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VfL Lübeck-Schwartau Das letzte Spiel für VfL Lübeck-Schwartau: Toni Podpolinski beendet Handball-Karriere
Sportbuzzer VfL Lübeck-Schwartau Das letzte Spiel für VfL Lübeck-Schwartau: Toni Podpolinski beendet Handball-Karriere
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17:47 06.06.2019
Der letzte Wurf, das letzte Spiel. Toni Podpolinski beendet mit dem Hamm-Spiel seine Handball-Karriere. Quelle: Agentur 54°
Lübeck

Wenn Toni Podpolinski an den Samstag, das finale Saisonspiel der Schwartauer-Zweitliga-Handballer gegen den ASV Hamm-Westfalen denkt (18 Uhr, Hansehalle), wird er etwas wehmütig. Das Heißmachen in der Kabine, das Einlaufen in die mit 2176 Zuschauern erneut ausverkaufte Hansehalle, das „Hey, Podde, Hey“ der Fans – es wird für ihn das letzte Mal sein. Der 32-Jährige legt den Ball in die Ecke. Endgültig.

Nur noch sporadisch mittrainiert

„Froh? Nein, froh bin ich nicht. Eher erleichtert, dass es vorbei ist“, gibt der Rückraumrechte zu. Denn in den letzten Wochen, sogar Monaten hat er nur noch sporadisch mittrainiert, „eigentlich gar nicht“, wie er sagt. Mal war er krank, mal die Zwillinge Jon und Elin (7 Monate). „Wir haben uns immer wieder gegenseitig angesteckt.“ Er weiß: Sein Immunsystem ist anfälliger, seit er den Krebs im Frühjahr 2015 besiegt hat. Da dauern selbst kleine Infekte länger. Dazu noch sein BWL-Studium. „An Sport war da nicht zu denken.“ In dieser Saison hat er so bisher auch nur 16 Mal mitgespielt, 24 Tore erzielt. Vor einer Woche ist er erst wieder ins Laufen gekommen, ein paar Würfe und die Wiederholung einiger Abläufe dazu – das muss reichen. „Ich hoffe, dass ich ein paar Minuten spielen kann.“

„Podde-Twins“ erstmals in der Halle

Es wird ein emotionaler Abschied. Seine Eltern aus Cottbus, seine Schwester mit Familie, Freunde aus der Lausitz und aus Buxtehude – alle werden sie da sein. Und zum ersten Mal auch seine „Twins“ mit seiner Frau Jana. „Das bedeutet mir viel, ist richtig toll“, sagt Podpolinski.

4. Juli 2008: Jan Schult (v.l.), Markus Noel und Sportchef Michael Friedrichs packen beim Umzug von Toni Podpolinski mit an. Quelle: Lutz Roessler

Mehr als 1000 Tore in 300 VfL-Spielen

Vor elf Jahren ist er als Junioren-Nationalspieler von Cottbus zum Zweitliga-Aufsteiger Schwartau gewechselt. An den ersten Tag, den des Umzugs am 4. Juli 2008 erinnert er sich genau. Wie Jan Schult, Martin Zeschke und Markus Noel angepackt haben, auch Sportchef Michael Friedrichs. „Und am Abend haben wir auf der Lohmühle VfB gegen VfL Wolfsburg gesehen, war ziemlich cool.“ Gut 300 Mal hat er das VfL-Trikot seitdem getragen, etwas mehr als 1000 Tore in den elf Zweitliga-Jahren erzielt. „Die Zeit hat mir unheimlich viel gebracht, der Handball hat mein Leben bestimmt.“ Die Siege, „gerade die im DHB-Pokal, wo wir dreimal knapp am Final Four vorbeigeschrammt sind“, wird er nicht vergessen. Auch sein Comeback im Februar 2017, als die Hansehalle für ihn aufstand. Ein Gänsehaut-Moment. Doch das Schönste ist für ihn, dass er durch den Handball seine Jana kennengelernt hat.

Rückblick auf elf Jahre beim VfL Lübeck-Schwartau – Spiele, Hochzeit, Comeback, Football-Intermezzo, Angeln und die Zwillinge.

Bachelorarbeit und Hausbau

Mit ihr freut er sich jetzt auf die neue Zeit. „Ich werde den ersten Sommer ohne Vorbereitung, ohne Trainingslager und ohne Muskelkater genießen.“ Ende Juni steht noch eine Klausur an, dann will er seine Bachelorarbeit im Bereich Gesundheitswirtschaft schreiben, mit der Holstein-Therme in Schwartau als Thema. Und auch in Sachen Hausbau geht es in Pansdorf jetzt richtig los. Ende Juli soll bereits Richtfest sein. „Mir wird nicht langweilig“, ist sich „Podde“ sicher.

Handball-Legende „Podde“

Doch zuvor will er das letzte Spiel, die letzten Minuten seiner Karriere genießen. Und wenn es diese besondere Würdigung beim VfL gäbe, würde danach sein Trikot mit der Nummer acht unters Hallendach gezogen werden. Toni „Podde“ Podpolinski ist eine Schwartauer Handball-Legende.

Jens Kürbis

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