Das lief gut“, sagt er. Doch seit der Rückkehr von Markus Hansen sitzt er meist auf der Bank. Dass ihm der zweite Anzug nicht so recht passt, gibt er zu: „Klar möchte ich gern mehr spielen. Das ist auch völlig normal, sonst wäre ich im falschen Job.“ Aber wenn es sportlich nicht laufe, gehe es nur darum, Punkte zu holen. „Und da akzeptiert man das fürs Team.“ Nur: Für Runarsson geht es auch um seine Zukunft beim VfL. Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Und er verhehlt nicht: „Ich kann mir vorstellen, zu bleiben. Ich fühle mich in der Mannschaft, in Lübeck sehr wohl. Es passt auch außerhalb des Spielfeldes. Das ist nicht selbstverständlich.“ Doch vom VfL hat noch niemand mit ihm darüber gesprochen . . .

Oktober 2014: Dadi Runarsson (r.) gastiert mit Aue in der Hansehalle, verliert gegen „Matze“ Hinrichsen (im Foto) & Co. mit 19:28. Quelle: Sport23

Jurke: „Schade, dass Friedrichs weg ist“

Aue kommt. Noch immer hat Runarsson einen guten Draht zu EHV-Manager Rüdiger Jurke, ihn zuletzt auch in Leipzig getroffen. Und der wundert sich, „dass Dadi so wenig spielt. Er ist doch gut reingekommen in die Saison.“ Aber beim VfL sei ja ohnehin einiges in Bewegung. Überrascht war Jurke vom Rücktritt des Geschäftsführers Michael Friedrichs. „Schade, dass mein langjähriger Begleiter weg ist. Ich habe ihn sehr geschätzt. Denn unsere Vereine ähneln sich. Da wird mit wenig Mitteln viel bewegt.“

„Dass der VfL so weit unten steht, ist nicht normal“

Jurke ist der Manager-Dino der Liga, im Erzgebirge seit jetzt 24 Jahren der Macher. Im Schatten des Fußball-Zweitligisten Aue holt er Jahr für Jahr einen Millionen-Etat für die Handballer zusammen. Dafür hat er bis nach Tschechien jede Firmen-Türklinke geputzt, „und das nicht nur einmal“. Mit zwölf Zählern sieht er sein Team derzeit voll im Soll. Dass der VfL im Keller steht, überrascht ihn aber schon. „Zuschauer, Etat, Heimspiele – überall hat der VfL zugelegt. Das war ein Aufstiegskandidat. Dass der VfL jetzt so weit unten steht, ist mehr als erstaunlich und nicht normal.“

Vor dem Spiel

Anwurf: Donnerstag, 19.30 Uhr, Hansehalle Lübeck.

Tickets: 1 580 bisher verkauft; Abendkasse: ab 18 Uhr.

Letzte Spiele: Aue – Lübeck-Schwartau 26:27, Lübeck-Schwartau – Aue 30:22.

Bisherige Partien: 14 seit 2012 (9 VfL-Siege, 5 Niederlagen).

Info Aue: Platz 11, 12:12 Punkte; bisherige Auswärtsbilanz: 4 Niederlagen, 2 Siege (Krefeld, Hüttenberg); seit 2014 in Lübeck nicht mehr gewonnen; bester Werfer: Adrian Kammlodt (Rückraum links): 65/1.

Einlaufkinder: TSV Travemünde (D/E-Jugend).

Rahmenprogramm: TLC-Cheerleader.

Handball liegt in Runarssons Genen

Aue kommt. Runarsson weiß um die EHV-Qualitäten, den Monster-Mittelblock um die Kevin-Riesen Roch & Lux, die Qualitäten des Rückraumlinken Adrian Kammlodt (65 Treffer). „Wir brauchen da eine Top-Abwehr, um wie gegen Emsdetten in die Tempogegenstöße zu kommen. Die einfachen Tore sind wichtig“, sagt Runarsson.

Dass er einmal Handball-Profi werden würde, ist keine Überraschung. Es liegt in seinen Genen. Sein Vater Rúnar Sigtryggsson spielte 118 Mal für Island, war bei Olympia 2004 dabei, seine Mutter Heida Erlingsdottir war ebenfalls Nationalspielerin. „Da kommst du am Handball nicht vorbei.“ Nur: Lange hat er sich auch im Fußball versucht, ebenso im Basketball. „Aber das hat mir nicht besonders gefallen – da war am Ende zu viel Abwehr dabei.“ Die Vorliebe für den Angriff, sie ist geblieben . . .

Füchse Berlin kommen im Januar

Füchse Berlin kommen:Erstligist Füchse Berlin ist am 16. Januar beim Jacob Cement Cup der VfL-Gegner (Hansehalle, 19.30 Uhr). Karten (ab 12 Euro) gibt es ab dem 26. November.

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